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[Veranstaltungstipp] Einladung zur STaPs

Ihr Lieben, heute ein Ver­anstal­tungstipp für alle unter euch, die über irgend­was mit Lin­guis­tik pro­movieren: Ende März (30./31.) find­et an der Uni Lux­em­burg
die erste STaPs
(Sprach­wis­senschaftliche Tagung für Pro­mo­tion­sstudierende)

statt. Ich freu mich schon total!

Die Grun­didee ist, sich in ein­er lock­eren Runde zu tre­f­fen, zu erzählen, woran man grade arbeit­et und welche Prob­leme man so damit hat und mit den anderen darüber zu disku­tieren. Es geht also nicht um die Präsen­ta­tion fer­tiger Ergeb­nisse oder kom­plex­er Details, son­dern darum, sich Anre­gun­gen zu holen. Die STaPs ist offen für alle Rich­tun­gen der Lin­guis­tik, wichtig ist das Inter­esse am Aus­tausch.

Zusät­zlich soll es noch kleine method­is­che Work­shops geben, z.B. zur Arbeit mit Praat oder bes­timmten Kor­po­ra etc. Das hängt natür­lich sehr von den Teil­nehmenden ab, also mal schauen, und natür­lich kriegen wir auch einen kleinen Ein­blick in die Forschung an der Uni Lux­em­burg.

Ein Tagungs­beitrag wird nicht erhoben, man muss also nur für Anreise, Über­nach­tung (z.B. in der Jugend­her­berge) und Verpfle­gung sor­gen.

Wer auf der STaPs was erzählen will, sollte bis zum 15.2. ein Abstract an das lokale Orgateam schick­en. Anmelden kann man sich noch bis zum 1. März. Ach ja, eine Face­book­gruppe haben wir auch.

Caution! This language is under construction!

Mein enorm guter Fre­und Mehmet Aydın (hier im Sch­plock auch schon als Memo aufge­treten) hat, unter Ein­fluss der kür­zlich stattge­fun­den haben­den StuTS, die ja immer ein Biotop für lin­guis­tik­be­zo­gene Spiel­ereien ist, eine großar­tige Serie von Hin­weiss­childern kreiert, die ich euch nicht voren­thal­ten will. So, with­out fur­ther ado:


Alle Bilder ste­hen unter der Cre­ative-Com­mons-Lizenz CC BY-NC-ND 3.0, man darf sie sich also z.B. aus­druck­en und an die Bürotür hän­gen, und existieren auf Anfrage auch noch in besser­er Auflö­sung. Eben­falls auf Anfrage (in den Kom­mentaren) gibt’s nähere Erläuterun­gen zu den einzel­nen Motiv­en.

Kurzer Diskussionshinweis

Kein richtiger Artikel, nur ein schneller Hin­weis: In den Kom­mentaren zu Wir gedenken an den Tod von Jesus hat sich eine Diskus­sion darüber entspon­nen, ob man sprach­liche Phänomene, und beson­ders Sprach­wan­del, langfristig als gut oder schlecht beurteilen kann und sollte. Ich finde es span­nend zu lesen, auch wenn ich das Gefühl habe, dass wir uns nicht so recht aneinan­der annäh­ern.

Übri­gens habe ich dieses gedenken an jet­zt hier so oft gele­sen, dass ich jedes Mal beim Aufrufen des Beitrags stutze und über­lege, was daran noch mal so selt­sam war. (A pro­pos stutzen: Die 49. StuTS nähert sich und wird zweifel­sohne großar­tig!)

Diverses von der 48. StuTS

Die StuTS in Pots­dam ist vor­bei, die in Leipzig ste­ht bevor … fun facts am Rande:

  • Adygeisch (eine Kauka­sussprache) hat dor­so­postalve­o­lare Frika­tive (bei denen man die Zun­gen­spitze unten hin­ter die Zähne leg­en muss), aber nur drei Vokale. (Ludger Paschen)
  • Prof. Wiese unter­sucht Kiezdeutsch und bekommt dazu “sehr viele Zuschriften aus der … soge­nan­nten Öffentlichkeit”. Wir durften zwei lesen – sehr krass, wie sich manche Leute bedro­ht fühlen, wenn man an ihrem Welt­bild kratzt – und zu welch­er Sprache sie dabei greifen. Was macht sie mit den Mails? “Für mich sind das auch erst mal Dat­en.” Spon­tan­er Applaus.
  • Im Lasis­chen (auch ein­er Kauka­sussprache) gibt’s wilde Mor­pholo­gie, aber am schön­sten ist, dass man aus ‘Ich bin glück­lich’ die wörtliche Form ‘Ich bin glück­lich um dich herum’ (d.h. ‘mit dir als Zen­trum’) bilden kann – sie aber mit­tler­weile ‘Ich küsse dich’ bedeutet. (Hagen Blix) Weit­er­lesen

Wenn ein Wort entzweit

Wann ist ein ‘Wort’ ein Wort und wann ist ein Wort zwei Wörter?

Diese Frage spal­tete auf der StuTS beim abendlichen Grillen die Gruppe. Wir spielte das StuTS-Tra­di­tion­sspiel, bei dem sich die Mit­spiel­er eine Per­son aus­denken und anonym auf einen Zettel schreiben. Diese Zettel kom­men in einen Topf. Zwei Grup­pen wer­den gebildet; dann soll im Wech­sel jew­eils ein Mit­glied einen Zettel ziehen und die Per­son auf dem gezo­ge­nen Zettel sein­er eige­nen Gruppe in max­i­mal drei Wörtern erk­lären. Beispiel: Ich hat­te Heinz Erhardt gezo­gen und beschrieb ihn mit ‘Schaus­piel­er’, ‘Nachkriegszeit’, ‘witzig’ (kam kein­er drauf). Wird die Per­son von der Gruppe errat­en, bekommt die Gruppe einen Punkt; wenn nicht, wan­dert der Zettel in den Topf zurück.

Für Runde Zwei kom­men die Zettel wieder in den Topf, das Spiel wieder­holt sich mit den gle­ichen zu erra­ten­den Per­so­n­en — in der zweit­en Runde dür­fen aber nur noch zwei Wörter zur Umschrei­bung ver­wen­det wer­den, da die Per­so­n­en ja bekan­nt sind und Wörter aus der ersten Runde wieder­holt wer­den dür­fen. In der drit­ten Runde das gle­iche Spiel, dieses Mal darf nur noch ein Wort benutzt wer­den. Alles klar? Wichtig für den weit­eren Ver­lauf ist lediglich, dass es um die Regel ging, ein Wort zur Umschrei­bung ein­er Per­son zu ver­wen­den, um den Punkt zu erhal­ten.

Die zu erra­tende Per­son war ‘Robin Hood’. Und der Begriff, um den es in der drit­ten Runde ging, war Sher­wood For­est. Weit­er­lesen

StuTS-Status & Top-100-Language-Blogs-Wahl

Es ist tat­säch­lich StuTS. Irgend­wie nach einem Jahr Vor­bere­itung sehr unre­al, dass es jet­zt wirk­lich so weit ist.

Ich habe heute eine Menge Vorträge gehört und sie waren alle wirk­lich gut:

  • Robert Fuchs über also im Indis­chen Englisch – es kann an Stellen ste­hen, die das Britis­che Englisch nicht erlaubt, wahrschein­lich durch den Ein­fluss eines ähn­lichen Wortes in ver­schiede­nen indis­chen Sprachen,
  • Michael Sap­pir über Porte­man­teau­mor­pheme im Karuk – sie sind sehr wider­spen­stig und wollen sich nicht so recht beschreiben lassen, sodass man zur Vere­in­fachung kom­plizierte Regeln annehmen muss ;),
  • Ludger Paschen über ein Audioko­r­pus zu Vari­etäten des Rus­sis­chen – eine total span­nende Sisyphosar­beit, 1000 Stun­den Tonauf­nah­men sollen extrem detail­liert annotiert wer­den,
  • Sophie ter Schure über Exper­i­mente zum Spracher­werb und zur Wor­tarten­klas­si­fika­tion – beson­ders schön kam hier raus, dass man nicht immer sofort das per­fek­te Exper­i­ment­de­sign find­et und wie man schließlich doch zu aus­sagekräfti­gen Dat­en gelan­gen kann – und
  • Tan­ja Ack­er­mann zu “geschlechtsspez­i­fis­chen” Deon­a­men – lustiger­weise ver­hal­ten sich die Deon­a­men sehr ähn­lich wie die Ruf­na­men z.B. bezüglich der Wortlänge, der Beto­nungsstruk­tur und des Aus­lauts. Strate­gien, die man benutzt, um Frauen- und Män­ner­na­men zu dif­feren­zieren, benutzt man auch, um für sie gedachte Pro­duk­te zu benen­nen.

Außer­dem gab es natür­lich den Gastvor­trag von Mar­i­on Grein zu Kom­pli­menten in ver­schiede­nen Sprachen – muss man gehört haben, kann man nicht beschreiben. Enormer Unter­hal­tungswert plus fach­lich hochin­ter­es­sant.

Schließlich gab es noch eine Stadt­führung, die eigentlich im Mainz­er Dialekt sein sollte – der Stadt­führer hat sich aber nicht so recht getraut. Gel­ernt habe ich trotz­dem was, z.B. dass der Schambes mal Jean Bap­tiste hieß.

Top 100 Language Blogs 2010

Und weil ich dafür keinen Extra­beitrag auf­machen will, noch schnell hier: Das Sch­plock wurde für eine Wahl nominiert, und zwar die Top 100 Lan­guage Blogs 2010, in der Kat­e­gorie Lan­guage Pro­fes­sion­als. Ich bin mir noch nicht so sich­er, wie ich mich dabei füh­le, denn ein­er­seits ist sind so tolle Seit­en wie John Wells phonetis­ches Blog nominiert, ander­er­seits aber auch der Zwiebelfisch.

Eine knapp kom­men­tierte Liste aller Kan­di­dat­en find­et ihr hier (und hier kann man bis 24. Mai abstim­men – für was auch immer man will, ich habe hier extra keinen dieser scham­losen Vote-for-this-Blog-But­tons hinge­set­zt).

Ich hab lei­der gar keine Zeit, mich durch die Kan­di­dat­en durchzuk­lick­en, aber wenn ihr irgendwelche Perlen in der Liste find­et, freue ich mich riesig auf Hin­weise in den Kom­mentaren. Genug Sprach(wissenschafts)bookmarks kann man nie haben 🙂

[Veranstaltungstipp] StuTS-Werbung die 2.

Das Sch­plock muss momen­tan etwas Hunger lei­den, denn erstens schreibe ich näch­ste Woche Don­ner­stag meine Mag­is­terk­lausur und zweit­ens pla­nen wir wie ver­rückt die 47. StuTS, die in der Woche darauf stat­tfind­et (12.–16. Mai). Dafür möchte ich hier auch noch ein­mal wer­ben. Die StuTS, oder lang “Stu­den­tis­che Tagung Sprach­wis­senschaft”, find­et jedes Semes­ter an ein­er anderen Uni statt und bietet Studieren­den einen Ein­blick in das, was andere Lin­guis­tik­in­ter­essierte so machen – und neben Vorträ­gen und Work­shops gibt es natür­lich auch jede Menge Freizeitspaß wie z.B. Stadt­führun­gen, eine Kneipen­tour, einen Gril­l­abend und eine Par­ty.

Wir haben dies­mal enorm viele Vorträge und Work­shops. So kann man auf der StuTS unter anderem ein bißchen in die Deutsche Gebär­den­sprache hinein­schnup­pern, ägyp­tis­che Hiero­glyphen ler­nen, erfahren, ob Tolkiens Kun­st­sprache Quenya typol­o­gisch dem europäis­chen “Durch­schnitt” entspricht, hören, wie man Feld­forschung in Rus­s­land macht und die Auf­nah­men in einem Audioko­r­pus erfasst, her­aus­find­en, ob Deos für Män­ner anders heißen als für Frauen und man kann drüber disku­tieren, ob die EU eine roman­isch basierte Kun­st­sprache als Ver­ständi­gungssprache braucht (ich würd ja sagen: nee).

Außer­dem wer­den Miniführun­gen durch das neu­rolin­guis­tis­che Labor und das DFG-Pro­jekt Deutsch­er Fam­i­li­en­na­me­nat­las ange­boten und die Mainz­er Lin­guis­tik stellt sich vor. Und nicht zu vergessen: Im Gastvor­trag spricht Dr. habil. Mar­i­on Grein über Kom­pli­mente in ver­schiede­nen Sprachen und Kul­turen, z.B. “Du bist aber dick gewor­den!”

Noch kann man sich für die StuTS anmelden, 15 Euro Teil­nah­mege­bühr für Mainz­erIn­nen, 20 für Auswär­tige (enthal­ten sind Unterkun­ft (auf Schlaf­sack & Iso­mat­te), Früh­stück, Kaf­fee, Bustick­et (nur noch bis Mon­tag), Stadt­führung und einige Freigetränke auf der Par­ty).

Ich würde mich riesig freuen, neben suz noch weit­ere Sch­plock-LeserIn­nen auf der StuTS zu sehen! Das wird ein Spaß!

[Veranstaltungstipp] 47. StuTS

Ich habe heute schon zum zweit­en Mal inner­halb weniger Tage von der Mainz­er StuTS geträumt. Albgeträumt, um genau zu sein. In Traum 1 war es Mittwoch, der 12. Mai, und es gab genau eine Anmel­dung. In Traum 2 hat­ten wir, immer­hin, 35 Anmel­dun­gen, aber keine Vorträge und keine richtige Unterkun­ft. Wir mussten eine portable Dusche auf einem Grün­streifen auf­stellen und alle 35 Teil­nehmer wur­den bei Armin zuhause (er wohnte in einem Hochhaus in Wies­baden) ein­quartiert. Die Leute aus dem Orgateam wer­den unsere momen­ta­nen logis­tis­chen Prob­leme schnell erken­nen …

So, was aber ist die StuTS? In ihrer Lang­form heißt sie “Stu­den­tis­che Tagung Sprach­wis­senschaft”, und das sagt schon das meiste: Studierende aus dem gesamten deutschsprachi­gen Raum (und manch­mal auch darüber hin­aus) tre­f­fen sich jedes Semes­ter für vier Tage an ein­er anderen Uni und tauschen sich über das aus, was sie so beschäftigt. Es ist eine Mis­chung aus Wis­senschaft und Klassen­fahrt, will sagen: großar­tig. Und im Som­merse­mes­ter 2010 find­et die StuTS in Mainz statt: vom 12. bis 16. Mai.

Wir sind seit let­ztem Som­mer wie wild am Organ­isieren – das Geld läp­pert sich so zusam­men, die Unterkun­ft sträubt sich noch ein wenig, das kul­turelle Pro­gramm sieht vielver­sprechend aus und einen span­nen­den Gastvor­trag haben wir auch schon. Und seit kurzem kann man sich tat­säch­lich anmelden: Hier. Wir freuen uns auf viele alte und neue Gesichter, und natür­lich muss man nicht unbe­d­ingt Lin­guis­tik studieren, auch mit Inter­esse an Sprach­wis­senschaft im Rah­men ander­er Fäch­er (z.B. Anglis­tik, Ger­man­is­tik, …) wird man auf der StuTS eine Menge Spaß haben.

Wer vorher mehr Infos will, schaut am besten auf unser­er Home­page vor­bei, oder auf der all­ge­meinen StuTS-Seite, oder befre­un­det sich mit der 47. StuTS bei Face­book (auch als Ver­anstal­tung) und im Stu­di­VZ (da gibt’s auch eine Gruppe).

So, ich hoffe ich kann jet­zt wieder ruhig schlafen.

StuTS in Bochum

Ich war diese Woche auf der 46. StuTS in Bochum und hat­te eine Menge Spaß mit ein­er Menge großar­tiger Men­schen. Es gab super­viele span­nende Vorträge – hier zwei Rand­no­ti­zen für Euch:

  • Regen­schirm heißt auf Lux­em­bur­gisch Präbbe­li. Das kommt vom gle­ichbe­deu­ten­den franzö­sis­chen para­pluie. (Fränz)
  • Das griechis­che Alpha (Α, α) kommt vom phönizis­chen Alef. Im Griechis­chen ste­ht es für den a-Laut, das war aber ursprünglich im Phönizis­chen nicht so – dort stand es für den Kon­so­nan­ten, den wir im Deutschen am Wor­tan­fang vor Vokalen aussprechen: den Glot­tisver­schlus­slaut [ʔ] (hier zu hören, immer vor dem a). Den hat­te das Alt­griechis­che wahrschein­lich nicht, der erste Laut, den die Griechen also hörten, war [a].  So wurde das Zeichen uminter­pretiert. (Julia & Ste­fan)

Und noch was zum Guck­en:

Weit­er­lesen

Wejnachten bei der Sprachfamilie

André, ein­er der treuen Leizpiger StuTS-Besuch­er, hat uns in Mün­ster mit einem wun­der­baren Sketch unter­hal­ten, den Ihr, wenn Ihr ihn schon nicht hören kön­nt, ein­fach lesen müsst:

André: Griechisch noch ein Stück Kuchen?
Lennart: Von dem Man­darin-Kuchen hier?
André: Nee, dänisch, lieber die Sakha-Torte.
Lennart: So… bitteschön. Reicht das, oder darf’s noch ewenkisch mehr sein?
André: Nee nee, das ist ginukh.
Johannes: Aber ich will auch noch was. Est­nisch alles auf!

-> und hier geht es dann weit­er!