Blogspektrogramm 38/2014

Ihr Expertenteam für ausgewogene Sonntagsfreizeitgestaltung verwöhnt Sie heute mit Begriffsreflexionen, Satzzeichen, Internetsprache, Speisekartenlinguistik, Lexikografie, Homophonophobie und großem Rätselspaß:

  • Krise? Krieg? Zur unheilvollen Unschärfe des Begriffs Krise schreibt Matthias Heine in der WELT: „Die Krise ist in der Krise.
  • Anatol war diese Woche mehrfach gefragt: ein Interview im Elektrischen Reporter zum Sprachwandel auf Twitter & Co (ab 8:10) und im RBB-Radio zum Semikolon, wo Anatol seine Einschätzung aus der TAZ im Juni revidiert.
  • Kulinarische Linguistik gefällig? Dan Jurafsky & Co tun uns den Gefallen und entschlüsseln die Linguistik von Speisekarten.
  • Die NZZ berichtet über den Abschluss des lexikografischen Großprojekts des „Historischen Lexikons der Schweiz“ und reflektiert über derartige Projekte im digitalen Zeitalter.
  • In unseren Feeds ging es vor einigen Wochen schon rum: in den USA ist ein Sprachlehrer gefeuert worden, weil sein Chef den Unterschied zwischen homophon und homophob nicht kannte. SLATE kommt dem Chef nun zu Hilfe und erklärt (auch, was homophonophobia ist).
  • Rätselspaß: ALL THINGS LINGUISTIC greift eine (schon recht alte) Idee des linguistischen Satiremagazins Speculative Grammarian auf: LingDoku, Sudoku für Linguist/innen.

Des einen Language ist des anderen Leid

Eigentlich nur aus Spaß und/oder Prokrastination habe ich gerade getwittert, dass ich als Anglist natürlich für die schottische Unabhängigkeit sei, da eine größere Anzahl englischsprachiger Länder ja die Wichtigkeit meines Fachgebietes erhöhen würde. Daraufhin kam die Rückfrage, ob sich denn eine Unabhängigkeit Schottlands auf die Sprachentwicklung auswirken würde. Das ist eine interessante Frage, auf die […]


Blogspektrogramm 37/2014

Gestern war „Tag der Deutschen Sprache“ mit ganz vielen kleinen Pressemeldungen zu Anglizismen und einkaufen sagen statt shoppen und body bag ist eigentlich ein Leichensack (& Co). Die Herausforderung war also, aus den vielen Störfeuern die Sahneschnittchen rauszufischen. Urteilen Sie selbst: Sibylle Berg zerrupft im SPIEGEL die Argumente von Bastian Sick. Michael Mann im LEXIKOGRAPHIEBLOG mit einer kleinen […]


#Dirndlgate, die Dritte

Eine interessante Eigenschaft der Nachsilbe –gate, die wir im Februar zum Anglizimus des Jahres gewählt haben, ist, dass wir mit ihr Eigennamen schöpfen können (weshalb Kristin, Susanne und (in absentia) ich dieser Tage auf einer Tagung zur Namensforschung [PDF] darüber sprechen werden. Mit anderen Worten, jedes „-gate“ bezeichnet ein ganz bestimmtes Ereignis (anders als z.B. […]


Blogspektrogramm 36/2014

Der Sommerpause genug! Heute beschäftigen wir uns mit Goethe, kalifornischen Akzenten, Farben und Saufen. Eine fabelhafte Sonntagfrüheröffnung, wie wir finden: Jemand hat Dr. Bopp gefragt, was es syntaktisch mit Goethes „Der Worte sind genug gewechselt. Lasst mich auch endlich Taten sehen!“ auf sich hat. Dr. Bopp hat geantwortet. Natürlich ohne Zwang: die Mehrheit der 500 größten österreichischen […]


Reklame: Hell und klar

Beim Herumblättern in den Suchanfragen, mit denen das Sprachlog so gefunden wird, findet man neben den immergleichen (»längstes wort deutsche sprache«, »längstes wort deutschland«, »längstes deutsches wort der welt« …) auch Fragen, die hier noch nicht beantwortet wurden. Zum Beispiel: aus welcher sprache ist das wort reklame Aus dem Französischen. Fertig. Aber hm, wenn wir […]


Blogspektrogramm 35/2014

Nehmen wir Grammatikfehler wahr, wo keine sind? Ist Sächsisch viel standardnäher als gemeinhin angenommen? Und warum braucht man auf Bali einen Berg und keinen Kompass, um sich sprachlich zu orientieren? Das und mehr gibt's im heutigen Spektrogramm: Die Sprache von Raed Saleh hat Sebastian Heiser für die TAZ unter die Lupe genommen: »Die taz fragte: […]


Blogspektrogramm 34/2014

In der Sprachlog-Sommerpause gibt es heute durch und durch orthografisch-lexikalische Feinkost zu Jugendwörtern, Scrabble und Espresso. Also fast. Ein bisschen Baskisch und Sprachinstinkt ist auch dabei: Martin Haase von der Universität Bamberg forscht seit vielen Jahren zu Baskisch und findet Evidenz dafür, dass Baskisch weit weniger isoliert zu sein scheint, als angenommen. Darüber berichten mehrere Medien, […]


Blogspektrogramm 33/2014

Sie haben sicher noch Lesestoff von letzter Woche übrig — heute daher nur vier Links: Darüber, wo welche Vokale kurz oder lang gesprochen werden, darüber, was in der österreichischen Schulpolitik so passiert, darüber, wie ein Journalist mit Linguistinnen zusammengearbeitet hat und darüber, was er dabei herausgefunden hat. Los geht's: Sagen Sie Spaaaaß oder Spass? Politiik […]


Blogspektrogramm 32/2014

Da wir vom Sprachlog um Ihre Freizeitgestaltung besorgt sind, liefern wir Ihnen auch am heutigen Sonntag wieder zahlreiche Argumente gegen Lesefaulheit. Heute versuchen wir das mit einer irren Abfolge an Themen u.a. aus der Soziolinguistik, Forensischer Linguistik und einer besonders amüsanten Plagiatsapp: In der ZEIT schreibt Wolfgang Krischke zur Arbeit der Forensischen Linguistik. (Interessant ist, […]