Sprachbrocken 19/2013

Die Geschichte der geschlechtergerechten Sprache, das mussten wir auch dieser Tage wieder feststellen, ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Voller mutwilliger, vermeidbarer Missverständnisse, die eigentlich bereits hundert Mal ausgeräumt worden sind.

Dass die Macher/innen der Heidelberger Studierendenzeitung RUPRECHT nicht die hellsten Sterne am qualitätsjournalistischen Sternenhimmel sind, wird schnell klar, wenn man mit dem konfrontiert wird, was diese für „Satire“ halten: Sexismus mit einer Prise Verharmlosung von rechtsextremem Terrorismus. Auf der Titelseite eines fiktiven „Heidelbergerinnener Studentinnenmagazins“ namens „carola“ finden sich Teaser wie „Ohne Lernen durch die mündliche Prüfung: Unsere besten Styling-Tipps“ aber auch „Frau Zschäpe plaudert aus dem Nähkästchen / Zwischen zwei Männern / Beate über die besten Untergrund-Stellungen für drei“. Anlass dieser „Satire“ ist die Entscheidung der „ruprecht“-Redaktion, ihre Texte nicht mehr zu „gendern“ und auch den Untertitel der Zeitschrift von Heidelberger Studierendenzeitung in Heidelberger Studentenzeitung zu ändern. Weiterlesen


Blogspektrogramm 20/2013

Statt lorem ipsum: ich bin mal wieder son Einleitungstext und frage mich manchmal, ob mich jemand liest. Wäre das Verfassen dieser Zeilen sonst nicht eine unerhörte Verschwendung frühsonntäglicher Lebensfreude? Ähem, jetzt aber mal zur Sache — unsere auserwählten Worte zum Sonntag: Die BBC berichtet über Texas German, das (noch) von Nachfahren deutscher EinwanderInnen gesprochen wird


Blogspektrogramm 19/2013

Liebe Mütter, liebe sonstigen Menschen, herzlich willkommen zum neunzehnten Blogspektrogramm! Heute geht es unter anderem um uralte Wörter, ganz neue Wörter und das Image von Sprachen. Im LEXIKOGRAPHIEBLOG untersucht Michael Mann den Einsatz von griechischen Buchstaben zu Verfremdungszwecken und kommt unter anderem zu dem Schluss, dass die Sprache ein »zackiges« Image hat. Auf EPHEMERA hat sich


Von Tribunen und Tribünen

Am Montag scheiterte bei Wer wird Millionär? ein Kandidat an der „Wortherkunft“ von Tribüne, deren Herleitung RTL immerhin 125.000€ wert gewesen wäre. Was zunächst von RTL als einfach suggeriert und in der Folge von vielen Boulevardjournalisten und Kommentatoren als „offensichtlich“ dargestellt wurde, ist aber etwas komplexer (das Sprachlog twitterte). Die Frage lautete:


Blogspektrogramm 18/2013

Und nun, liebe Leserinnen und Leser, kommen – *tusch* – die dieswöchigen Links mit allerhand unterhaltsamen Geschichten, spannenden Phänomenen und Star Wars. Der Staat Washington hat seine Gesetze komplett in geschlechtergerechte Sprache überführt. LUISE PUSCH kommentiert die Änderungen und erinnert, auf das Deutsche bezogen, an ihren radikalsten Reformvorschlag. Von aktuellen Ereignissen inspiriert hat sich Stefan Hartmann von


Sprachbrocken 18/2013

Mein wöchentliches Durchkämmen der Presse liefert nicht immer Material für die Sprachbrocken – so auch diese Woche. Ich habe deshalb per Twitter nach Themenwünschen gefragt, die ich im Sprachbrockenformat beantworten könnte. Aus den zahlreichen Wünschen habe ich vier ausgewählt, zu denen mir spontan etwas einfiel (die übrigen Vorschläge habe ich mir notiert und werde vielleicht


Shitstormgeburtstag

Seit wir 2011 Shitstorm zum Anglizismus des Jahres gewählt haben, vergeht kaum eine Woche, in der ich meinen Namen nicht irgendwo in Verbindung mit diesem Wort lesen darf. Wann immer ein Shitstorm diskutiert wird, finden sich in einem Nebensatz oder in einem erklärenden Kasten ein Hinweis auf unsere Wahl und ein oder zwei Zitate von


Blogspektrogramm 17/2013

Ben Zimmer schreibt im BOSTON GLOBE (Englisch) über surreal, nach den Bombenexplosionen beim Marathon eines der am häufigsten aufgerufenen Worte im Merriam-Webster Dictionary. John Simpson, Chefredakteur des Oxford English Dictionary (OED) gibt nach 37 Jahren in diesem Jahr seinen Posten auf — TIME ENTERTAINMENT hat mit ihm über seine Arbeit allgemein und die spannende Zeit der


Sprachbrocken 17/2013

Über die religiösen Mythen exotischer Kulturen kursieren ja die wildesten Gerüchte, was häufig daran liegt, dass sie in ebenso exotischen Sprachen abgefasst sind und dass es keine Übersetzungen gibt. Ein Grund mehr, einen Meilenstein des interkulturellen Verständnisses zu feiern, der diese Woche bekannt wurde: der Mythos „Star Wars Episode IV: Eine neue Hoffnung“ (bei Fundamentalisten


Von alten Säcken und alten Damen

Es fällt der taz in letzter Zeit sichtlich immer schwerer, das eigene Niveau noch zu unterbieten, aber Matthias Lohre ist es diese Woche wieder einmal gelungen: Er hat einen Text verfasst, der so unterirdisch verblödet und so unglaublich schlecht recherchiert ist, dass man ernsthafte Zweifel hegen muss, ob Texte bei der taz einen redaktionellen Prozess