Schlagwort-Archive: Redewendung

Pfarrer Assmann und Pfarrer Nolte

Leser Lukas Ruge hat sich dieser Tage mit fol­gen­der Frage an das Sprachlog gewandt:

Wenn es ihr gän­zlich egal war, meinte meine Oma immer, ich solle das doch ein­fach machen wie der Pfar­rer Ass­mann. Fragte ich nach, wie der es gemacht habe, bekam ich zu hören, er habe es gehal­ten wie der Pfar­rer Nolte. „Und der?“ „Der machte es wie er wollte.“

Ich sage das noch heute und freue mich, wie meine Groß­mut­ter, jedes Mal, wenn jemand nach­fragt. Nun musste ich mit Entset­zen fest­stellen, dass viele mein­er Fre­unde denken, die Autoren der Serie Stromberg hät­ten diese Red­wen­dung erfun­den. Nun ist meine Groß­mut­ter vor der Erstausstrahlung der Serie Stromberg ver­stor­ben, das kann also so nicht sein. Ich dachte natür­lich sofort, dass das Inter­net mir weit­er­helfen kön­nte, doch bish­er ohne Erfolg. Zwar find­et sich in Google oft die Frage nach der Herkun­ft, aber keine Antwort.

Hier ein Beleg für die Ver­wen­dung der Redewen­dung in der Serie „Stromberg“: Weit­er­lesen

Am Ende des Tages

Die Sprach­nör­gler haben vor kurzem eine neue Redewen­dung ent­deckt, die es auszumerzen gilt, näm­lich am Ende des Tages in der fol­gen­den Ver­wen­dung:

  1. Am Ende des Tages ste­ht für mich eine rena­turi­erte Ems“, sagt Nieder­sach­sens Min­is­ter­präsi­dent Chris­t­ian Wulff. [Finan­cial Times]
  2. Am Ende des Tages zählen Leis­tung und Zahlen“, sagt Peter Staab, zuständig für Investor Rela­tions… [Welt.de]
  3. Die deutsche Singspielin­dus­trie darbt. Am Ende des Tages kön­nen nur heiße Stoffe wie das Oba­ma-Musi­cal neue Hoff­nung brin­gen. [Finanztreff.de]

Schon 2006 hat Chefnör­gler Bas­t­ian Sick diese Phrase in ein­er Glosse als Beispiel für einen Anglizis­mus erwäh­nt: Weit­er­lesen