Tag-Archive: Fremdwörter

Das Deppenleerzeichen gibt es nicht: Eine Art Replik

Ich habe kürzlich ein Gespräch mit Michel Winde von der dpa geführt — über Leerzeichen und Bindestriche in Komposita. Es ging dabei um sehr emotional besetzte Schreibungen wie z.B. Johannes Gutenberg-Universität dpa-Kindernachrichten Würfel Zucker Nun ist ein Artikel entstanden, in dem sich Spurenelemente des Interviews wiederfinden.1 Der Text nervt mich. Neben inhaltlichen Aspekten (dazu gleich mehr) […]

Das Erbe des Arbeitsroboters

Dieser Tage bin ich im frühneuhochdeutschen Wörterbuch auf den Eintrag ackerrobot 'Frondienst der Bauern' gestoßen. Das hat mich etwas aus dem Konzept gebracht: Es geht um Arbeit und das zweite Wort sieht quasi aus wie Roboter, Zufall wird das kaum sein. Nun kam der Roboter im 20. Jh. ins Deutsche, Frühneuhochdeutsch sprach man aber zwischen […]

Kandidaten für den Anglizismus 2013: Paywall vs. Bezahlschranke

Die Paywall ist eine aufgewärmte Anglizismus-des-Jahres-Kandidatin: Schon letztes Jahr nahm Kilian Evang sie im Texttheater auseinander: Das englische paywall, seltener: pay wall, ist ein Substantiv und ein Kompositum aus dem Verb pay („bezahlen“) und dem Substantiv wall („Mauer“). Ins Deutsche wurde es als Paywall praktisch unmodifiziert übernommen und bezeichnet auch dasselbe wie im Englischen: eine technische Vorrichtung, mit der Online-Medien den […]

Milliarden vs. Billionen: Große Zahlen

Unzählige Male schon habe ich im BILDblog Beiträge gelesen, in denen ein deutscher Bericht kritisiert wurde, der von Billionen sprach, wo auch im amerikanischen Original von billions die Rede war1. Eine amerikanische billion ist nämlich, ins Deutsche übersetzt, nur eine 'Milliarde'. Die Verwirrung entsteht, natürlich, durch die extreme lautliche Ähnlichkeit. Die wahren Verhältnisse zeigt die […]

Fremdwörter gesucht!

Vielleicht erinnert sich hier jemand noch an meine Magisterarbeit? Da ging es letztlich um Pluralbildung im Alemannischen, hat eine Menge Spaß gemacht, aber auch eine Menge Fragen aufgeworfen, denen ich damals nicht nachgehen konnte. Eine davon ist die, wie dialektal mit Fremdwörtern umgegangen wird. Nun dachte ich mir letztes Jahr im Herbst, es wäre ganz […]

Anglizismus des Jahres 2011: Shitstorm

Ihr habt es auf dem ein oder anderen Weg bestimmt schon mitbekommen: Der Anglizismus des Jahres 2011 ist gewählt! Auf den ersten Platz hat es Shitstorm geschafft, zu dem anderswo schon viel geschrieben wurde (Laudatio, AdJ 2010, AdJ 2011) und das auch der Favorit des Publikums war. Den zweiten Platz hat Stresstest gemacht (Besprechung im […]

[Anglizismus des Jahres] Publikumsabstimmung

Für alle, die’s noch nicht mitbekommen haben: Noch bis einschließlich 11.2. läuft die Publikumsabstimmung für den Anglizismus des Jahres 2011! Noch sind 16 Wörter im Rennen, nämlich –gate, Barcamp, circeln, Cloud, Contentfarm, Cyberkrieg/-war, Euro-Bonds, Hacktivism, Haircut, Masterand, Occupy, Post-Privacy, Scripted Reality, Shitstorm, Stresstest, Tablet Ich bin gerade dabei, mir für die Juryabstimmung eine Meinung zu […]

[Anglizismus des Jahres] Emanzipiert sich das Tablet?

Heute also das Tablet. Ein flacher, tastaturloser Computer von umstrittenem Nutzen und auf jeden Fall ein Wort, das mir für eine Analyse auf den ersten Blick ähnlich unattraktiv erschien wie die letztjährige App: Vor meinem inneren Auge türmten sich Berge von trockener Technikberichterstattung und Werbegefasel, ganz vorne mit dabei die Firma Apple. Aber, coole Sache: […]

Anglizismus des Jahres: Soll man adden adden?

adden ist ein schwieriger Kandidat für den Anglizismus des Jahres 2011. Wie von vielen Seiten schnell bemerkt wurde, ist das Wort in gewissen Kreisen schon seit langem recht verbreitet – so zum Beispiel für das Hinzufügen von Kontakten bei ICQ (danke für den Hinweis, Katrin! Kennt und nutzt das noch wer? Und wann und wie […]

Was macht eigentlich … leaken?

Die Nominierungsphase für den Anglizismus des Jahres 2011 läuft (noch bis zum 31.12.!) – eine schöne Gelegenheit, mal besinnlich zu werden und nachzuschauen, wie es dem Gewinner von letztem Jahr ergangen ist: leaken. Es gab damals zwei recht ausführliche Analysen von suz und mir, denen aber für 2010 die Daten fehlten: Das Wort trat ja […]