Tag-Archive: Diskriminierende Sprache

Sprachbrocken 18/2013

Mein wöchentliches Durchkämmen der Presse liefert nicht immer Material für die Sprachbrocken – so auch diese Woche. Ich habe deshalb per Twitter nach Themenwünschen gefragt, die ich im Sprachbrockenformat beantworten könnte. Aus den zahlreichen Wünschen habe ich vier ausgewählt, zu denen mir spontan etwas einfiel (die übrigen Vorschläge habe ich mir notiert und werde vielleicht

Von alten Säcken und alten Damen

Es fällt der taz in letzter Zeit sichtlich immer schwerer, das eigene Niveau noch zu unterbieten, aber Matthias Lohre ist es diese Woche wieder einmal gelungen: Er hat einen Text verfasst, der so unterirdisch verblödet und so unglaublich schlecht recherchiert ist, dass man ernsthafte Zweifel hegen muss, ob Texte bei der taz einen redaktionellen Prozess

Sprachbrocken 15/2013

Viele Universitäten, Behörden und andere staatliche Einrichtungen haben Leitfäden zur geschlechtergerechten Sprache. Nicht, weil sie von linksextremen, sexuell ausgehungerten Gutmenschen (wie mir) geleitet werden, sondern, weil es Gleichstellungsgesetze gibt, die das fordern (und die wiederum, liebe Freunde1 der maximalen Mannigfaltigkeit männlicher Meinungsäußerungen, setzen nur Artikel 3, Abs. 2 eures grenzenlos geliebten Grundgesetzes um). Auch die

Von Beamten und Beamtinnen

Die neue Straßenverkehrsordnung ist ja in den letzten Tagen wegen ihrer geschlechtergerechten Sprache von den üblichen Verdächtigen intensiv kritisiert worden. Eine Verlinkung auf die Kritiken erspare ich Ihnen und verlinke stattdessen auf die ausführliche sachliche Diskussion des Lexikografieblogs. Wie dort, und auch in der hier am Freitag diskutierten Pressemeldung des Auto Club Europa angemerkt wird,

Sprachbrocken 13/2013

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer gerierte sich stets als Beschützer der deutschen Sprache vor dem verderblichen Einfluss des Englischen und erntete dafür aus sprachnörgeligen Kreisen viel Lob. In Erinnerung bleiben wird der denen jetzt aber wohl (vermutlich gänzlich unverdienter Weise) als ihr Zerstörer, als jemand, der sich vom Tugendfuror der politisch Korrekten dazu treiben lassen hat, die

Sprachbrocken 12/2013

Von einer Zeitschrift, die nach einem mächtigen weißen Mann benannt ist, erwarten wir, dass sie die Befindlichkeiten mächtiger weißer Männer vertritt, und der CICERO erfüllt diese Erwartungen immer wieder in vorbildlichster Weise. Im April hat man(n) sogar das Titelthema ganz der Unterdrückung mächtiger weißer Männer gewidmet. Und der grausamen Mechanismen, mittels derer sie unterdrückt werden

Sprachbrocken 5/2013

Dass die traditionellen Medien insgesamt mit dem Thema Alltagssexismus hoffnungslos überfordert sind, haben sie ja zur Genüge bewiesen, aber der HESSISCHE RUNDFUNK hat sich offenbar vorgenommen, in merkbefreite Zonen vorzudringen, die nie ein Mensch zuvor betreten hat. Claudia Sautter erklärt uns dort, dass das Ganze quasi nur ein sprachliches Problem sei: Früher (ach, früher!) da

Sprachbrocken 1/2013

Ich bin ein wenig enttäuscht: Da beugt sich ein Verlag dem Meinungsterror der Gutmenschen und zerstört unwiderbringich einen bis dato sakrosankten Text, ein unverzichtbares Zeitzeugnis der deutschen Mythologie, und das deutsche Feuilleton schweigt. Kein weißer Ritter, der zum Endkampf um die Meinungshoheit — entschuldigung, Meinungsfreiheit (Freudsche Fehlleistung, ist mir so durchgerutscht) bläst, niemand, der, wenn

Für Gott und Pippi Langstrumpf

Man kann — und muss — Kristina Schröder für vieles kritisieren — ihren schiefen Extremismusbegriff und die Folgen, die der für die Förderung von Initiatven gegen Rechtsextremismus hatte, ihren leichtfertigen Umgang mit rechtspopulistischen Schlagworten wie dem von der „deutschenfeindlichen Gewalt“ und maskulistischen wie dem von der „jungenfeindlichen Pädagogik“, und ganz allgemein natürlich ihre oft antifeministische

Flüchtlinge und Geflüchtete

Vorschläge für sensible Sprachregelungen treffen selten auf Gegenliebe. Im Gegenteil: Sie ziehen Vorwürfe von „Zensur“, „Denkverboten“ und natürlich „politischer Korrektheit“ an, wie das Licht die Motten.1 So auch bei dem Vorschlag, Flüchtlinge lieber als Geflüchtete zu bezeichnen. Dieser Vorschlag ist nicht völlig neu, aber er erreicht immer wieder mal eine breitere Öffentlichkeit, z.B. während des