Blogspektrogramm 15/2014

Heute: viel „Food for thought“, Vokale & Klang und die Aufarbeitung des Kriegs über ein Satzzeichen. Viele Emotionen für einen Sonntag:

  • Dan Jurafsky aus Stanford hat mit ein paar Kollegen Restaurantbewertungen untersucht. Plausible, aber interessante Befunde: schlechte Restaurants enthalten Referenzen auf schlechte Erfahrungen, Drogen, Traumata. (Englisch)
  • Der INFORMATIONSDIENST WISSENSCHAFT berichtet über eine Studie des Erfurter Psychologen Ralf Rummer und der Kölner Phonetikerin Martine Grice, in der der Zusammenhang von Vokalen und Emotion untersucht wurden: der „helle“ Vokal i: wird mit positiven Erfahrungen assoziiert.
  • Jenny Cheshire hat zu den Frühstadien des neu entstehenden englischen Pronomen man geforscht und geschrieben. (Englisch)
  • Süße TEDed-Lesson zum „Oxford comma“. (Englisch)

Blogspektrogramm 14/2014

Sooo, sogar etwas früher als neun Uhr erscheint unser heutiges Spektrogramm. Die Zeitverschiebung liegt nicht an der westaustralischen Außenstelle, aber es gab Wichtiges zu tun: Die Spektrogrammredaktion hat sich in Mainz getroffen, um da Linguistik zu betreiben. Unsere heutige Linksammlung kann dafür jetzt als Abendunterhaltung genossen werden. Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ — warum heißen die […]


Aprilscherz 2014 aufgelöst

Achtung: Wer bei unserem Aprilscherz-Rätsel von Gestern noch mitraten will, sollte sich schnell dorthin begeben und erst dann hier weiterlesen. Absoluter Favorit war die Geschichte mit den infektiösen Verschlusslauten, gefolgt von der Lautverschiebung durch Höhenluft. Den dritten Platz teilten sich die vokalharmonisch friedfertigen Finn/innen mit der durch Reibelaute ausgelösten Aggression. Damit ist es mir anders […]


April, April (2014)

Wie in jedem Jahr präsentieren wir heute einen sprachlichen Aprilscherz, und wie in jedem Jahr haben wir ihn zwischen drei Behauptungen versteckt, die in der älteren oder neueren Geschichte der Sprachwissenschaft tatsächlich vertreten wurden. Um es schwerer zu machen, haben wir in diesem Jahr allerdings ausschließlich solche Behauptungen zusammengestellt, die sich als falsch herausgestellt haben. […]


Blogspektrogramm 13/2014

Zum Herbstbeg-, äh, Frühlingsanfang kurz und knackig, reduziert auf das sprachlich Interessante und Hochkarätige der Woche. Die temporäre Außenstelle in Westaustralien vermeldet deshalb: Der CICERO spricht mit dem Dresdner Linguisten Joachim Scharloth über den Kampfbegriff „Political Correctness“: „Mit ihm versucht man, Bemühungen, um eine nicht ausgrenzende Sprache als „Denkverbote“ zu verunglimpfen.“ Dierk Haasis findet Deppenapostroph doof und […]


Blogspektrogramm 12/2014

Yet another Spektrogrammsonntag: Willkommen zur wöchentlichen Linksammlung, diesmal zum Beispiel mit der Wissenschaftssprache Deutsch, dem Verhalten von Online-KommentatorInnen und Sprachen, die wir miteinander verwechseln. Wolfgang Klein (er kam im Sprachlog schon vor) hat sich für DIE WELT Gedanken zur abnehmenden Bedeutung von Deutsch als Wissenschaftssprache gemacht: »Dazu kann man verschiedene Haltungen einnehmen. Für jene, die […]


Männer sind Norm, Frauen sind Ideologie

Geschlechtergerechte Sprache ist nicht nur ein gesellschaftlich kontroverses Thema – kein Wunder in einer Gesellschaft, in der der Mann immer noch als Norm gilt –, sondern vor allem auch eines, über das sich viele Menschen schlicht noch nie Gedanken gemacht haben – ebenfalls kein Wunder in einer Gesellschaft, in der der Mann immer noch als […]


Der Mann als Norm

Vor einigen Wochen haben wir hier über den Versuch zweier Wikipedia-Autoren berichtet, das sogenannte „generische“ Maskulinum (also die patriarchale Praxis, männliche Personenbezeichnungen „geschlechtsneutral“ zu verwenden) als allgemeinen Standard festzulegen (in der Abstimmung scheiterte dieser Versuch spektakulär, was entweder darauf hinweist, dass die Wikipedianer/innen insgesamt mehr Bewusstsein für diskriminierende Sprachstrukturen haben als gemeinhin angenommen, oder dass […]


Blogspektrogramm 11/2014

Weil das eine Drittel von zwei Dritteln der Sprachlogredaktion nach der letztwöchigen Konferenzreise weiter gezogen ist, kommt das heutige Spektrogramm aus Tralien! Heute ist’s hier voll voll, also nehmen Sie sich Zeit: viel Sprachwandel, ein Institutsgeburtstag, Sprachdokumentation und n büschen Twitter. Den größten Eindruck in sozialen Netzwerken dürfte vergangene Woche dieser Artikel im GUARDIAN hinterlassen […]


Service ist Service bleibt Service

ERLANGEN (sl). Die Deutsche Bahn ist zur Sprachpanscherin des Jahres gekürt worden. Das teilte die DEUTSCHE SPRACHWELT diese Woche in Erlangen mit. Den alljährlich verliehenen Negativpreis erhält das Reiseunternehmen für 2013, weil es das prägnante deutsche Wort Service aus dem Unternehmenslexikon gestrichen hat. „Die Verdrängung verständlicher deutscher Sprache schreitet unaufhaltsam voran. Wir wollen das nicht […]