Kategoriearchive: Hintergrundberichte

Des einen Language ist des anderen Leid

Eigentlich nur aus Spaß und/oder Prokrastination habe ich gerade getwittert, dass ich als Anglist natürlich für die schottische Unabhängigkeit sei, da eine größere Anzahl englischsprachiger Länder ja die Wichtigkeit meines Fachgebietes erhöhen würde. Daraufhin kam die Rückfrage, ob sich denn eine Unabhängigkeit Schottlands auf die Sprachentwicklung auswirken würde. Das ist eine interessante Frage, auf die […]

Reklame: Hell und klar

Beim Herumblättern in den Suchanfragen, mit denen das Sprachlog so gefunden wird, findet man neben den immergleichen (»längstes wort deutsche sprache«, »längstes wort deutschland«, »längstes deutsches wort der welt« …) auch Fragen, die hier noch nicht beantwortet wurden. Zum Beispiel: aus welcher sprache ist das wort reklame Aus dem Französischen. Fertig. Aber hm, wenn wir […]

Vom Beck und der Bäckerin

Bei der deutschen Debatte über geschlechtergerechte Sprache geht es oft um eine bestimmte Wortbildungsendung: das –in. Es ist ein sogenanntes »Movierungssuffix«, das aus einer Männer– eine Frauenbezeichnung macht: Ministerin, Wirtin, Klempnerin. Die männliche Form bildet also das Grundmaterial, das durch einen Zusatz angepasst wird. Das ist aber nicht die einzige formale Beziehung, in der Formen […]

Eine Mannschaft, die sie Elf nannten

Die dpa hat sich gestern in einer interessanten Hintergrundgeschichte mit den Spitznamen der Nationalmannschaften beschäftigt, die derzeit in Brasilien um die Weltmeisterschaft spielen. Diese einzigartige Gelegenheit, Sprachwissenschaft und Fußball zu einer klickträchtigen Geschichte zu verbinden, kann ich natürlich nicht ungenutzt vorüberziehen lassen. Spitznamen für Fußballmannschaften Die Spitznamen der Mannschaften fallen in drei große Kategorien: 1. […]

Sprachbrocken: Der Verein Deutsche Sprache gegen sich selbst

Wenn es etwas gibt, das der Verein Deutsche Sprache noch mehr hasst als die (eingebildete) Schwemme englischer Lehnwörter im Deutschen, dann ist das der vermeintliche Grund für diese Schwemme: die geopolitische Vorherrschaft der USA. Von ihrer Amerikafeindlichkeit getrieben haben die Sprachnörgler aus Dortmund den Anti-US-Geheimdienste-Slogan „Yes, we scan“ zur Schlagzeile des Jahres gekürt, und von […]

Keine Austerität bitte, wir sind Deutsche

Wie viel Verantwortung die deutsche Regierung an der Wirtschaftskrise im Euro-Raum trägt, will ich nicht beurteilen (wenigstens nicht im Sprachlog), aber dass Außenminister Guido Westerwelle sich mit einem linguistischen Argument der Rechenschaft entziehen will, kann ich natürlich nicht durchgehen lassen. Vor allem nicht, weil das Argument nicht nur eine merkwürdige Vorstellung der Beziehung zwischen Sprache […]

Wer ist maskulin, wer ist feminin?

Wegen eines nicht besonders guten Blogbeitrags wurde heute in meiner Twitter-Timeline diskutiert, welches grammatische Geschlecht das Fragepronomen wer hat – genauer, ob es sich wie in dem verlinkten Beitrag behauptet, um ein Maskulinum handelt. Sprachwissenschaftlich ist das keine einfache Frage. In einigen Zusammenhängen verhält es sich wie ein sogenanntes Utrum, eine Form die sich auf […]

Intelligentes Sprachdesign

Über den Ursprung menschlicher Sprache(n) lässt sich nur spekulieren: Wir wissen weder, wann unsere Spezies zu sprechen angefangen hat, noch wissen wir, ob Sprache nur einmal entstanden ist, also alle heute existierenden Sprachen von einer einzigen Ursprache abstammen, oder ob Sprache an verschiedenen Orten entstanden ist, nachdem unsere Vorfahren die biologischen Voraussetzungen dafür entwickelt hatten. […]

Pippi Langstrumpf, N****prinzessin und Übersetzungsproblem

Wenn ich meiner Tochter früher die Bücher Pippi Langstrumpf geht an Bord und Pippi auf Taka-Tuka-Land vorgelesen habe, sah ich mich zu redaktionellen Änderungen gezwungen: Die Bücher enthalten eine Reihe rassistischer Ausdrücke, die ich beim Vorlesen stillschweigend durch annähernd neutrale Wörter ersetzt habe. [Hinweis: Der folgende Beitrag enthält Beispiele rassistischer Sprache.}

Pippi Langstrumpf, N****prinzessin

Wenn die Bewohner einer Südseeinsel in einem Kinderbuch aus den vierziger Jahren mit einem krassen rassistischen Ausdruck bezeichnet werden, muss man das dann hinnehmen oder darf man bei einer Neuauflage sprachlich eingreifen? Wäre es eine zeitgemäße Modernisierung, solche Wörter durch neutrale Begriffe zu ersetzen, oder wäre das übertriebene „Political Correctness“, Zensur, ein Eingriff in ein […]