Kategoriearchive: Kommentare

Shitstormgeburtstag

Seit wir 2011 Shitstorm zum Anglizismus des Jahres gewählt haben, vergeht kaum eine Woche, in der ich meinen Namen nicht irgendwo in Verbindung mit diesem Wort lesen darf. Wann immer ein Shitstorm diskutiert wird, finden sich in einem Nebensatz oder in einem erklärenden Kasten ein Hinweis auf unsere Wahl und ein oder zwei Zitate von

Von alten Säcken und alten Damen

Es fällt der taz in letzter Zeit sichtlich immer schwerer, das eigene Niveau noch zu unterbieten, aber Matthias Lohre ist es diese Woche wieder einmal gelungen: Er hat einen Text verfasst, der so unterirdisch verblödet und so unglaublich schlecht recherchiert ist, dass man ernsthafte Zweifel hegen muss, ob Texte bei der taz einen redaktionellen Prozess

In Memoriam Douglas Adams

Heute wäre der große Douglas Adams 61 Jahre alt geworden. Mir bleibt er natürlich als großartiger Science-Fiction-Autor, aber vor allem als genialer Wort– bzw. Bedeutungsschöpfer in Erinnerung. In The Meaning of Liff recycelt er Ortsnamen, um Bedeutungen ein Wort zu geben, die bislang keines haben.1 Um seiner zu gedenken, biete ich hier drei eigene Zweitverwertungen überflüssiger

And the Winner is: Crowdfunding!

Zugegeben, der Anglizismus des Jahres 2012 scheint zunächst deutlich weniger spektakulär daherzukommen als sein Vorgänger, der Shitstorm (es ist zum Beispiel unwahrscheinlich, dass sich in absehbarer Zeit jemand für seine Mithilfe bei dessen Verbreitung entschuldigen wird). Aber der bescheidene Anschein täuscht, denn sowohl das Wort Crowdfunding, als auch das, was es bezeichnet, haben es in sich.

Rassismus „Rassismus“ nennen

Nur ein paar Worte und ein Lektüretipp zu einem Thema, zu dem eigentlich alles gesagt ist, das aber offensichtlich sehr schwer zu verstehen ist. [Hinweis: Der folgende Beitrag enthält Beispiele rassistischer und behindertenfeindlicher Sprache.]

Log in for Sprachschutz

Alle Wege führen zum Sprachlog! Deshalb begrüßen wir die ZDFinfo-Zuschauer/innen, die über Anatols Besuch in der Sendung login hierher gespült wurden. Und für den Fall, dass Sie diese Unterrichtsstunde zum Klassiker der Apokalypsethemen verpasst haben, können Sie seit heute morgen in der Mediathek Ihre Hausaufgaben nachholen (und das Chatprotokoll von nach der Sendung). Möglicherweise stellen

Das Wortwahl-Abo

Das „Unwort des Jahres 2012“ ist Opfer-Abo. Gestern hat die Jury um die Sprachwissenschaftlerin Nina Janich von der Technischen Universität Darmstadt bekannt gegeben, dass man heute auf einer Pressekonferenz das Gewinnerwort bekannt geben wird. Dementsprechend hoch war dann heute morgen die Quote der EIL-Meldungen.

Wissenschafts(unterrichts)sprache Deutsch

Anfang Dezember machte wieder mal die Panikmache vor dem Aus des Deutschen als Wissenschaftssprache die Runde (z.B. hier in einem Beitrag auf DRadio). Darin wird in einem Nebensatz des Arguments „fehlender Mehrsprachigkeit“ mal wieder gemault, dass beim Aussterben des Deutschen in der Wissenschaft gleich auch die Hochschulunterrichtssprache Deutsch bedroht ist.

Saure Pflaumen

Wolfgang Thierse hat sich ja in den letzten Tagen etwas unbeliebt gemacht. Auf die Nachfrage eines Interviewers der Berliner Morgenpost, ob er dem „Nachbarschaftsmix mit den vielen Schwaben und Latte-Macchiato-Muttis“ etwas abgewinnen könne, verteidigte er zunächst netterweise die Muttis (bzw. die Eltern allgemein), was aber in der Folge niemanden interessierte, und „kritisierte“ dann die Schwaben

Für Gott und Pippi Langstrumpf

Man kann — und muss — Kristina Schröder für vieles kritisieren — ihren schiefen Extremismusbegriff und die Folgen, die der für die Förderung von Initiatven gegen Rechtsextremismus hatte, ihren leichtfertigen Umgang mit rechtspopulistischen Schlagworten wie dem von der „deutschenfeindlichen Gewalt“ und maskulistischen wie dem von der „jungenfeindlichen Pädagogik“, und ganz allgemein natürlich ihre oft antifeministische