In der Wahrheit liegt die Lüge

Eine Arbeits– und Sozialministerin, die Bestechungsgelder annimmt, um ihre Heroinsucht zu finanzieren, muss sofort zurücktreten. Wenn wir uns so etwas aus falsch verstandenem Gutmenschentum heraus gefallen lassen, spaltet das unsere Gesellschaft, und die Stimmung kippt sowieso. Nein, gleiche Regeln für alle, da kann es keine Diskussion geben.

Natürlich kommen jetzt gleich die Einwände aus der immer gleichen Richtung: Es gebe doch gar keine Hinweise darauf, dass unsere Arbeits– und Sozialministerin Bestechungsgelder annimmt oder Heroinsüchtig sei. Natürlich nicht, ich rede doch nicht über eine bestimmte Person! Ich habe den höchsten Respekt vor Andrea Nahles und ihrer Arbeit. Ich bin mir sicher, dass die meisten Arbeits– und Sozialministerinnen weder Drogen nehmen, noch bestechlich sind.

Ich sage ja nur: Wenn eine Arbeits– und Sozialministerin Bestechungsgelder annimmt, um ihre Heroinsucht zu finanzieren, dann muss sie zurücktreten. Das muss man sagen dürfen. Das Schweigekartell bezüglich drogensüchtiger, korrupter Ministerinnen ist unerträglich. Weiterlesen


Laudatio für den Anglizismus des Jahres 2015: Refugees Welcome

Beim Anglizismus des Jahres geht es uns nicht um eine inhaltliche Charakterisierung des abgelaufenen Jahres, sondern darum, englisches Lehngut auszuzeichnen, das die deutsche Sprache und den deutschen Sprachgebrauch auf besonders interessante Weise ergänzt hat. Der diesjährige Sieger – von Jury und Publikum übereinstimmend gewählt – erfüllt aber beide Kriterien: Refugees Welcome. Besser als durch diesen […]


Mehrsprachigkeit und kulturelles Erbe

Großbritannien ist ja im allgemeinen nicht für sein gesteigertes Interesse an Fremdsprachen bekannt — dort sind, anders als in den meisten anderen (europäischen) Ländern für den höchsten Schulabschluss keine Kenntnisse einer Fremdsprache erforderlich. Die Zahl der Schüler/innen, die freiwillig Deutsch, Französisch oder Spanisch lernen und als Prüfungsteil ihres Sekundärabschlusses haben, fällt. Der GUARDIAN hat das […]


Ta-Ta-ismus im Dschungel

Werbepause? Nicht wegschalten, bloß nicht wegschalten! Denn der Dschungel ist sogar für eine sprachwissenschaftliche Betrachtung gut, die für alle von uns was bereithält. ALLE! Für die, die den Dschungel lieben und für die, die ihn für den Untergang des guten Geschmacks halten, für Menschen, die Entlehnungsprozesse fasziniert verfolgen und sogar für diejenigen, die Anglizismen scheiße […]


Jenseits des Gastrechts: Sprachbilder und ihre Grenzen

Als Sahra Wagenknecht letzte Woche vom „Gastrecht“ der Flüchtlinge sprach, und davon das derjenige, der es missbrauche, irgendwann dann auch verwirkt habe, war die Empörungswelle vorprogrammiert. Erstens, weil sie eben Sahra Wagenknecht und Linke nichts lieber tun als andere Linke allgemein, und Wagenknecht im Besonderen, mit Empörung zu überschütten. Schließlich hatten sowohl die rheinland-pfälzische CDU-Vorsitzende […]


Unwort des Jahres 2015: Gutmensch

An der Arbeit der Sprachkritischen Aktion „Unwort des Jahres“ habe ich ja selten etwas auszusetzen, und auch dieses Mal hätte sie es schlechter treffen können, als sie es mit der Wahl des Wortes Gutmensch getan hat. Die Verachtung und spöttische Delegitimation anständigen Verhaltens, die in diesem Wort zum Ausdruck kommt, hat nicht erst, aber auch […]


Blogspektrogramm 2/2016

Neues Jahr, frische Links! In den Redaktionsbüros des Spektrogramms wird derzeit ganz emsig an Dissertationen gebastelt, aber ab und an rutscht dann halt doch ein Link in unseren Wahrnehmungsbereich. Kurz: jetzt ist die Hochphase der Wörterwahlen, und auch sonst bleibt alles beim Qualitätsversprechen: Emoji(s), Phrasendrescherei & Neusprech, Klassiker des Yoda-Sprech und eine Dialektkarte der modernen […]


Blogspektrogramm 51/2015

Und hier unsere Links der (letzten) Woche(n): Um welche Art von Sprache ging es eigentlich bei der Ichhabpolizei-Debatte? Warum sind Punkte in Textnachrichten so bedeutungsschwanger geworden? Was assoziiert man so mit dem Wort Flüchtling? Nach welchen Kriterien wählt man in Österreich das Jugendwort des Jahres? Und was stellt Migration eigentlich mit Sprache an? In der […]


Flüchtlinginnen und Flüchtlinge

Dass das Wort „Flüchtling“ bezüglich seiner Wortbildung und vor allem seiner Verwendung im allgemeinen Sprachgebrauch nicht unbedingt abschätzig ist, habe ich ja im vorangehenden Beitrag gezeigt, aber anlässlich der Wahl zum Wort des Jahres greift mein Kollege Peter Eisenberg (bis zu seiner Emeritierung an der Universität Potsdam, also gleich um die Ecke, tätig), in der […]


Flüchtlinge zu Geflüchteten?

Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat in der Begründung zu ihrer Wahl von Flüchtlinge zum Wort des Jahres am Rande thematisiert, dass das Wort „für sprachsensible Ohren tendenziell abschätzig“ klinge, und das deshalb „neuerdings … öfters alternativ von Geflüchteten die Rede sei. Es bleibe aber abzuwarten, ob sich diese Alternative „im allgemeinen Sprachgebrauch durchsetzen“ würde. […]