Whistleblower

Nach­dem die anderen Jurymit­glieder ange­fan­gen haben, exzel­lente Diskus­sio­nen zu eini­gen der Kan­di­dat­en für den Anglizis­mus des Jahres vorzule­gen (Kristin für App und leak­en, Susanne eben­falls für leak­en, und Michael für Bal­con­ing und durch­faven), möchte ich nicht zurück­ste­hen und möchte ich nun eben­falls einen Kan­di­dat­en vorstellen, der sich derzeit in der Pub­likumsab­stim­mung auf dem drit­ten Platz hält und von dem ich mir gut vorstellen kann, dass er auf mein­er per­sön­lichen Short­list lan­det: Whistle­blow­er.

Herkun­ft und Bedeu­tung im Englis­chen

Dass das Wort aus dem Englis­chen stammt, ist offen­sichtlich. Aber wie ist es dort ent­standen? Die englis­che Ver­sion der Wikipedia leit­et den Begriff ohne zu zögern von der Polizeipfeife ab:

The term whistle­blow­er derives from the prac­tice of British police offi­cers, who would blow their whis­tles when they noticed the com­mis­sion of a crime. The whis­tle would alert oth­er law enforce­ment offi­cers and the gen­er­al pub­lic of dan­ger. [en.wikipedia.org]

Die deutsche Wikipedia ist etwas vor­sichtiger und nen­nt als möglichen Ursprung außer­dem den Schied­srichterp­fiff beim Fußball:

Die Herkun­ft des Begriffes „Whistle­blow­er“ ist nicht ein­deutig belegt. Als mögliche Herkun­ft gel­ten sowohl englis­che Polizis­ten, die mit­tels ein­er Trillerpfeife andere Polizis­ten auf einen Ver­brech­er aufmerk­sam macht­en, als auch Schied­srichter beim Fußball, die durch Pfeifen das Spiel nach Regelver­stößen unter­brechen. [de.wikipedia.org]

Plau­si­bel wären bei­de Erk­lärun­gen, ver­mut­lich sind aber bei­de falsch. Zunächst ist klar, dass das Sub­stan­tiv Whistle­blow­er sich von der Redewen­dung to blow the whis­tle (on someone/something) ableit­et, und die wird im Amer­i­can Her­itage Dic­tio­nary of Idioms wie fol­gt definiert:

blow the whis­tle on 1. Expose cor­rup­tion or oth­er wrong­do­ing, as in The President’s speech blew the whis­tle on the opposition’s leak­ing infor­ma­tion. [Col­lo­qui­al; 1930s] 2. Put a stop to, as in The reg­istry decid­ed to blow the whis­tle on new van­i­ty plates. The term orig­i­nal­ly allud­ed to end­ing an activ­i­ty (such as fac­to­ry work) with the blast of a whis­tle. [Late 1800]

Inter­es­sant ist hier zunächst, dass die Redewen­dung sich zunächst gar nicht auf ein Nach-Außen-Tra­gen von inter­nen oder geheimen Infor­ma­tio­nen bezog, son­dern ganz all­ge­mein auf das Aufdeck­en von Fehlver­hal­ten oder sog­ar ganz neu­tral auf das Been­den ein­er Tätigkeit.

Das Oxford Eng­lish Dic­tio­nary zeigt, dass diese neu­trale Bedeu­tung sog­ar die ursprüngliche ist. Hier sind die Belege des OED in chro­nol­o­gis­ch­er Rei­hen­folge:

  • 1934 Now that the whis­tle had been blown on his speech, it seemed to me that there was no longer any need for the strate­gic retreat which I had been plan­ning. (P. G. Wode­house Right Ho, Jeeves xvii. 222)
  • 1954 Come on, Mar­lowe. I’m blow­ing the whis­tle on you. (R. Chan­dler Long Good-bye vi. 38)
  • 1965  More and more fre­quent­ly though, a whis­tle is being blown on the more exu­ber­ant bor­row­ers. (Mid­night 12 July 20/1)
  • 1978 So Arnie and Alfie blew the whis­tle on you all. What are you going to do about it? (S. Wil­son Dealer’s Move v. 98)
  • 1984 Jim Kirk­land, the man who first blew the whis­tle on Gainesville’s dete­ri­o­rat­ing finan­cial con­di­tion, has resigned after less than three months on the job. (Gainesville (Flori­da) Sun 29 Mar. 5 a/4)

Im Lichte dieser neu­tralen Bedeu­tung passt die Erk­lärung des Amer­i­can Her­itage Dic­tio­nary, dass sich die Redewen­dung ursprünglich auf Fab­rik­sire­nen (im Englis­chen fac­to­ry whis­tle) bezog, die schlicht das Ende ein­er Arbeitss­chicht sig­nal­isierten.

Die erste Ver­wen­dung, die sich klar auf das „Ver­rat­en“ oder „Verpfeifen“ von jeman­dem bezieht, ist die von 1978. Dazu passt auch, dass die Sub­stan­tive whis­tle-blow­er und whis­tle-blow­ing eben­falls erst seit den 1970er Jahren nachgewiesen sind. Hier die Belege aus dem OED:

  • 1970 When they reflect more ful­ly on how well the major­i­ty leader han­dled a *whis­tle-blow­er and pro­tect­ed their inter­ests. (N.Y. Times 23 Mar. 40/6)
  • 1971 The Code [of Good Con­duct of The British Com­put­er Soci­ety] con­tains secre­cy claus­es that effec­tive­ly pro­hib­it Nad­er style *whis­tle-blow­ing. (New Sci­en­tist 9 Dec. 69)
  • 1978 He has intro­duced leg­is­la­tion to pro­tect ‘whistle­blow­ing’ fed­er­al employ­ees from reprisals if they reveal waste­ful, ille­gal or improp­er gov­ern­ment activ­i­ties. (Mon­i­tor (McAllen, Texas) 21 May 16 a/6)
  • 1980 The growth in Britain of ‘whis­tle-blow­ing’ jour­nal­ism (blow­ing the whis­tle on the secret parts of the state and its ser­vants by dis­clos­ing their activ­i­ties) would seem to have sealed the fate of the D-notice sys­tem. (Times 1 Apr. 3/4)
  • 1983 Whis­tle-blow­ing guys in white hel­mets. (D. Dun­nett Dol­ly & Bird of Par­adise vii. 80)
  • 1983 A whistle­blow­er who tries to alert his own organ­i­sa­tion to a prob­lem and fails will, if he feels strong­ly enough about the mat­ter, go out­side. (New Sci­en­tist 23 June 838/1)

Diese abgeleit­eten Wörter haben keine neu­trale Bedeu­tung: Das OED definiert einen Whis­tle-Blow­er auss­chließlich als „one who ‘blows the whis­tle’ on a per­son or activ­i­ty…, esp. from with­in an orga­ni­za­tion“.

Entlehnung ins Deutsche

Im deutschen Sprachraum find­et sich das Wort Whistle­blow­er schon seit fast einem Viertel­jahrhun­dert. Die erste Ver­wen­dung im COS­MAS-Kor­pus (das haupt­säch­lich Zeitschrif­ten­texte bein­hal­tet), ist aus der Frank­furter Rund­schau vom 3. Mai 1997:

Was ist im mod­er­nen amerikanis­chen Slang ein „Whistle­blow­er“? Ein Musik­er? Eine Voge­lart? Ein tech­nis­ches Gerät? Nichts von alle­dem. Unter einem Whistle­blow­er — wörtlich: Pfeifen­bläs­er — ver­ste­ht man einen ver­ant­wor­tungs­be­wußten Wis­senschaftler, Inge­nieur oder Tech­niker, der die Öffentlichkeit rechtzeit­ig davor warnt, wenn in seinem speziellen Fach­bere­ich eine Entwick­lung ver­fol­gt wird, die auf die eine oder andere Weise Schaden brin­gen kann. (Frank­furter Rund­schau, 03.05.1997, S. 8)

Dass der Begriff zu dieser Zeit noch rel­a­tiv neu war, zeigt sich nicht nur an der Tat­sache, dass er zunächst aus­führlich definiert wird, son­dern auch daran, dass er in Anführungsze­ichen ste­ht. Diese Anführungsze­ichen bleiben in den COS­MAS-Bele­gen etwa für die näch­sten zehn Jahre typ­isch, erst dann find­en sich immer häu­figer Ver­wen­dun­gen ohne Anführungsze­ichen.

Die Frank­furter Rund­schau leit­et das Wort übri­gens von der „Alarmpfeife“ ab:

Whistle­blow­er sind Men­schen, die frühzeit­ig auf Prob­leme und Bedro­hun­gen unser­er Gesellschaft aufmerk­sam machen. Leute also, die die Alarmpfeife blasen. Das Buch „Auf der Abschußliste“ han­delt von ihnen. (Frank­furter Rund­schau, 27.09.1997, S. 8)

Dieses Sprach­bild mag der tat­säch­lichen Herkun­ft des Wortes entspricht (vgl. die Polizeipfeife in den Wikipedia-Ein­trä­gen) oder eben nicht (vgl. die Fab­rik­sirene der Wörter­büch­er). In jedem Fall ist anzunehmen, dass es — im Sinne ein­er All­t­agse­t­y­molo­gie — für die Sprech­er des Deutschen (und Englis­chen) eine Moti­va­tion der Wortbe­deu­tung darstellt

Aber auch die Schied­srichterpfeife find­et sich vere­inzelt als Moti­va­tion, z.B, in der Braun­schweiger Zeitung vom 23. Jan­u­ar 2008:

„To blow the whis­tle“, das ste­ht für den kor­rek­ten und für den falschen Schied­srichterp­fiff. Manche ver­wen­den das Wort „Whistle­blow­er“ auch als Syn­onym für „Hin­weis­ge­ber“. Die Beze­ich­nung „ethis­che Dis­si­den­ten“ ver­wen­det Dieter Deis­eroth, Richter am Bun­desver­wal­tungs­gericht und Ken­ner der Materie. (Braun­schweiger Zeitung, 23.01.2008)

Neuigkeitswert

Das Wort bleibt in der öffentlichen Diskus­sion zunächst sel­ten. Zwis­chen 1997 und 2010 find­en sich im COS­MAS-Kor­pus nur ins­ge­samt 85 Tre­f­fer in 37 Zeitungsar­tikeln (zum Ver­gle­ich: Ver­räter find­et sich im sel­ben Zeitraum 4 357 Mal in ins­ge­samt 3 817 Artikeln). Das Kor­pus endet derzeit Mitte 2010, sodass sich ein Anstieg dort nicht nach­weisen lässt.

Das Google-News-Archiv zeigt aber klar, dass die Häu­figkeit des Wortes 2010 deut­lich Angestiegen ist und auch Google Insight zeigt eine drastis­che Zunahme des öffentlichen Inter­ess­es (siehe hier, die Ein­bindung der Grafik funk­tion­iert hier lei­der nicht).

Aus­gelöst wurde dieses Inter­esse natür­lich durch Bradley Man­ning, der verdächtigt wird, geheime Doku­mente der US-Armee an die Web­seite Wik­iLeaks weit­ergeleit­et zu haben, und der seit Juli 2010 unter Haftbe­din­gun­gen fest­ge­hal­ten wird, die einen weltweit­en Auf­schrei der Empörung aus­lösen wür­den, wenn nicht die amerikanis­che Regierung ver­ant­wortlich wäre.

Inter­es­sant ist aber, dass sich nur ein Teil der Zeitungsar­tikel, in denen das Wort Whistle­blow­er auf­taucht, mit Man­ning oder Wik­iLeaks beschäfti­gen. Häu­fig geht es um Whistle­blow­er ganz all­ge­mein, darum, ob sie eine wün­schenswerte Funk­tion haben und wenn ja, wie man sie dann schützen kön­nte. Damit kom­men wir zur Rel­e­vanz.

Rel­e­vanz

Das Wort ist im Jahr 2010 zum Bren­npunkt für eine wichtige Diskus­sion gewor­den. Men­schen, die alles riskieren (im Falle von Man­ning nicht unwahrschein­licher­weise die Todesstrafe) um das Fehlver­hal­ten von Fir­men und staatlichen Insti­tu­tio­nen aufzudeck­en, ver­di­enen den Respekt und den Schutz der Gesellschaft und es war höch­ste Zeit, dass wir uns mit diesem The­ma auseinan­der­set­zen.

Die derzeit existieren­den deutschen Wörter erfassen die Bedeu­tung von Whistle­blow­er nicht in aus­re­ichen­dem Maße. „Hin­weis­ge­ber“ ist zu all­ge­mein: Hin­weise kann jed­er auf alles geben, ob es sich um Fehlver­hal­ten han­delt oder nicht, ob es sich um interne Infor­ma­tio­nen han­delt oder nicht, und ob ein per­sön­lich­es Risiko damit ver­bun­den ist, oder nicht. Es ist, wie das schein­bar eben­falls offen­sichtliche Infor­mant, eher ein Ober­be­griff als eine Alter­na­tive. Dieter Deis­eroths Begriff „ethis­che Dis­si­den­ten“ (aus der Braun­schweiger Zeitung, siehe oben) erfasst zwar die Moti­va­tion der Whistle­blow­er gut, aber ein ethis­ch­er Dis­si­dent kann ich auch sein, ohne irgen­det­was aufzudeck­en.

Das Konzept des Whistle­blow­ers benötigt ein eigenes Wort, und Whistle­blow­er ste­ht seit fün­fundzwanzig Jahren zur Ver­fü­gung. Pho­nol­o­gisch passt es nur mit Mühe und Not ins Deutsche: mit dem [w] und dem [ou] enthält es gle­ich zwei fremde Laute. Aber schöne alte Lehn­wörter wie mnemonisch oder Psy­cholo­gie ver­let­zen mit [mn] und [ps] auch die Regeln der deutschen Phonolo­gie und wir ver­wen­den sie trotz­dem schad­los und mit Gewinn. Viel Flex­ion­s­mor­pholo­gie gibt es im Bere­ich deutsch­er Sub­stan­tive ja nicht, aber über das, was nötig ist, beste­ht Einigkeit: der Gen­i­tiv wird — wenig über­raschend — mit -s gebildet: (des Whistle­blow­ers), der Plur­al inter­es­san­ter­weise durch ein urdeutsches Plu­ral­isierungsmuster, das „leere“ Suf­fix: der Whistle­blow­er, die Whistle­blow­er (let­zteres mit fast 30 000 Google­tr­e­f­fern gegenüber 370 Tre­f­fern für die Whistle­blow­ers).

Da eine offen­sichtliche deutsche Alter­na­tive nicht existiert, heißen wir doch das Wort Whistle­blow­er ein­fach in unser­er Sprache wilkom­men. Freuen wir uns außer­dem, dass mit der Insti­tu­tion des Whistle­blow­ings neben Coca-Cola und schlecht­en Zeichen­trick­fil­men auch ein­mal etwas Gutes aus Ameri­ka (das Leon­hard Cohen als „die Wiege des Besten und des Schlecht­esten“ beze­ich­net) den Weg zu uns gefun­den hat. Und warten wir mit klam­mem Grauen darauf, dass irgen­dein Sprach­nör­gler auf die Idee kommt, tat­säch­lich die Über­set­zung „Pfeifen­bläs­er“ vorzuschla­gen.

[Dieser Beitrag erschien ursprünglich im alten Sprachlog auf den SciLogs. Die hier erschienene Ver­sion enthält möglicher­weise Kor­rek­turen und Aktu­al­isierun­gen. Auch die Kom­mentare wur­den möglicher­weise nicht voll­ständig über­nom­men.]

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Anatol Stefanowitsch

Über Anatol Stefanowitsch

Anatol Stefanowitsch ist Professor für die Struktur des heutigen Englisch an der Freien Universität Berlin. Er beschäftigt sich derzeit mit diskriminierender Sprache, Sprachpolitik und dem politischen Gebrauch und Missbrauch von Sprache. Sein aktuelles Buch „Eine Frage der Moral: Warum wir politisch korrekte Sprache brauchen“ ist 2018 im Dudenverlag erschienen.

7 Gedanken zu „Whistleblower

  1. Guido Strack

    Whistle­blow­er-Net­zw­erk e.V.
    Schön­er Artikel.
    Wir haben uns schon 2006 für “Whistle­blow­er” entsch­ieden. Bis etwa Mitte 2010 kam immer wieder die Frage nach dem deutschen Begriff, sei­ther sel­tener.
    Bei uns find­en sich auch noch ein paar Her­leitungsver­suche:
    http://www.whistleblower-net.de/…ng,de/index.php
    Per­sön­lich finde ich “Infor­ma­tions­be­freier” die beste, allerd­ings unge­bräuch­liche Über­set­zung. Der Ver­such Deis­eroths ist m.E. auch deswe­gen falsch weil die meis­ten Whistle­blow­er sich gar nicht als ethis­che Dis­si­den­ten son­dern als loyale Mitar­beit­er ver­ste­hen, die auf einen Miss­stand hin­weisen weil sie es als ihre Pflicht empfind­en.

  2. D.A.

    Viertel­jahrhun­dert?
    Gibt es deut­lich frühere Belege als die erste COS­MAS-Ver­wen­dung von 1997, oder ist das mit dem Viertel­jahrhun­dert ein Fehler und es sind 10 Jahre weniger?

  3. Whistleblower-Netzwerk-Blog

    Leak­en oder Whistle­blow­er als Anglizis­mus des Jahres?… sym­pa­this­ches Plä­doy­er für den Begriff Whistle­blow­er als Anglizis­mus des Jahres und auch einiges Inter­es­santes über seine Herkun­ft …

  4. Michael Kuhlmann

    Ich habe mal gesucht, wie Erwin Bixler 2002 genan­nt wurde, der Revi­sor der Arbeit­sagen­tur, der damals den Sta­tis­tik-Skan­dal aufdeck­te: Whistle­blow­er!
    Neben dem Whistle­blow­er-Net­zw­erk, von dem sich ein Vertreter net­ter­weise schon hier gemeldet hat, find­en sich etliche weit­ere Belege aus der Zeit vor 2010.
    Ich finde das aber nicht schlimm, ein Anglizis­mus des Jahres muss nicht zwin­gend neu sein. Die Ver­wen­dung muss nur sehr aktuell sein. Das ist bei Whistle­blow­er ein­deutig der Fall.
    Stutzig wurde ich bei den Favoriten von Michael (der passender­weise heißt wie ich): Wed­er durch­faven noch Bal­con­ing habe ich bish­er je gehört, und ich habe auch nicht die ger­ing­ste Ahnung, was die bei­den Begriffe bedeuten kön­nten.

  5. Herzi

    Ehrlich gesagt glaube ich den begriff schon viel länger zu ken­nen, mir fällt das das Stich­wort “Deep Throat” ein. Nicht das ich so alt wäre, das noch miter­lebt zu haben, aber irgend­wie kenne ich den Begriff schon lange.

  6. Anatol Stefanowitsch

    @D.A.
    Oh, ich habe die Google-Books-Belege wegge­lassen, die ich für den Beitrag eigentlich her­aus­ge­sucht hat­te. Die früh­esten dieser Belege stam­men aus der ersten Hälfte der 1980er; dort wird der Plur­al übri­gens inter­es­san­ter­weise noch mit -s gebildet, z.B. hier:
    http://books.google.de/AAJ&q=whistleblowers

  7. kreetrapper

    Plur­al
    Ich finde die Bil­dung des Plu­rals mit Null­suf­fix nicht beson­ders über­raschend. Whistle­blow­er fügt sich doch wun­der­bar in die lange Rei­he der mit -er gebilde­ten Agens-Sub­stan­tive (Bäck­er, Mau­r­er, Pfeifenreiniger,etc.). Umso erstaunlich­er, daß über­haupt Plu­rale mit -s im Deutschen existieren. Vielle­icht wurde in der Frühzeit der Entlehnung noch der englis­che Plur­al ver­wen­det, weil das Wort als Fremd­wort und nicht als Lehn­wort ver­standen wurde.

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