Cereal Offenders

Es gibt Lehn­wörter, über die regt sich nur der Vere­in Deutsche Sprache auf, während der Rest der Welt sie entwed­er ganz selb­stver­ständlich ver­wen­det (wer würde ern­sthaft „Klap­prech­n­er“ statt Lap­top sagen) oder längst vergessen hat (wer würde über­haupt noch Lap­top sagen).

Und dann gibt es Lehn­wörter, die lösen selb­st bei tol­er­an­ten Men­schen Abscheu oder sog­ar Rage aus. Ein solch­es Wort ist Cere­alien. Ich bin bish­er nie­man­den, wirk­lich nie­man­dem begeg­net, der bere­it wäre, dieses Wort auch nur zu tolerieren (außer mir selb­st, aber kann man sich selb­st begeg­nen?).

Bas­t­ian Sick kann das Wort naturgemäß nicht ausste­hen:

… aber „Das macht Sinn“ ist alles andere als gutes Deutsch. Irgendw­er hat es irgend­wann zum ersten Mal verkehrt ins Deutsche über­set­zt, vielle­icht war es sog­ar der­selbe, dem wir die unaussprech­lichen „Früh­stück­sz­e­re­alien“ zu ver­danken haben… [Sick, Stop Mak­ing Sense (2003)]

Aber auch besonnene Zeitgenossen sehe ich immer wieder mal über das Wort wüten, zulet­zt Elmar Bre­it­bach der es auf Google Plus als „gekün­steltes Wer­be­fuzzis­prech“ verurteilt hat.

Der Vere­in Deutsche Sprache hat inter­es­san­ter­weise kein Prob­lem mit diesem Wort, er schlägt es (in der eingedeutscht­en Schreib­weise Zere­alien) in seinem Anglizis­menin­dex sog­ar als Alter­na­tive zum englis­chen cere­al vor.

Und mit Recht, denn es han­delt sich keineswegs um Wer­be­fuzzis­prech und wer auch immer es erfun­den hat, es war mit Sicher­heit nicht der Schöpfer der Redewen­dung „Sinn machen“.

Erste Verwendung von <em>Cerealien</em>

Erste Ver­wen­dung von Cere­alien

Nein, es ist ein altes, ehrwürdi­ges lateinis­ches Lehn­wort. Der erste Beleg, den ich gefun­den habe, stammt aus Johann Friedrich Zück­erts „Medi­zinis­chem Tis­chbuch“ von 1785, in dem er zur Behand­lung ein­er „lang­wierige Läh­mung … die nach Schlagflüseen in feucht­en und schleimigten Sub­jecten zurück­bleibt“ unter anderem fol­gen­den Ratschlag erteilt:

Man mei­det das erschlap­pende wässerigte und warme Getränke, die Sup­pen und Fleis­chbrühen, Eyer, das gekochte Fleisch, das Obst, die Milch und Milch­speisen, die Schleime aus den Cere­alien, die Hülsen­früchte, den Kohl, die wässerigten Kräuter und Salatpflanzen. Denn sie sind alle­sammt der Würkung grade ent­ge­gen, durch welche die Cur der Läh­mung geschehen muß. [Rück­ert, Medi­zinis­ches Tis­chbuch, 1785].

Dass das kein einzel­ner Aus­rutsch­er war, son­dern dass das Wort sich ganz all­ge­mein großer Beliebtheit erfreut hat, zeigt ein Blick in das Google-Books-Kor­pus (man beachte, neben­bei bemerkt, das Aufkom­men der eingedeutscht­en Schreib­weise um die Jahrhun­der­twende, der Zeit der ersten amtlichen Orthografien):

Verwendung der Schreibweisen <em>Zerealien</em> und <em>Cerealien</em>

Ver­wen­dung der Schreib­weisen Zere­alien und Cere­alien

Wenn man die bei­den Schreib­weisen zusam­men­rech­net, wird deut­lich, dass das Wort sich bis ins 20. Jahrhun­dert hinein ein­er gewis­sen Beliebtheit erfreut hat. Erst ab den 1920er Jahren fällt es stärk­er ab und fris­tet dann einige Jahrzehnte lang ein Schat­ten­da­sein, bevor es in den let­zten Jahren wieder einen leicht­en Anstieg verze­ich­nen kann.

Ob der mit der Ver­wen­dung des Wortes in der Wer­bung zusam­men­hängt, kann ich nicht beurteilen. Aber nehmen wir an, es wäre so: Müsste man den Wer­bern nicht dankbar sein, dass sie dieses schöne alte Wort für uns wieder­ent­deckt haben? Ärg­ern wir uns wirk­lich über das Wort, oder machen wir es zum Sün­den­bock für unseren Ärg­er über Milch­schnitte und Kel­logs Frosties?

 

[Dieser Beitrag erschien ursprünglich im alten Sprachlog auf den SciLogs. Die hier erschienene Ver­sion enthält möglicher­weise Kor­rek­turen und Aktu­al­isierun­gen. Auch die Kom­mentare wur­den möglicher­weise nicht voll­ständig über­nom­men.]

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Anatol Stefanowitsch

Über Anatol Stefanowitsch

Anatol Stefanowitsch ist Professor für die Struktur des heutigen Englisch an der Freien Universität Berlin. Er beschäftigt sich derzeit mit diskriminierender Sprache, Sprachpolitik und dem politischen Gebrauch und Missbrauch von Sprache. Sein aktuelles Buch „Eine Frage der Moral: Warum wir politisch korrekte Sprache brauchen“ ist 2018 im Dudenverlag erschienen.

44 Gedanken zu „Cereal Offenders

  1. Lars Fischer

    Was ich mich schon seit Jahren frage:
    Warum ist das Wort plöt­zlich wieder aufge­taucht? In mein­er Wahrnehmung haben tat­säch­lich Wer­ber damit ange­fan­gen, und ich per­sön­lich kann nicht nachvol­lziehen weshalb. Mir ist das von Anfang an aufge­fall­en, weil man tat­säch­lich über das Wort stolpert. Mir verur­sacht es Zahn­schmerzen.
    Ab einem bes­timmten Punkt haben sich Wer­ber irgend­wann darauf geeinigt, dieses unschöne Wort sys­tem­a­tisch zu ver­wen­den. Warum?

  2. Robert M Maier

    Hmmm… ob der Nieder­gang der assim­i­lierten *Z*erealien wohl mit dem gle­ichzeit­i­gen Auf­stieg der weit zweifel­hafteren “Früh­stücks­flock­en” zusam­men­hängt?

  3. Ferenc_I

    dankeschön!
    Wieder sehr lehrre­ich hier, nicht zulet­zt da ich bei den Zere­alien auch immer etwas zucke und intu­itiv die Nahrungsmit­telin­dus­trie und deren Kom­mu­nika­toren dafür in die Haf­tung nehmen wollte.
    Zumal der his­torisch-induk­tive Ansatz ja der gle­ich­falls intu­itiv­en Abwehrstrate­gie das Wass­er abgräbt, statt des ganzen Corn Flakes Zeugs doch wieder Müs­li und Schwarzbrot zum Früh­stück zu essen. Zere­alien sind ja min­destens schon so lange im Gebrauch wie das Schwarzbrot … 🙂

  4. Alberto Green

    Ja, aber
    die heuti­gen Cere­alien sind zum Teil vielle­icht auf dem Weg in den Super­markt an einem Feld vor­beige­fahren wor­den und dort den Cere­alien begeg­net, die man im 18. Jh. meinte.

  5. Christian

    Offen­bar ist das Wort..
    …“Cere­alien” auch in wis­senschaftlichen Pub­lika­tio­nen geläu­fig zu sein, zumin­d­est find­et man via Google Schol­ar zahlre­iche deutschsprachige Pub­lika­tio­nen, in denen der Begriff ver­wen­det wird, so z.B.:
    Heimann, W. and Dresen, P. (1973), Über den enzy­ma­tis­chen Hydroper­ox­id­ab­bau in Cere­alien Enzym­charak­ter­isierung und Reak­tion­spro­duk­te. Hel­veti­ca Chim­i­ca Acta, 56: 463–469.
    Oder auch:
    Wern­er Blaas, Man­fred Kellert, Sigrid Stein­mey­er, Rein­hard Tiebach und Rudolf Weber: Unter­suchung von Cere­alien auf Deoxyni­valenol und Nivalenol im unteren μg/kg-Bere­ich, in: ZEITSCHRIFT FÜR LEBENSMITTELUNTERSUCHUNG UND -FORSCHUNG A
    Vol­ume 179, Num­ber 2, 104–108.

  6. amfenster

    Dass C-/Ze­re­alien schon lange im Deutschen heimisch sind, war mir nicht neu, wobei ich das Wort am ehesten als ernährungswis­senschaftlichen Fach­be­griff ein­ge­ord­net hätte.
    Ich mag das Wort ja irgend­wie (A.S., Sie sind also nicht allein) und habe ein etwas albernes Vergnü­gen daran, irgendwelche Kel­log­gs-Flock­en so zu beze­ich­nen oder “Cere­alien” auf meinen Einkauf­szettel zu schreiben, wenn ich deren Erwerb plane. Dies geschieht allerd­ings mit ca. 68,5 % iro­nis­ch­er Brechung und ist mit Sicher­heit ein Reflex darauf, dass “die” “plöt­zlich” damit ange­fan­gen haben, ihr Zeug so zu nen­nen. Im Grunde immer noch ein Nach­hall mein­er Ver­wun­derung bei der ersten Begeg­nung mit dem Wort auf ein­er Kel­log­gs-Pack­ung, die im übri­gen gut und gerne 15 Jahre her ist.

  7. Tungl

    Cere­alien­hass
    Für mich klang das Wort tat­säch­lich immer nach Wer­be­fuzzis­prech — und das wohl auch nicht zu unrecht, denn wenn man sich die Grafik anschaut, wurde das Wort ab den späten 80er/frühen 90er Jahren (nach einem kurzen Auf­bäu­men der “Ceri­alien”) so gut wie gar nicht mehr benutzt. Als Ende der 80er geboren­er Men­sch kenne ich es also nur auch der Kinder-Coun­try-Wer­bung, wo es, wenn ich mich recht erin­nere, im Voice-Over auch noch von einem Kind gesagt wird, bei dem der Gebrauch des Wortes noch mal dop­pelt aufge­set­zt wirkt.
    Ich kenne auch keinen einzi­gen Men­schen, der sich ern­sthaft “Ceri­alien” auf den Einkauf­szettel schreibt. Daher würde ich schon sagen, dass das Wort — auch wenn es eine altehrwürdi­ge Geschichte hat — heute eher Bestandteil der Werbe- als der Umgangssprache ist.

  8. oh

    und dem­nächst..
    .. auch wieder im Pro­gramm, weil Krieg im deutschen so einen fiesen Beigeschmak hat:
    Urlog oder auch Orolg.
    Dann kann der Vertei­di­gungsmin­is­ter auch Orlog­min­is­ter heis­sen und unsere Nieder­ländis­chen Nach­barn wis­sen auch gle­ich was er für einen Job hat 🙂
    Mal ehrlich, nur weil ein Wort alt ist muss man es doch nu nicht wirk­lich wieder ein­führen oder? Und für mich ver­hält es sich bei den Cere­alien genau­so wie man beim Bund auch das chargieren nicht mehr ein­führen wird.

  9. Helmut Wicht

    Prost!
    Von der sprachkri­tis­chen Öffentlichkeit Weit­ge­hend unbe­merkt hat sich die Göt­tin des Acker­baus, Ceres, der die Cere­alien ihren Namen ver­danken, schon Jahrzehnte vor Kel­logs und Co. in den deutschen Sprachraum zurück­geschlichen — dank Aster­ix und Obelix weiss jed­er, was “Cervisia” ist.
    Ich plädiere von ganzem Herzen für eine Früh­stücks-Cervisia zu den Früh­stücks-Cere­alien.

  10. Kristin

    Aber: Bedeu­tungsentlehnung
    Das frühe Cere­alien im Deutschen scheint mir aber ganz all­ge­mein ‘Getrei­de’ geheißen zu haben (so z.B. die 5 Ver­wen­dun­gen, die ich im DWDS-Kernko­r­pus für das 20. Jh. bis 1967 finde).
    Der Bedeu­tungswan­del wird damit dann doch auf engl. cere­al zurück­ge­hen, wir haben es also mit ein­er seman­tis­chen Entlehnung zu tun, die zu ein­er Bedeu­tungser­weiterung oder gar -ver­schiebung führte. (Das OED gibt als erste Früh­stücksver­wen­dung von cere­al die USA und das Jahr 1899 an.)
    Wäre schick, wenn man zeigen kön­nte, wann die neue Bedeu­tung hinzukam, aber ich fürchte, das Books-Kor­pus ist dafür ungeeignet (weil Ernährungs­fach­büch­er mit der Getrei­debe­deu­tung über­repräsen­tiert sein wer­den, mit der Müs­libedeu­tung würde ich in Büch­ern hinge­gen kaum rech­nen).

  11. Elmar Breitbach

    Ähm… danke
    für die Sol­i­dar­itäts­bekun­dun­gen. Ich kann es nicht anders beschreiben als “kör­per­lich­es Mis­sempfind­en”, welch­es von diesen Begrif­f­en aus­gelöst wird. Ist man kein Sprach­forsch­er son­dern eher “poweruser” der deutschen Sprache, lässt man sich halt von solchen Bauch­schmerzen leit­en, auch in der Bew­er­tung einzel­ner Wörter.
    Die Wörter “Des­ti­na­tio­nen” und “Ceri­alien” sind ja auch nicht grund­sät­zlich zu ver­dammen. Mich stört jedoch ins­beson­dere der wichtigtuerische Kon­text, in dem sie ver­wen­det wer­den.

  12. Jan Schreiber

    Plu­rale­tan­tum?
    Ist ‘Cere­alien’ eigentlich ein Plu­rale­tan­tum? Ich kann mich nicht erin­nern, jemals auf den Sin­gu­lar gestoßen zu sein.
    Im Übri­gen kenne ich auch nie­man­den, der das Wort in der alltäglichen Kom­mu­nika­tion ohne gesproch­ene Anführungsze­ichen, den Vor­satz ‘soge­nan­nte’ oder der­gle­ichen ver­wen­det.
    Es wäre vielle­icht mal einen eige­nen Artikel wert, ob die Urhe­ber von “Wer­be­fuzzis­prech” eigentlich wis­sen, dass sich so vie­len ihrer Adres­sat­en bei ihren Wortschöp­fun­gen die Nack­en­haare aufricht­en. Soll so etwas provozieren, damit es sich ein­prägt?

  13. NaturalBornKieler

    Glasko­r­ro­sion, Lochfraß …
    Gibt es für andere dümm­liche Wer­be­bläh­worte wie Glasko­r­ro­sion und Lochfraß ähn­liche altertüm­liche Nach­weise?

  14. Dierk

    Mein­er Erfahrung nach — einige Jahre Werbe­mach­er — stam­men solche eher tech­nisch anmu­ten­den Begriffe tat­säch­lich von Kun­den­seite. Wenn es den CDs und Tex­tern gefällt, weil z.B. emo­tion­al auflad­bar, dann wird das gerne über­nom­men [oder wenn der Kunde darauf beste­ht].
    Es sollte jedem klar sein, dass ‘Kel­log­gs’, egal in welch­er Verbindung, für fast alle Anbi­eter auss­chei­det, auch wenn der Begriff inzwis­chen eben­so gener­isch ver­wen­det wird wie Tem­po, Kleenex oder Vel­cro. Die Vorschläge ‘Getrei­de­flock­en’ und Früh­stücks­flock­en’ sind sper­rig und nicht weniger tech­nisch, sie referieren weniger auf die Hand­lung des Ver­brauch­ers als auf die Her­stel­lung der Ware. Das tut ‘Cere­alien’ zwar auch, aber das Wort ist kryp­tisch genug, es neu aufzu­laden; die gebilde­teren Ver­brauch­er kom­men natür­lich auch schnell auf die Göt­tin — immer eine verkaufs­fördernde Verbindung.
    Ob der Ver­brauch­er die gewün­schte emo­tionale Bindung mit­macht ist nie sich­er; das all­ge­meine Unbe­ha­gen bei ‘Cere­alien’ zeigt, dass es nicht immer klappt. Ich ver­mute ja, dass es vor allem der scharfe Zis­chlaut mit den­talem Plo­siv sowie die ungewöhn­liche Häu­fung von Vokalen, das dicht liegende ‘r’ und ‘l’ machen uns das Wort doch sehr fremd, schwierig und wenig attrak­tiv.

  15. Gunther Schmidt

    v
    Danke für diese Details, die mir neu waren. Die his­torischen Belege machen mir dieses Wort ein wenig erträglich­er, doch angenehm wäre es mir wohl nur in einem anderen als dem üblichen und – wie Elmar Bre­it­bach schon sagte – wichtigtuerischem Rah­men, in dem es lediglich der (schein­baren) Aufw­er­tung dient.
    Ich werde mich mit dem Ein­trag “Zehre­alien” auf mein­er Einkauf­s­liste von der großen “C…”-Regalbeschriftung im Super­markt ablenken.

  16. Statistiker

    Also ich
    hab über­haupt kein Prob­lem mit dem Begriff “Cere­alien” (und ich schreibe es bewusst mit einem “C” am Anfang, weil ich es ein­fach hüb­sch­er finde, und CCH für das Con­greß­Cen­trumHam­burg ist mir auch lieber als die nach Sick richtige Schreib­weise KZH, das kön­nte his­torisch missver­standen wer­den und bedeutet außer­dem bei der Bun­deswehr “krank zu Hause”).
    Der Begriff “Cere­alien” macht für mich dur­chaus Sinn (hups, schon wieder wider­sickt). Früher gab es nur Corn Flakes, und man nan­nte es eben ein­fach Corn Flakes. Dann kamen alle möglichen anderen Scheußlichkeit­en dieser Machart auf den Markt (ich mag das Zeug durch die Bank nicht), also ist es doch nur sin­nvoll, dieser Kat­e­gorie von Lebens­mit­teln einen Ober­be­griff zu ver­passen.
    Und dann hat irgend­je­mand, meinetwe­gen auch ein “Wer­be­fuzzi”, über­legt, welch­er Ober­be­griff passend wäre. Tja, diese Pro­duk­te basieren ja zumin­d­est irgend­wie auf Getrei­de, also ist die Reak­tivierung des Begriffs “Cere­alien” dur­chaus sin­nvoll.
    Übri­gens hab ich auch mit der “Des­ti­na­tion” null Prob­le­mo. Dieser Begriff beze­ich­net ja eher für ein Reiseziel oder Reisege­bi­et, so wirbt eine Touris­mus­re­gion bei mir um die Ecke mit der Über­schrift “Des­ti­na­tion Fehmarn­belt”. Und “Des­ti­na­tion München” ist doch viel schön­er als “Franz-Josef-Strauß-Flughafen im Erdinger Moos ganz weit draußen vor dem eigentlichen Ziel, der Stadt München”.
    Doch, das macht schon Sinn.….

  17. Herr Rau

    Klap­prech­n­er ist ein wun­der­bares Wort, das ich sehr gerne ver­wende. Cere­alien ist ein hässlich­es Wort, das ich nicht ver­wende — daran ändert auch die Antiq­ui­tät des Wortes nichts. Deren Fehlen ist nie ein legit­imer Grund, ein Wort zu ver­dammen; ihr Vorhan­den­sein entschuldigt aber eben­sowenig die Ver­wen­dung.

  18. Frank

    Wun­der­bare Wörter
    @Herr Rau
    Mal sehen:
    Google [lap­top site:herr-rau.de]
    Unge­fähr 133 Ergeb­nisse (0,15 Sekun­den)
    Google [note­book site:herr-rau.de]
    Unge­fähr 22 Ergeb­nisse (0,22 Sekun­den)
    Google [klap­prech­n­er site:herr-rau.de]
    Es wur­den keine mit Ihrer Suchan­frage — klap­prech­n­er site:herr-rau.de — übere­in­stim­menden Doku­mente gefun­den.
    Ein wun­der­bares Wort, das Sie gerne ver­wen­den? Aber mehr so im Geheimen, oder?

  19. Joachim

    Ich sage tat­säch­lich nach wie vor Lap­top, ein­fach um das elek­tro­n­is­che Gerät von dem Note­book, das ich mit Kugelschreibern bear­beite, sprach­lich zu unter­schei­den. Spreche halt viel englisch.
    Dass Cere­alien so fremd erscheint, bringe ich damit in Verbindung, dass es ein­fach nicht wirk­lich an den Küchen­tisch passt. Welche Fam­i­lie hat denn so viel Auswahl zuhause, dass die Frage fall­en muss: “Welche Cere­alien möcht­est du?”. Die natür­liche Küchen­frage ist doch: “Nimmst du Corn Flakes oder Frosties?”
    Den Ober­be­griff braucht es im Super­markt und in der Wer­bung. An den meis­ten Früh­stück­stis­chen dürfte er unnötig sein.

  20. Herr Rau

    @Frank: Die Häu­figkeit im schriftlichen und mündlichen Sprachge­brauch dürfte bei vie­len Wörtern ver­schieden sein… mehr noch der, ob man mit frem­den oder bekan­nten Leuten spricht.
    Trotz­dem natür­lich: erwis­cht.

  21. Statistiker

    Nach­trag
    Vielle­icht sollte man sich neben den Cere­alien auch mal den Veg­etabilien wid­men *duck­undwe­grenn*
    @ Joachim: “Welche Fam­i­lie hat denn so viel Auswahl zuhause, dass die Frage fall­en muss: “Welche Cere­alien möcht­est du?”
    Da kön­nte ich (lei­der) einige Namen nen­nen, wo das nötig wäre…

  22. doncish

    Für mich
    ist das ja alles immer noch Müs­li. Falls das aus der Mode gekom­men ist, werde ich nun umso ver­bis­sener daran fes­thal­ten. Corn Flakes oder Frosties kom­men bei uns jeden­falls nicht auf den Tisch.

  23. Joachim

    Meines Wis­sens beste­ht Müs­li zum Großteil aus Hafer­flock­en, also auch aus Cere­alien.

  24. Ludwig Trepl

    @Statistiker Also ich
    “Der Begriff “Cere­alien” macht für mich dur­chaus Sinn (hups, schon wieder wider­sickt).”
    Ein Wort wird nicht bere­its dadurch zum Bestandteil der deutschen Sprache, daß B. Sick etwas dage­gen hat.

  25. Ludwig Trepl

    @ Frank Wun­der­bare Wörter
    Mein damals vier­jähriger Enkel hat mich vor eini­gen Jahren zu überre­den ver­sucht, mir einen “Klapp­kom­pju­ta” zu kaufen. Das schien ihm die richtige Beze­ich­nung für dieses Ding, das er gese­hen hat­te, von dem er aber nicht wußte, wie es heißt.
    Ich habe noch nie­mand getrof­fen, der das nicht schön­er fand als “Lap­top” — “Klap­prech­n­er” ist auch schön­er -, und doch sagt jed­er, ich auch, “Lap­top”. Wie kommt das?

  26. D. Müller

    Dass sich das Wort im Deutschen — anders als im Englis­chen — nicht so recht durchge­set­zt hat, dürfte zwei Ursachen haben:
    — die schwierigere Aussprache (selb­st mir als deutschem Erst­sprach­ler geht das englis­che “cere­als” leichter über die Lip­pen, auch in einem deutschen Satz).
    — Die amerikanis­che Früh­stück­skul­tur ken­nt die entsprechen­den Pro­duk­te länger und in größer­er Vielfalt — dort ist es ein­fach wichtiger als bei uns.

  27. Jan Schreiber

    @ Lud­wig Tre­pl @ Frank Wun­der­bare Wörter
    Nun, die meis­ten Men­schen sind eben keine Lyrik­er und wollen nicht in erster Lin­ie schön sprechen und schreiben, son­dern reden eben so, wie sie glauben, dass die anderen auch reden. ‘Lap­top’ ver­ste­ht jed­er, und ich kann nicht find­en, dass das Wort z.B. wegen sein­er Länge oder schwieri­gen Aussprache nach Ablö­sung schre­it.
    Ich habe mal irgend­wo gele­sen, dass viele die Wörter ‘Wurst’ und ‘Brust­warze’ als hässlich empfind­en. Für mich gilt das jeden­falls, und trotz­dem würde ich sie nicht durch irgendwelche weniger gebräuch­lichen erset­zen wollen, wenn ich nicht zufäl­lig ger­ade ein Sonett schreibe.
    Übri­gens mag ich per­sön­lich das Wort ‘Klap­prech­n­er’ nicht beson­ders. Ich assozi­iere dabei einen klap­pri­gen Not­be­helf, ver­mut­lich wegen ‘Klappspat­en’ und ähn­lichen Bil­dun­gen.

  28. impala

    Dierk,

    Es sollte jedem klar sein, dass ‘Kel­log­gs’, egal in welch­er Verbindung, für fast alle Anbi­eter auss­chei­det, auch wenn der Begriff inzwis­chen eben­so gener­isch ver­wen­det wird wie Tem­po, Kleenex oder Vel­cro.

    Dass Kel­log­gs so gener­isch ver­wen­det wird wie Tem­po, wage ich zu bezweifeln. Wer sagt denn Wir brauchen neue Kel­log­gs? Im Übri­gen habe ich Vel­cro noch nie im Deutschen gehört. Dazu sagt man m.E. fast aus­nahm­s­los Klettver­schluss.

  29. Statistiker

    Macht Sinn
    @ Lud­wig Tre­pl: Der Ver­weis auf B. Sick bezog sich auf den Aus­druck “Sinn machen”, nicht auf die Cere­alien.

  30. foobar

    Sehr inter­es­san­ter Text, aber die Abbil­dung ist nichtssagend, solange die y-Achse unbeschriftet ist.
    [Wenn Sie dem Link fol­gen, kom­men Sie zur Orig­i­nal­grafik des Google Ngram View­ers, wo Sie beschriftete Achsen und auf Wun­sch auch aus­führliche Erk­lärun­gen der Meth­ode find­en. Außer­dem kön­nen Sie dort eigene Wörter eingeben, um zu sehen, wie die sich in ihrer Häu­figkeit entwick­elt haben. Sehr zu empfehlen! (beacht­en Sie in Zukun­ft bitte auch, dass Kom­mentare ohne gültige E-Mail-Adresse hier nor­maler­weise gelöscht wer­den). — A.S.]

  31. Ludwig Trepl

    @ Sta­tis­tik­er Macht Sinn
    “Der Ver­weis auf B. Sick bezog sich auf den Aus­druck “Sinn machen”, nicht auf die Cere­alien.”
    Das meinte ich ja auch. Cere­alien ist zweifel­los ein deutsches Wort, näm­lich in sein­er alten Ver­wen­dung — die einzige, die mir bis gestern bekan­nt war. Daß es auch im Jar­gon der “Wer­be­fuzzis” vorkommt, wußte ich gar nicht, liegt wohl an meinen Eßge­wohn­heit­en.

  32. Klausi

    Die Fuzzies sind über­all
    Auch Jour­nal­is­ten tra­gen haupt­beru­flich dazu bei, dass der Fuzzis­prech zunimmt. Sie sind, hin­ter den soge­nan­nten Kreativ­en der Wer­bung, die Num­mer zwei in der Ran­gliste der Schöpfer von Wörtern, die nie­mand braucht. Ich käme deshalb nie in die Ver­suchung, den Wer­be­hei­nis und diesen Schreiber­lin­gen die Absicht zu unter­stellen, schöne alte Wörter zu rea­n­imieren. Meine Dankbarkeit hält sich deshalb in Gren­zen.
    Während in der Wer­bung seit Jahren haupt­säch­lich der Denglis­ch­fuzzis­prech regiert, ver­hält es sich bei den Presseakro­bat­en (mit Aus­nahme der Sportre­porter) etwas anders. Da sie sich mit Anglizis­men nicht mehr her­vor­tun kön­nen, weil die all­ge­gen­wär­tige Wer­bung das Feld beset­zt hält, kra­men sie in der Mot­tenkiste der Sprache. Was sie dabei aus­graben sind Wörter wie etwa reüssieren und klan­des­tin.
    Mein­er Erin­nerung nach, war es einst ein “Spiegel”-Redakteure, der alle Welt reüssieren ließ. Andere macht­en es ihm nach — und so hat­te er mit der Aus­grabung eines Wortes aus dem 17. Jahrhun­dert den erhofften Erfolg nach Aufmerk­samkeit und Beach­tung. Ver­mut­lich ist er darauf noch heute stolz. Ich musste den Begriff damals nach­schla­gen, deshalb erin­nere ich mich an den Vor­fal­ll so genau, und fand im Duden diesen Ein­trag: “Ver­al­tet für Erfolg haben.”
    Klan­des­tin hat einen ähn­lichen Weg genom­men, hat­te allerd­ings, so meine ich, ein nicht so langes Halt­barkeits­da­tum wie reüssieren
    Sich über ein Wort zu ärg­ern, wäre albern, die ver­di­ente Ohrfeige gehört den Schöpfern.

  33. Achim

    irgend­wie notwendig
    Das Wort — ich finde es auch sper­rig — wird halt irgend­wie benötigt. Die Leute, die mit der Her­stel­lung und dem Ver­trieb von Cere­alien befasst, sagen wohl lieber “Cere­alien” (oder auch “Früh­stücksce­re­alien”) also die entsprechende Pro­duk­t­gruppe mit “Müs­li, Corn Flakes und son Zeugs” zu über­schreiben.
    Ich brauche das Wort zum Glück nicht, wenn es zum Früh­stück kein Marme­lade­brot gibt, gibt es Müs­li oder Por­ridge. Auf dem Einkauf­szettel ste­ht dann “Müs­li” oder “Hafer­flock­en” 🙂
    Britis­che Hotels preisen ihr Früh­stück­sange­bot zum Beispiel mit “a wide vari­ety of break­fast cere­als” an. Machen deutsche Hotels eher weniger, oder?
    Herr Sick sollte sich mal dem Müs­li zuwen­den, falls noch nicht geschehen. Zum einen haben wir das Wort ja ver­fälscht bei der Über­nahme aus der hel­vetis­chen Vari­ante unser­er Sprache, zum anderen gibt es das mit so schreck­lichen Beina­men wie “Crunchy”.

  34. gnaddrig

    @ Lud­wig Tre­pl: “Klapp­kom­pju­ta”
    Schön­heit ist erstens sub­jek­tiv – nicht jed­er dürfte Ihr Empfind­en hin­sichtlich der Schön­heit bes­timmter Wörter teilen. Wörter sind nicht schön oder sonst­was, son­dern wer­den von konkreten Per­so­n­en zu konkreten Zeit­punk­ten als schön emp­fun­den. Zweit­ens ist Schön­heit in den aller­meis­ten Sit­u­a­tio­nen nicht das einzige Kri­teri­um, das die Ver­wen­dung von Wörtern bee­in­flusst. Es gibt da Sperrigkeit/Griffigkeit, Coolness/Rückständigkeit, Ver­ständlichkeit, Gängigkeit und wahrschein­lich noch andere. Als schön emp­fun­dene Wörter kön­nen sper­rig, alt­modisch und zumin­d­est jün­geren Leuten kaum ver­ständlich sein.
    Und wenn z.B. Lap­top der zur Zeit gängige Aus­druck ist, benutzt man den eben, zumin­d­est bei offiziellen Anlässen (etwa wenn man so ein Gerät erwer­ben möchte oder bei der Kom­mu­nika­tion mit der IT-Abteilung), auch wenn man Klap­prech­n­er, Rechen­brett oder sonst­was schön­er find­et. Schön­heit kann man allen­falls dann zum Haup­tkri­teri­um machen, wenn man für sich selb­st oder einen Kreis Gle­ich­gesin­nter schreibt, oder – wie oben erwäh­nt – Lyrisches, wo es mehr um Klang und Assozi­a­tio­nen geht als um konkrete Infor­ma­tion.

  35. C. Wegmann

    Inter­es­san­ter Artikel
    Beim Lesen dieses Artikels wurde mir zum ersten Mal klar, dass mit Cere­alien das Gericht selb­st gemeint ist. Ich habe es bish­er immer so ver­standen, dass Cere­alien die “Inhalt­stoffe” von ver­schiede­nen Müs­li- und Flakes-Sorten sind; qua­si à la “da sind Kohlen­hy­drate, Vit­a­mine und Cere­alien drin”.
    In der Tat habe ich bish­er noch nie­man­den (bewusst) sagen hören, er esse Cere­alien zum Früh­stück; als Ober­be­griff kenne ich nur Müs­li (für die (sub­jek­tiv) gesün­deren Vari­anten) und [Corn-]Flakes (für alles unge­sunde, was Kellogg’s so im Sor­ti­ment hat; auch für nachah­mende No-Name-Pro­duk­te).

  36. Eva-M.

    Ob Ce- oder Zere­alien
    Als ob’s gestern wäre — ein Ce- oder Zer­alien-Gespräch über Büch­er hin­weg:
    Die früh­esten Beispiele – ob Cere­alien oder Zere­alien — im 20. Jh. (Schon in den 20zigern ver­liert sich die Wort­spur sehr schnell. Erstaunlich. Ver­wen­dete man/frau diesen Kollek­tivbe­griff nicht mehr…, weil das Früh­stück stärk­er “ver­brotet” wurde, mit allen For­men: Brötchen, Weck­en, Schrip­pen usw. — Entsprechend den Spezial­isierun­gen in den sich entwick­el­nden Bäck­ereien.
    Georg Her­mann:
    „Aber es war nie­mand zu sehen, nie­mand zu find­en, keine Seele; trotz­dem irgend­wo hin­ten in einem Winkel bei einem Schup­pen Wäsche hing. Nur die Blu­men standen in kleinen Rei­hen dicht und schweigsam um das Häuschen, Narzis­sen und Stiefmüt­terchen, Maiglöckchen und bunte Zere­alien . Und sie leuchteten schon grell und unirdisch in der begin­nen­den Däm­merung, die hier unter den Bäu­men eben ihre ersten Schat­ten bre­it­ete.“
    (Her­mann, Georg [d.i. Georg Her­mann Bor­chardt], Jettchen Gebert, Berlin: Fleis­chel 1906, S. 231)
    M.A. Dressler:
    „Einen großen Fehler bege­hen Frauen, wenn sie glauben, durch Genuß mehlhaltiger Speisen, Mehltrank etc. die Milch­ab­son­derung anzure­gen, alle Cere­alien (Körn­er­früchte) haben zu wenig Kalk und Natron, schließlich wird es auch der Milch an diesen Stof­fen fehlen und das Kind schlecht ernährt und krank wer­den. Viel bess­er ist es für die Mut­ter, sich mehr an Obst und grüne Gemüse, Milchgemüse und Kom­pott zu hal­ten und beson­ders Fleis­chbrühen, Bohnenkaf­fee, Tee und alko­holis­che Getränke zu mei­den.“
    (Dressler, M. A., Was jede Frau wis­sen sollte!, Dres­den: Selb­stver­lag 1903, S. 14 )
    Gefun­den über den Kernko­r­pus bei
    http://www.dwds.de

  37. Ludwig Trepl

    @gnaddrig @ Lud­wig Tre­pl: “Klapp­kom­pju­ta
    “Schön­heit ist erstens sub­jek­tiv ” — schon, aber doch zu ein­fach. Zumin­d­est müßte man berück­sichti­gen, was in der philosophis­chen Tra­di­tion als “Sin­nengeschmack” vs. “Reflex­ion­s­geschmack” unter­schieden wor­den ist. Das rückt manch­es in ein ganz anderes Licht.
    Anson­sten beschreiben Sie m.E. schon richtig, was die Gründe dafür sein kön­nen, warum man auf die Schön­heit unter manchen Bedin­gun­gen wenig Rück­sicht nimmt. Inter­es­sant fände ich aber vor allem, warum, trotz heftig­ster Abnei­gung z. B. dage­gen, sich die Sprache davon bes­tim­men zu lassen, ob sie weltläu­fig oder “cool” wirkt, man das doch tut (wie son­st würde sich dann der Erfolg englis­ch­er Wörter erk­lären?).

  38. Andder

    Dass es sich bei Cere­alien um einen Latinizis­mus und keinen Anglizis­mus han­delt, war mir gefühlsmäßig schon immer klar.
    Meine per­sön­liche Ablehnung dem Wort gegenüber rührt aus der gle­ichzeit­i­gen Ver­wen­dung mit “das beste aus der Milch” (was offen­sichtlich Milch­pul­ver ist).
    Wenn Cere­alien als Kat­e­goriebeze­ich­nung für Früh­stücksce­re­alien ver­wen­det wird, gehts ja noch. Früh­stücks­ge­trei­de klingt halt wirk­lich nicht so schön.
    Aber wenn das Müs­li Cere­alien enthält, dann iss­es halt Wer­be­fuzzis­prech, weil ein­fach Getrei­de gemeint ist. Das Wort ist nicht bäh, aber die Vorstel­lun­gen, die man damit verknüpfen will: Vit­a­mine, Gesund­heit, wichtige Min­er­alien. Vii­i­iel gesün­der als ein­fach­es Getrei­de!

  39. Enno

    Zere­alien
    Ich war bei dem Wort schon immer schmerzbe­fre­it, weil ich es (nicht über die lateinis­che Wurzel nach­denk­end) für einen guten Anglizis­mus hielt: Immer­hin ist er ein Ober­be­griff für aller­lei Mampf, der der deutschen Sprache son­st fehlen würde. Corn Flakes sind halt kein Müs­li usw.

  40. Pardel Lux

    seri­als
    In einem berlin­er Café haben sie einen Abschnitt der Früh­stück­skarte mit dem Wort “Seri­als” über­schrieben. Fand ich sehr iro­nisch, es war näm­lich ein englis­ches Café.

  41. Antikraut

    Ärg­ern wir uns wirk­lich über das Wort, oder machen wir es zum Sün­den­bock für unseren Ärg­er über Milch­schnitte und Kel­logs Frosties?”
    Ich gehe mal davon aus, dass das keine rhetorische Frage sein soll 😉
    Also, ja, ich ärg­ere mich über dieses Wort. Es liest sich für mich wichtigtuerisch. Als hät­ten die Wer­be­fuzzis aus einem Fremd­wörter­lexikon ein unwahrschein­lich toll klin­gen­des Wort für “Getrei­de” her­aus­ge­sucht.
    Dass es ein Anglizis­mus ist, habe ich übri­gens durch diesen Artikel erst gel­ernt. Da hat mir mein franko­phon­er Migra­tionsh­in­ter­grund wohl eine direk­te Über­nahme aus dem Franzö­sis­chen oder Lateinis­chen sug­geriert.
    Ich selb­st sage übri­gens “Corn­flakes” 😉 oder halt “Müs­li”, so oft brauche ich dafür auch keinen Ober­be­griff.

  42. ama

    Die volle Härte des Schleims
    Tse­re­alien mit “z”… wie kann man nur!?
    Was bei der Sta­tis­tik (die zwei Grafen Graphen) unterge­ht (durch Nicht­beach­tung) ist:
    WO das Wort auf­taucht
    WER die Ziel­gruppe ist
    WAS die Alter­na­tivwörter sind (bzw. die sprach­lichen Umschrei­bun­gen)
    The Cere­al Killer ist doch nur so heliobac­ter­py­lorisch, weil es KEIN Fach­be­griff aus der Lebens­mit­tel­chemik­er­szene ist, son­dern Werbe­mist, der 1 zu 1 aus den USA über­set­zt wurde, wo “cere­al” auch ein umgangssprach­lich bekan­nter­er Aus­druck ist, denn “corn” ist Mais, was im Nachkriegs­deutsch­land lange Gesichter verur­sachte…

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