Tag-Archive: Rassismus

Sprachbrocken 12/2013

Von einer Zeitschrift, die nach einem mächtigen weißen Mann benannt ist, erwarten wir, dass sie die Befindlichkeiten mächtiger weißer Männer vertritt, und der CICERO erfüllt diese Erwartungen immer wieder in vorbildlichster Weise. Im April hat man(n) sogar das Titelthema ganz der Unterdrückung mächtiger weißer Männer gewidmet. Und der grausamen Mechanismen, mittels derer sie unterdrückt werden

Rassismus „Rassismus“ nennen

Nur ein paar Worte und ein Lektüretipp zu einem Thema, zu dem eigentlich alles gesagt ist, das aber offensichtlich sehr schwer zu verstehen ist. [Hinweis: Der folgende Beitrag enthält Beispiele rassistischer und behindertenfeindlicher Sprache.]

Sprachbrocken 5/2013

Dass die traditionellen Medien insgesamt mit dem Thema Alltagssexismus hoffnungslos überfordert sind, haben sie ja zur Genüge bewiesen, aber der HESSISCHE RUNDFUNK hat sich offenbar vorgenommen, in merkbefreite Zonen vorzudringen, die nie ein Mensch zuvor betreten hat. Claudia Sautter erklärt uns dort, dass das Ganze quasi nur ein sprachliches Problem sei: Früher (ach, früher!) da

Sprachbrocken 1/2013

Ich bin ein wenig enttäuscht: Da beugt sich ein Verlag dem Meinungsterror der Gutmenschen und zerstört unwiderbringich einen bis dato sakrosankten Text, ein unverzichtbares Zeitzeugnis der deutschen Mythologie, und das deutsche Feuilleton schweigt. Kein weißer Ritter, der zum Endkampf um die Meinungshoheit — entschuldigung, Meinungsfreiheit (Freudsche Fehlleistung, ist mir so durchgerutscht) bläst, niemand, der, wenn

Für Gott und Pippi Langstrumpf

Man kann — und muss — Kristina Schröder für vieles kritisieren — ihren schiefen Extremismusbegriff und die Folgen, die der für die Förderung von Initiatven gegen Rechtsextremismus hatte, ihren leichtfertigen Umgang mit rechtspopulistischen Schlagworten wie dem von der „deutschenfeindlichen Gewalt“ und maskulistischen wie dem von der „jungenfeindlichen Pädagogik“, und ganz allgemein natürlich ihre oft antifeministische

Sprache und Plattformneutralität

Mein Vortrag „Sprache und Plattformneutralität“, in dem ich über einige Aspekte von Ungleichheit und Diskriminierung von Sprache spreche, ist auf YouTube verfügbar. Ich verlinke ihn hier nur noch einmal, um einen Ort für die Literaturliste und für kleine inhaltliche Korrekturen zu haben.

Pippi Langstrumpf, N****prinzessin und Übersetzungsproblem

Wenn ich meiner Tochter früher die Bücher Pippi Langstrumpf geht an Bord und Pippi auf Taka-Tuka-Land vorgelesen habe, sah ich mich zu redaktionellen Änderungen gezwungen: Die Bücher enthalten eine Reihe rassistischer Ausdrücke, die ich beim Vorlesen stillschweigend durch annähernd neutrale Wörter ersetzt habe. [Hinweis: Der folgende Beitrag enthält Beispiele rassistischer Sprache.}

Pippi Langstrumpf, N****prinzessin

Wenn die Bewohner einer Südseeinsel in einem Kinderbuch aus den vierziger Jahren mit einem krassen rassistischen Ausdruck bezeichnet werden, muss man das dann hinnehmen oder darf man bei einer Neuauflage sprachlich eingreifen? Wäre es eine zeitgemäße Modernisierung, solche Wörter durch neutrale Begriffe zu ersetzen, oder wäre das übertriebene „Political Correctness“, Zensur, ein Eingriff in ein

Kavallerist Steinbrück

Unser Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat ja in den letzten Tagen die diplomatischen Beziehungen zu unserem Nachbarland Schweiz stark belastet. Im Schweizer Fernsehen gab er am 14. März auf die Frage nach einer „Schwarzen Liste“ von Steueroasen folgende, mehrfach denkwürdige Antwort (Video hier):

Auf der konnotativen Leiter

Vor den Feiertagen habe ich ja eigentlich über den „Krieg gegen Weihnachten“ und die Ignoranz derjenigen geschrieben, die ihn sich ausgedacht haben. Aber weil ich nebenbei Malcolm X als schwarzen Bürgerrechtler bezeichnet habe, dreht die Diskussion des Beitrags sich nun hauptsächlich um die Frage, ob man das darf (eine ähnliche, kurze Diskussion gab es schon