Archiv der Kategorie: Rätsel

Des Donnerstagsrätsels Lösung

Von Susanne Flach

Mein erstes Ety­molo­gierät­sel und dann soooooo viele richtige Antworten. Gruseliger Ver­dacht: Sie waren alle auf ein­er Kloster­schule! Das war jet­zt eins zum Warm­bleiben, dem­nächst drehen wir an der Fein­justieren und schal­ten dann wieder einen Gang nach oben.

In diesem Sinne:

etymologiequiz_loesung

Das haben jet­zt mal (fast) alle mehr oder weniger kor­rekt aus­ge­kno­belt, die sich daran ver­sucht haben. Deshalb: Her­zlichen Glück­wun­sch! (In den Kom­mentaren des Rät­sels sind auch eigentlich fast alle Erk­lärun­gen schon mitgeliefert.)

Donnerstagsrätsel (4)

Von Susanne Flach

Jeden drit­ten manchen irgend­wannsten Don­ner­stag im Monat kommt unser cooles Don­ner­stagsrät­sel, heute mal wieder mit einem Etymologiequiz.

Die unten ste­hen­den Wörter im Wor­dle kön­nen paar­weise miteinan­der in Verbindung gebracht wer­den (Achtung: zwei Paare sind zu dritt). Und, wie Kristin, die Erfind­erin des Ety­molo­giequizzes, sich das so gedacht hat, kön­nen die Ver­wandtschafts­beziehun­gen seeeeeeehr weit zurück gehen. Und weil Ver­wandtschaft immer ein biss­chen kom­pliziert­er ist, kön­nte sie natür­lich auch nur teil­weise sein, d.h. aus kleineren Ele­menten (v.a. Wurzeln, Stämme) bestehen.

Seiense nett zu mir, ich hab das zum ersten Mal gemacht und hoffe, dass es nur eine Lösung gibt. Aber auf jeden Fall: Viel Knobelspaß!

etymologiequiz

P.S.: Lösun­gen gibt’s am Mon­tag. Schum­meln ist …äh, also, hm — machense was se wolln. Die Kom­mentare sind teil­weise offen (bzw. wer­den im Span­nungs­bo­ge­nauf­bau manuell unsicht­bar gemacht, d.h. nicht wun­dern, wenn ein bere­its erschienen­er Kom­men­tar vor­läu­fig ver­schwindet), also im Not­fall ein­fach gaaanz schnell run­ter­scrollen und die Lösungsvorschläge abgeben.

Hier geht’s zur Lösung. Die Nen­nung aller, die’s richtig gewusst haben, wäre jet­zt n büschen sehr aufwändig. Aber Her­zlichen Glück­wun­sch an alle! Es war schw­er­er als gedacht, es nicht zu leicht zu machen.

Dr. Murke, der Herr der Ringe und Rita: Das aufgelöste Donnerstagsrätsel (3)

Von Kristin Kopf

Die immer wieder vehe­ment geforderte Lösung zum drit­ten Don­ner­stagsrät­sel hat endlich ihren Weg ans Tages­licht gefun­den. Am näch­sten dran war San­dra mit 3 von 4 richti­gen Antworten — Gratulation!

1

Wom­it quält sich ein gewiss­er Dok­tor Murke in ein­er nach ihm benan­nten Erzäh­lung herum?

Die Erzäh­lung ist Dok­tor Murkes gesam­meltes Schweigen, eine Kurzgeschichte von Hein­rich Böll, und während Dr. Murke Schweigen sehr zu schätzen weiß, quält er sich ganz schön mit b) Kasus­mor­pholo­gie herum — das Wort selb­st fällt aber in der Geschichte nicht.

2

Für welche/n der fol­gen­den Filme/Serien wurde nicht eigens eine Sprache entwickelt?

Hier wird es trick­re­ich: Für Game of Thrones (2011–) wurde Dothrakisch entwick­elt. In den Büch­ern, die der Serie als Vor­lage dienen, gab es zwar schon einzelne Wörter und Phrasen, aber eine richtige Sprache wurde erst in der Ver­fil­mung daraus. Für Avatar (2009) erfand man Na’vi und für Star Trek das ver­gle­ich­sweise berühmte Klin­go­nisch (hier erzählt sein Erfind­er). Bleibt noch der c) Herr der Ringe (2001–2003) — natür­lich gibt es da erfun­dene Sprachen, näm­lich Quenya und Sin­darin, die Sprachen der Elben, und sehr mar­gin­al die von Sauron und seinen Ver­bün­de­ten genutzte Schwarze Sprache. Das ist die Sprache, in der die Inschrift des Rings ver­fasst wurde. Diese Sprachen wur­den allerd­ings nicht für die Filme entwick­elt, son­dern bere­its für die Büch­er, von J.R.R. Tolkien selbst.

So weit, so gut. Wer aber haarspal­ter­isch ver­an­lagt ist und/oder ein ganzes Regal voller Tolkien­büch­er hat, so wie mein guter Fre­und Julian Jarosch, der find­et natür­lich trotz­dem noch eine für den Film entwick­elte Sprache: Weit­er­lesen

Aprilscherz 2013: Auflösung

Von Anatol Stefanowitsch

Und hier die Auflö­sung des diesjähri­gen Aprilscherzes:

Nom­i­na­tiv, Dativ, Akkusativ und Gen­i­tiv — Deutschler­nen­den fall­en oft schon diese vier Fälle schw­er. Die Sprecher/innen ein­er Sprache in Aus­tralien kön­nen darüber nur müde lächeln: Sie haben gle­ich zwanzig ver­schiedene Fälle!

Diese Sprache gibt es tat­säch­lich: Kayardild, gesprochen in Queens­land in Austal­ien. Oder bess­er: es gibt sie noch, denn mit nur 23 Sprecher/innen, die alle nicht mehr ganz jung sind, wird sie schon in weni­gen Jahren für immer ver­schwun­den sein. Zwanzig Fälle sind auch gar nicht so exo­tisch, wie es vielle­icht klingt: Auch in Europa gibt es mit den finno-ugrischen Sprachen eine äußerst kasusver­liebte Sprach­fam­i­lie, deren Mit­glieder sich alle in etwa in diesem Bere­ich bewe­gen. Dabei ist es in dieser Sprach­fam­i­lie nicht ganz ein­fach, die genaue Zahl der Fälle zu bes­tim­men, denn Kasusendun­gen unter­schei­den sich dort for­mal kaum bis gar nicht von dem, was bei uns Prä­po­si­tio­nen (wie inunterzwis­chen) sind: Diese Sprachen haben näm­lich keine Prä- son­dern Post­po­si­tio­nen, die, wie ihr Name ver­muten lässt, hin­ter dem Wort ste­hen, auf das sie sich beziehen — also da, wo auch Kasusendun­gen ste­hen. Das führt dazu, dass z.B. die Zahl der Fälle im Ungarischen manch­mal mit null, manch­mal sog­ar mit über 30 angegeben wird (eine lin­guis­tisch halb­wegs fundierte Analyse würde von ca. 21 ausgehen).

Ver­gan­gen­heit, Gegen­wart, Zukun­ft — mehr braucht ein Tem­pussys­tem doch nun wirk­lich nicht, oder? Doch, find­en die Sprecher/innen ein­er Sprache in Afri­ka: Sie haben gle­ich fünf Ver­gan­gen­heits­for­men, eine Gegen­warts­form und fünf Zukunftsformen!

Auch diese Sprache gibt es: Es ist das Bamileke-Dschang oder Yem­ba, gesprochen im Süd­west­en von Kamerun. Mit über 300 000 Sprecher/innen wird uns diese Sprache mit ihrem faszinieren­den Tem­pussys­tem auf abse­hbare Zeit erhal­ten bleiben. Dass die Zahl von fünf Ver­gan­gen­heits- und fünf Zukun­fts­for­men vie­len Sprachlogleser/innen in den Kom­mentaren und gestern auf Twit­ter nicht ungewöhn­lich vorkam, liegt übri­gens an einem Missver­ständ­nis dessen, was eine Tem­pus­form ist: Das Franzö­sis­che, z.B. hat laut der deutschen Wikipedia sechs Ver­gan­gen­heits­for­men — das Passé Com­pose, das Impar­fait, das Plus-que-Par­fait, das Passé Sim­ple, das Passé Anterieur und das Passé Récent. Tat­säch­lich hat es aber nur eine (oder max­i­mal zwei): Das Passé, für Ereignisse, die in der Ver­gan­gen­heit geschehen sind (und, wenn man es mitzählt, das Passé Récent für Ereignisse, die in der Ger­ade-erst-Ver­gan­gen­heit geschehen sind). Die übri­gen For­men ergeben sich (grob gesagt) daraus, dass das Passé mit anderen Bedeu­tun­gen kom­biniert wird, die in der Sprach­wis­senschaft als Aspekt oder Modal­ität beze­ich­net wer­den. Im Bamile-Dschang gibt es aber tat­säch­lich fünf ver­schiedene Ver­gan­gen­heits- und Zukun­fts­for­men, die fünf ver­schiedene Grade von Ver­gan­gen­heit und Zukün­ftigkeit ausdrücken.

Sin­gu­lar und Plur­al — ein ele­gantes Numerus-Sys­tem, das völ­lig aus­re­icht, oder? Niemals, find­en die Sprecher/innen ein­er Sprache in Asien: Ihr Numerus-Sys­tem unter­schei­det zwölf ver­schiedene Numera.

Obwohl nichts dage­gen spräche, für Men­gen von eins bis elf jew­eils eigene For­men zu haben, und erst ab zwölf in einen all­ge­meinen Plur­al zu wech­seln — diese Sprache gibt es nicht. Die Sprache mit der größten bekan­nten Zahl an Numerus-Unter­schei­dun­gen ist das Sur­su­run­ga, gesprochen in Papua-Neuguinea, mit immer­hin 5 Numeri: einem Sin­gu­lar (für genau eins), einem Dual (für genau zwei), einem Tri­al (für eine kleine Menge, aber min­destens drei), einem Quadral (für eine etwas größere Menge, aber min­destens vier), und einem Plur­al. Mit ca. 3000 Sprecher/innen ist das kurzfristige Über­leben dieser Sprache nicht in Gefahr, aber ob sie das 21. Jahrhun­dert über­dauern wird, muss bezweifelt werden.

Maskulinum, Fem­i­ninum, Neu­trum — das reicht doch, um jedem Sub­stan­tiv ein Genus zu geben, oder? Nein, find­en die Sprecher/innen ein­er Sprache in Afri­ka: Sie teilen ihre Sub­stan­tive in ein­undzwanzig ver­schiedene Gen­era ein!

Da der Aprilscherz ja bei den Numera ver­steckt war, gibt es natür­lich auch diese Sprache: es ist Ful­fulde oder Fula, gesprochen in Nige­ria. Mit etwa 12 Mil­lio­nen Sprecher/innen die Sprache in der diesjähri­gen Aus­gabe des Sprachlog-Aprilscherzes, um die wir uns am wenig­sten Sor­gen machen müssen. Das Ful­fulde gehört zu den Niger-Kon­go-Sprachen, die für ihre umfan­gre­ichen Genus- (bzw. Nominalklassen-)Systeme bekan­nt sind — auch die Ban­tu-Sprachen, wie z.B. Swahili, gehören in diese Groß­fam­i­lie. Allerd­ings ist das Ful­fulde auch in dieser Groß­fam­i­lie ein Spitzen­re­it­er: Die Menge der Nom­i­nalk­lassen der Ban­tu-Sprachen wird häu­fig mit ca. 18–20 angegeben, wobei aber berück­sichtigt wer­den muss, dass in der Ban­tu­is­tik Sin­gu­lar und Plur­al jew­eils als eigene Klasse gezählt wer­den. Täte man das auch beim Ful­fude, hätte es die dop­pelte Menge, also min­destens 42 Nom­i­nalk­lassen oder Genera!

Im Laufe dieses Jahrhun­derts kön­nten bis zu 90 Prozent aller derzeit gesproch­enen Sprachen ausster­ben. Die Gesellschaft für bedro­hte Sprachen bemüht sich, diese Sprachen zu doku­men­tieren und kann Ihre Spenden gebrauchen!

April, April (2013 Edition)

Von Anatol Stefanowitsch

Da Aprilscherze am ersten April auch in Blogs nicht uner­wartet kom­men, gibt es im Sprachlog schon lange die Tra­di­tion, an diesem Tag vier schein­bare Aprilscherze zum The­ma „Sprache“ zu präsen­tieren, von denen drei aber tat­säch­lich die reine Wahrheit sind. So natür­lich auch dieses Jahr. Wer erken­nt den Aprilscherz unter diesen vier unglaub­würdi­gen Behaup­tun­gen? Um das Googeln zu erschw­eren, ver­rate ich die Namen der betr­e­f­fend­en Sprachen erst in der Auflö­sung, die mor­gen Nach­mit­tag erscheint. Und natür­lich wer­den Ihre Kom­mentare mit den Antworten bis dahin nicht freigeschal­tet! Weit­er­lesen

Donnerstagsrätsel (3)

Von Kristin Kopf

Im Märzrät­sel geht es um Büch­er und Filme — natür­lich mit Lin­guis­tikzusam­men­hang. Wie immer kann in den Kom­mentaren bis Anfang näch­ster Woche drau­flos­ger­at­en wer­den. Viel Spaß!

1.

Wom­it quält sich ein gewiss­er Dok­tor Murke in ein­er nach ihm benan­nten Erzäh­lung herum?

a) mit Mehrsprachigkeit b) mit Kasus­mor­pholo­gie c) mit Pro­to­type­nse­man­tik d) mit gen­er­a­tiv­er Syntax

2.

Für welche/n der fol­gen­den Filme/Serien wurde nicht eigens eine Sprache entwickelt?

a) Game of Thrones b) Avatar c) Herr der Ringe d) Star Trek

3.

In welchem dieser lit­er­arischen Werke kommt kein/e Linguist/in vor?

a) Pyg­malion (Shaw) b) Perl­manns Schweigen (Merci­er) c) Dou­ble Neg­a­tive (Car­keet) d) Edu­cat­ing Rita (Rus­sell)

4.

In welchem der fol­gen­den Büch­er begleit­et der Erzäh­ler eine Expe­di­tion des Lin­guis­tis­chen Som­merin­sti­tuts (SIL) in den südamerikanis­chen Regenwald?

a) Die Stadt der wilden Göt­ter (Allende) b) Am Rio de la Pla­ta (May) c) Laub­sturm (Gar­cía Márquez) d) Der Geschicht­en­erzäh­ler (Var­gas Llosa)

Habt Ihr noch Hin­weise auf weit­ere Büch­er und Filme, in denen Lin­guis­tik eine Rolle spielt? Gerne her damit!

Ver­gan­gene Donnerstagsrätsel:

[Edit: Hier geht es nun zur Lösung!]

 

Des Donnerstagsrätsels Lösung (2)

Von Kristin Kopf

Das let­zte Don­ner­stagsrät­sel bedarf noch sein­er Auflö­sung! Es gab eine ganze Menge Lösungsvorschläge, aber einige Fra­gen waren wohl unge­wollt gemein — nie­mand hat alle sieben richtig. Am näch­sten lag nach mein­er Zäh­lung Fabi­an mit sechs Richti­gen (davon allerd­ings eines so halb gegoogelt). Gratuliere!

Hier jet­zt also die Antworten:

1

Welch­er der fol­gen­den Ter­mi­ni beze­ich­net keinen Kasus?

»Instru­men­tal« und »Erga­tiv« sind ein­deutig Kasus, auch wenn man sie aus dem Deutschen nicht ken­nt. Der Instru­men­tal drückt, wie der Name schon sagt, aus, dass das Sub­stan­tiv das Instru­ment der Hand­lung ist. So kon­nte man zum Beispiel im Althochdeutschen swert-u hauwan ‘mit dem Schw­ert schla­gen’. Mit dem Erga­tiv fange ich lieber gar nicht erst an — eine mein­er weniger geglück­ten sozialen Inter­ak­tio­nen bestand darin, ihn in einem Café anhand von Salz‑, Pfef­fer- und Zuck­er­streuer zu erk­lären. Ich glaube, es war in Mannheim. Damals hat­te ich noch kein Blog.1 Der Ter­mi­nus Ela­tiv war gemein, er hat näm­lich, neben sein­er Bedeu­tung als Aus-etwas-her­aus­be­we­gen-Kasus noch einen Neben­job, der etwas mit Adjek­tivsteigerung zu tun hat. Gar nichts mit Sub­stan­tiv­mor­pholo­gie zu tun hat aber nur a), der Aktiv – er ist kein Kasus, son­dern eine Diathese.

2

Wie heißt die Sprach­fam­i­lie, die auf der Karte grün markiert ist?

Im grü­nen Gebi­et ver­bre­it­et sind die uralis­chen Sprachen. Dazu gehören z.B. die west­licheren Kleckse auf der Karte: Ungarisch, Finnisch und Est­nisch. Sie sind alle Teil der in den Ein­sendun­gen oft genan­nten finno-ugrischen Unter­fam­i­lie, ja, ohne <n>.

3

Welche dieser Satzstel­lun­gen ist in den Sprachen der Welt am seltensten?

Die sel­tenste Satzstel­lung in den Sprachen der Welt ist wohl die von b) Objekt — Sub­jekt — Verb, also Das Eis das Kind isst. In den WALS-Dat­en ist sie vier­mal belegt. Ähn­lich sel­ten (11 Sprachen) ist die Folge von Weit­er­lesen

  1. Poten­zielle Erga­tivnovizIn­nen kön­nen vielle­icht hier anfan­gen. []

Donnerstagsrätsel (2)

Von Kristin Kopf

Don­ner­stag ist Rät­selt­ag! Eigentlich am drit­ten, dies­mal am vierten Don­ner­stag im Monat gibt es hier im Sprachlog ein kleines Rät­sel. Heute mit weltweit­em Fokus:

1. Welch­er der fol­gen­den Ter­mi­ni beze­ich­net keinen Kasus?

a) Aktiv, b) Instru­men­tal, c) Erga­tiv, d) Elativ

2. Wie heißt die Sprach­fam­i­lie, die auf der Karte grün markiert ist?1

3. Welche dieser Satzstel­lun­gen ist in den Sprachen der Welt am seltensten?

a) Sub­jekt — Objekt — Verb (Typ Das Kind das Eis isst)

b) Objekt — Sub­jekt — Verb (Typ Das Eis das Kind isst)

c) Objekt — Verb — Sub­jekt (Typ Das Eis isst das Kind)

d) Sub­jekt — Verb — Objekt (Typ Das Kind isst das Eis)

4. Welche der fol­gen­den Sprach­fam­i­lien ist in Afri­ka beheimatet?

Weit­er­lesen

  1. Spoil­er: Karte mod­i­fiziert nach dieser von Lorn10, CC BY-SA 3.0 []

Donnerstagsrätsel (1)

Von Kristin Kopf

Don­ner­stag ist Rät­selt­ag! Ab sofort gibt es hier im Sprachlog immer am drit­ten Don­ner­stag im Monat ein kleines Sprachrät­sel. Los geht’s mit einem ety­mol­o­gis­chen Domino:

Die Domi­nos­teine sind Kom­posi­ta, die aus zwei Sub­stan­tiv­en beste­hen, z.B. Log+Buch, Abschlags+Zahlung, Teil+Stück, Bau+Klotz, …

Nun gibt es in diesem Rät­sel immer ein Kom­posi­tum, bei dem der zweite Teil mit dem ersten Teil eines anderen Kom­posi­tums zusam­men­hängt: Das eine ist (oder war ein­mal) eine (Teil-)Bedeutung des anderen.

So gehört z.B. Bauklotz zu Logbuch, weil Log die Ursprungs­be­deu­tung ‘Holzklotz’ hat­te. Das Wort wurde aus dem Englis­chen entlehnt, Weit­er­lesen

Empörende Geburt in einer krummen Krippe

Von Kristin Kopf

Fro­he Botschaft: Das Ety­molo­giequiz ist vor­bei, und größ­ten­teils mit Bravour gelöst wor­den. Eine Ehrenurkunde geht an koma, Grumpfzessin, zr0wrk und Zitro­nen­milch! Eben­falls tapfer geschla­gen haben sich Thier­bach und paci­oli mit je ein­er Ver­wech­slung. Gratulation!

Wie die einzel­nen Wort­paare zusam­men­hän­gen, will ich im Schnell­durch­lauf erk­lären. Wenn ich dabei von ein­er konkreten laut­lichen Form spreche, set­ze ich sie kur­siv, wenn die Rede von ein­er Bedeu­tung ist, ste­ht sie in ein­fachen Anführungszeichen.

Geburt und empören haben bei­de eine gemein­same indoeu­ropäis­che (ie.) Wurzel mit der Bedeu­tung ‘tra­gen’. Bei der Geburt ist das noch recht deut­lich (vgl. ein Kind unter dem Herzen tra­gen), bei empören muss eine Bedeu­tungser­weiterung hin zu ‘erheben’ stattge­fun­den haben (wie auch bei empor), wenn man empört ist, ist man ja auch oft auffahrend.

Gold und Galle sind bei­de gelb, auch wenn man’s bei der Galle in der Regel nicht so sieht.  Sie sind von ein­er ie. Wurzel ‘glänzen, schim­mern’ abgeleit­et. Lustiger­weise haben andere Sprachen die Wurzel auch für andere leuch­t­ende Far­ben benutzt, Weit­er­lesen