Blogspektrogramm 33/2014

Sie haben sicher noch Lesestoff von letzter Woche übrig — heute daher nur vier Links: Darüber, wo welche Vokale kurz oder lang gesprochen werden, darüber, was in der österreichischen Schulpolitik so passiert, darüber, wie ein Journalist mit Linguistinnen zusammengearbeitet hat und darüber, was er dabei herausgefunden hat. Los geht's:

  • Sagen Sie Spaaaaß oder Spass? Politiik oder Politick? schoon oder schonn? Und sind Sie damit in Ihrer Umgebung sprachlich richtig aufgehoben? Die ZEIT hat mal wieder schöne Verteilungskarten erstellt, auf Basis von AdA-Daten.
  • Im STANDARD findet sich ein Interview mit dem Sprachwissenschaftler Gero Fischer, das einen Einblick in den schulischen Umgang mit Mehrsprachigkeit in Österreich gibt. (via @Vilinthril)
  • Michael Erard beschreibt für THE MORNING NEWS, wie er eine linguistische Reportage mit seinen Interviewpartnerinnen auf Fehler überprüft hat: »Talking about language is already tough. Try discussing a brand new language via Skype with two hearing linguists, plus another via text, who happens to be deaf, and see what you learn.« (via @linguisten.de)
  • Wer sich jetzt für die Reportage selbst interessiert: Die ist schon im April bei ALJAZEERA AMERICA erschienen — es geht um bisher unbeschriebene Gebärdensprachen. »Most of the news about minority languages is that they’re endangered or dying off, and the only new languages we hear about are those created for Hollywood sci-fi blockbusters. But sometimes, linguists find a previously unrecorded language — and when they do, it’s a sign language.«

Blogspektrogramm 32/2014

Da wir vom Sprachlog um Ihre Freizeitgestaltung besorgt sind, liefern wir Ihnen auch am heutigen Sonntag wieder zahlreiche Argumente gegen Lesefaulheit. Heute versuchen wir das mit einer irren Abfolge an Themen u.a. aus der Soziolinguistik, Forensischer Linguistik und einer besonders amüsanten Plagiatsapp: In der ZEIT schreibt Wolfgang Krischke zur Arbeit der Forensischen Linguistik. (Interessant ist, […]


Vom Beck und der Bäckerin

Bei der deutschen Debatte über geschlechtergerechte Sprache geht es oft um eine bestimmte Wortbildungsendung: das –in. Es ist ein sogenanntes »Movierungssuffix«, das aus einer Männer– eine Frauenbezeichnung macht: Ministerin, Wirtin, Klempnerin. Die männliche Form bildet also das Grundmaterial, das durch einen Zusatz angepasst wird. Das ist aber nicht die einzige formale Beziehung, in der Formen […]


Blogspektrogramm 31/2014

Die heutige Sonntagsunterhaltung bietet praktische Werkzeuge, Tautologien, Schaum vorm Mund, rätselhafte Manuskripte und högschde Konzentration. Viel Spaß! Die NYT hat ein neues Spielzeug: Mit Chronicle lassen sich Wörter und Phrasen seit Mitte des 19. Jahrhunderts in der New York Times suchen und visualisieren. Die Messung ist sehr grob (Zählung immer pro Artikel), aber lustig ist es […]


Hen, wirf Hirn vom Himmel

Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG berichtete vorgestern davon, dass die Svenska Akademien in der neuen Auflage des von ihr herausgegebenen Wörterbuchs der schwedischen Sprache das geschlechtsneutrale Pronomen hen aufnehmen wird, das das Pronominalsystem in der dritten Person Singular neben hon ‚sie‘ und han ‚er‘ ergänzen soll–, nein, ergänzen wird–, hm, ergänzen muss–, ja, was denn nun?


Anleitung zum Glücklichsein

Wir wollten mal wieder positiver bloggen. Wir wollten mal wieder positiver bloggen. Wir wollten mal wieder positiver bloggen. Wir wollten mal wieder positiver bloggen. Wir wollten mal wieder positiver bloggen. Wir wollten mal wieder positiver bloggen. Wir wollten mal wieder positiver bloggen. Also gut, bloggen wir heute über Positivität in der Sprache. Und damit Sie sich […]


Blogspektrogramm 30/2014

Sommerloch Sommerloch bla Sommerloch blafasel Sommerloch Sommerloch tüdelü Sommerloch tralala Sommerloch — oh, wartense, ein Spektrogramm! Heute mit Binnen-I, Kuhwörtern und geografischen Faktoren bei sprachlicher Diversität: Der Germanist Rudolf Muhr kommentiert in DIE PRESSE mit klaren Worten den „sprachkonservativen Aufstand“ der Binnen-I-GegnerInnen und deren aggressiven Tonfall als „sprachlichen Revisionismus“. „Sprache X hat Y Wörter für Z!“ […]


Die „Welt“ entschuldigt sich für Dinge

Die WELT hat mich gestern in einem Artikel über die Nahost-Berichterstattung mehrfach falsch zitiert. Ich habe das hier im Sprachlog umgehend richtig gestellt, habe eine Korrektur der Online-Versionen der Artikel gefordert (die auch zeitnah erfolgte) und habe darum gebeten, in der Druckausgabe eine Richtigstellung zu drucken. Heute erschien dann folgende „Klarstellung“: Im Zusammenhang mit unserer […]


Gegendarstellung zu "Großteil der Medien berichtet voreingenommen" (Die Welt, 23./24. Juli 2014)

In dem am 22.7.2014 auf WELT.de und am 23.7.2014 in der Druckausgabe der WELT und der Berliner Morgenpost erschienenen Artikel „Gaza-Konflikt: Großteil der Medien berichtet voreingenommen“ von Ulrich Clauß werde, bzw. wurde ich unter anderem mit folgenden Aussagen zitiert: “Artikelüberschriften sind oft propagandistisch – gegen Israel ausgerichtet.” Das sei einer der Gründe, “warum es zu […]


Blogspektrogramm 29/2014

Und hier, ohne große Einleitung, unsere dieswöchigen Linkempfehlungen für alle Sprachbegeisterten und solche, die es werden wollen. Im LEXIKOGRAPHIEBLOG klopft Michael Mann das Wort Schland auf seine Wörterbuchtauglichkeit ab. Auf LINGUISTIC PULSE sieht sich Nic Subtirelu Unterschiede in der Berichterstattung von CNN und FOX über den Nahostkonflikt an (Englisch). Im LANGUAGE LOG diskutiert Lauren Squires Weird Al […]