Archiv des Autors: Susanne Flach

Blogspektrogramm 25/2016

Guten Mor­gen! Im Aus­tausch gegen ein pünk­tlich­es Spek­tro­gramm bieten wir Ihnen heute eine kleinere Auswahl, die Ihnen aber immer­hin Emo­ji, Gerechte Sprache, Schimpfwörter und einen Gen­er­a­tor bietet. Damit ist Ihre Zeit famos investiert. Viel Spaß!

Public Viewing Of Public Viewing

Gestern begann in Frankre­ich die Fußball-Europameis­ter­schaft – mir wäre in den let­zten Wochen vor lauter dis­sertieren gar nicht aufge­fall­en, wie schnell die EM auf uns zukommt, wenn, ja wenn nicht die Alerts von Google zu „Anglizis­mus“ voll mit „Leichen­schauen“ gewe­sen wären. Tra­di­tionell haben wir zu Fußball-Großereignis­sen in den let­zten Jahren eher gelang­weilt ein­fach auf die Artikel im Sprachlog ver­linkt, die sich damit beschäfti­gen, dass pub­lic view­ing im (Amerikanis­chen) Englisch nicht eigentlich „Leichen­schau“ heißt, son­dern dass es das auch heißen kann, weil pub­lic view­ing ein all­ge­mein­er Begriff für das Ein- und Anse­hen von Din­gen durch die Öffentlichkeit ist (z.B. Regierungs­doku­mente, Exponate aus Kun­st, Geschichte oder Botanik, Flughäfen, Paraden ein­er Sport­mannschaft, sich selb­st in Sozialen Net­zw­erken oder eben halt Leichen). Das Argu­ment wird übri­gens nicht valid­er, wenn dann noch jemand sagt, es heiße streng genom­men auch nicht Leichen­schau, son­dern Auf­bahrung.

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Blogspektrogramm 22/2016

Guten Mor­gen! Heute wieder volles Pro­gramm und inter­es­santes und zum Nach­denken anre­gen­des aus den Bere­ichen soziale Vari­a­tion, Migra­tion & Über­set­zung, Syn­chro­ni­sa­tion, his­torische Seman­tik und Mohammed Alis Beitrag zur Poe­sie. Viel Spaß und einen zauber­haften Son­ntag!

Kulturelle Schlüsselwörter

Ich biete seit eini­gen Semes­tern eine wöchentliche Sprech­stunde an, in der sich Studierende und Mitarbeiter/innen zu ihren Kor­pus­pro­jek­ten berat­en lassen kön­nen. Das ist primär als tech­nis­che Beratung gedacht – aber es ist meist schw­er, diese Beratung von inhaltlichen Fra­gen zu tren­nen. Damit die Inspi­ra­tion nicht unge­hört im Büro ver­hallt, will ich das bei öffentlichem Inter­esse immer mal wieder auf­greifen. Mark Liber­man hat drüben im Lan­guageL­og ja auch sein Break­fast Exper­i­mentTM.
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Blogspektrogramm 18/2016

Sodele, Gril­lzange zur Seite leg­en, bitte! Die Spä­taus­gabe des heuti­gen Blogspek­tro­gramms erwartet Sie mit skur­rilen, ulki­gen und visuellen Eigen­heit­en von Sprache in Gehirn und Gesellschaft. Heute: Sprach­bilder im Gehirn, Bedeu­tungswan­del bei den Linken, Pronomen, ein biss­chen Orthografiegeschichte und ein großer Muskel in der Artiku­la­tion. Kann Spuren von Klin­go­nisch enthal­ten!

  1. Neues Video für die Lin­guis­tik-Ein­führung! Meine Erstis sind bei der­ar­ti­gen Videos immer am meis­ten über die Größe der Zunge erstau belustigt. []

Blogspektrogramm 17/2016

Guten Mor­gen, geneigte Leser­schaft — wir kom­men auch heute lei­der nicht ganz ohne Katas­tro­phen aus: Sprach­pflege, Spracht­ests und Erd­beben — okayokay, und ein biss­chen gerechte Sprache und Inter­net­di­alek­te. Einen zauber­haften Sofa­son­ntag!

Blogspektrogramm 16/2016

Heute kommt eine Kurzaus­gabe, weil uns diese Woche allen etwas die Zeit fehlte, das Inter­net sys­tem­a­tisch zu überwachen nach­bear­beit­ete Aus­gabe. Aber es war ja das Jubiläum eines großen Englän­ders, deshalb heute das Spek­tro­gramm mit Shake­speare, Shake­speare-Zitat­en, ein­er Shake­speare-Karte und einem einem Com­ic-Helden (nicht Shake­speare) — und jet­zt auch mit Emo­ji, Schnee­vok­ab­u­lar, Sprache als Waffe und Delfinen. Viel Spaß!

Blogspektrogramm 15/2016

Heute zum Regen­tag bietet die Sprachlo­gredak­tion wieder ein exquis­ites Infor­ma­tion­spro­gramm mit Emo­ji, pro­duk­tiv­en Wort­bil­dung­sprozessen, Sprache in Drehbüch­ern, Has­srede in Onlinekom­mentaren, einem Video und noch einem Video. Also Tee gekocht, Sofakissen aufgeschla­gen und Füße hochgelegt!1 Viel Spaß!

  1. Die Redak­tion verzieht sich der­weil wieder ins Büro zum Diss-Schreiben. []

Mehrsprachigkeit und kulturelles Erbe

Großbri­tan­nien ist ja im all­ge­meinen nicht für sein gesteigertes Inter­esse an Fremd­sprachen bekan­nt — dort sind, anders als in den meis­ten anderen (europäis­chen) Län­dern für den höch­sten Schu­la­b­schluss keine Ken­nt­nisse ein­er Fremd­sprache erforder­lich. Die Zahl der Schüler/innen, die frei­willig Deutsch, Franzö­sisch oder Spanisch ler­nen und als Prü­fung­steil ihres Sekundärab­schlusses haben, fällt. Der GUARDIAN hat das jet­zt in einem Artikel kom­men­tiert und kri­tisch — vielle­icht auch ein biss­chen wehmütig — hin­ter­fragt (Ed West, The long adieu: how Britain gave up learn­ing French, THE GUARDIAN, 22. Jan­u­ar 2016).
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Ta-Ta-ismus im Dschungel

Wer­bepause? Nicht wegschal­ten, bloß nicht wegschal­ten! Denn der Dschun­gel ist sog­ar für eine sprach­wis­senschaftliche Betra­ch­tung gut, die für alle von uns was bere­i­thält. ALLE! Für die, die den Dschun­gel lieben und für die, die ihn für den Unter­gang des guten Geschmacks hal­ten, für Men­schen, die Entlehnung­sprozesse fasziniert ver­fol­gen und sog­ar für diejeni­gen, die Anglizis­men scheiße find­en („Baha­haw­iepein­lich! Anglizis­mus voll falsch ver­wen­det!“). Seit Wochen – ach, was sage ich: seit Jahren! – ste­ht auf mein­er To-Do-Liste: „Beim näch­sten Dschun­gel: was zu ta schreiben!!DRÖLF!!!“. Denn wir wis­sen ja: Pub­lic­i­ty, Pub­lic­i­ty, Pub­lic­i­ty!

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