Tag-Archive: Medien

Warum man Fake News nicht verbieten kann: Eine Fallstudie

Zufällig war ich heute auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken in den Schönhauser-Allee-Arkaden (einem Einkaufszentrum im Prenzlauer Berg), als der Eingang und die Straße und der U-Bahnhof vor dem Einkaufszentrum von der Polizei abgesperrt wurden. Ein freundlicher Beamter erklärte auf Nachfrage, dass man einen verdächtigen Gegenstand gefunden habe, der nun untersucht würde. Das wurde auch schnell […]

And the Winner is: –gate

Als das Wort Watergate 1972 ins Deutsche entlehnt wurde, war es nur der Name einer bestimmten politischen Affäre: Der republikanische US-Präsident Richard Nixon hatte das im Watergate Building beheimatete Hauptquartier der gegnerischen Demokraten abhören lassen. Dass er dafür 1974 zurücktreten musste, können wir uns angesichts der politischen Konsequenzlosigkeit des aktuellen Dauer-Abhörskandals kaum noch vorstellen – […]

Sprachkritik auf Ramschniveau

Am 10. September war "Tag der deutschen Sprache". Keine Sorge — wer jetzt hektisch im Termin– und Gedenktagskalender nachsieht, ob er an diesem Tag einen Schrein angehimmelt hat, der sei beruhigt: Dieser Tag ist eine Aktion des Verein deutsche Sprache (VDS). Damit will der VDS seit 2001 "ein Sprachbewusstsein schaffen und festigen […]" Jedenfalls kriechen […]

Stephen Fry, language lover

Auch wenn hier jetzt der Eindruck entsteht, das Blog sei über die Sommerpause zu einer Linkfarm verkommen: Diesen Hinweis darf ich niemandem vorenthalten, der der englischen Sprache mächtig ist, Stephen Fry ganz wunderbar findet und sich für Sprache interessiert: Die BBC-Dokumentation "Stephen Fry's Planet Word" (BBC 2011). Michael hatte zwar schon bei 2'36'' ein ARRRGH!-Erlebnis, […]

[Video] The History of English

So, heute ein Linktipp. Die Open University in Großbritannien hat in zehn Kapiteln à 1'20'' in sehr humorvoller Weise die Geschichte des Englischen nachgezeichnet. Es wird mehr als 10 Minuten dauern, weil die kleinen Filmchen voll von Wortspielen und mit kleinen und großen Pointen gespickt sind — man kann es sich wirklich mehrfach mit höchstem […]

The German Blitz macht endlich Sinn!

Gestört von sprachwissenschaftlicher Prüfungsliteratur waren die Tiefflieger vom VDS in der letzten Zeit irgendwie von meinem Radar verschwunden. Ein weiterer Grund ist möglicherweise auch, dass ein erneuter Viren– und Trojanerangriff auf meinen Rechner meine Lesezeichenleiste mit den unter „Lustiges Fremdschämen für Fortgeschrittene" abgelegten Forenbeiträgen des Vereins unbrauchbar gemacht hat. Den heutigen Besuch beim VDS verdanke […]

Die Feindstaatenklausel

FIFA-Chef Blatter hat sich jegliche Einmischung der Politik in den Fußball verbeten. Fein! Nachdem wir irgendwie gerade alle vom Platz jagen, abschießen, niederwalzen und durch geschickte Verteidigung, überfallartige Konter oder strategische Gegenangriffe verdreschen, vermöbeln ("Wer hat Argentinien am meisten weh getan?") und zur Kapitulation zwingen oder gegnerischen Anführern zur Explosion bringen wollen, wundern wir uns noch […]

Es woar dә Mutius

Wenn, in seiner wirklich einfachsten und stark verkürzten Form, der bestimmte Artikel einen Referenten (z.B. ein Objekt oder eine Person) als bestimmt oder definit markiert, dann ist der Artikel in vielen im vorigen Beitrag angeführten Kontexten eigentlich überflüssig. Ein Frühling, in welchem ich nach England fahre, ist immer noch der gleiche Frühling, ob mit oder […]

"We are all sitting in one boat"

Derzeit macht sich die deutsche Internetgemeinde über Günther Oettinger lustig, weil er eine Rede auf Englisch hielt. Mal davon abgesehen, dass er nicht mal Deutsch spricht, gibt es genug Gründe, diesen Mann zu hassen: Der Geschichtsrevisionist ist CDU-Politiker, Schwabe und Fan des VfB Stuttgart; jedes für sich schon hinreichende Gründe, sich über jedes Fass Häme zu […]

Quelle versiegt

Jeder Sechste von Zehn Euro kommt über das Online hinein. (Thomas Voigt von der Otto-Gruppe in einem Tagesthemenbeitrag über die Quelle-Pleite.) Wenn die bei Quelle ähnlich widersprüchliche Kenntnisse über ihre Wirtschaftsdaten hatten, wundert's ja nich so sehr. Ein Sechstel ist immerhin weit weniger als etwas mehr über der Hälfte.