Blogspektrogramm 30/2014

Von Susanne Flach

Som­mer­loch Som­mer­loch bla Som­mer­loch blafasel Som­mer­loch Som­mer­loch tüdelü Som­mer­loch tralala Som­mer­loch — oh, wartense, ein Spek­tro­gramm! Heute mit Binnen‑I, Kuh­wörtern und geografis­chen Fak­toren bei sprach­lich­er Diversität:

  • Der Ger­man­ist Rudolf Muhr kom­men­tiert in DIE PRESSE mit klaren Worten den „sprachkon­ser­v­a­tiv­en Auf­s­tand“ der Bin­nen-I-Geg­ner­In­nen und deren aggres­siv­en Ton­fall als „sprach­lichen Revisionismus“.
  • Sprache X hat Y Wörter für Z!“ — der Klas­sik­er unter den lexikalis­chen Mythen. Und jet­zt kommt das OED uns erzählt uns was vom (ety­mol­o­gis­chen) Reich­tum des Englis­chen für das Wort­feld Kuh!
  • Warum es keine Ein­heitssprache geben wird: Marc Ettlinger auf BUSINESSINSIDER. Die kurze Antwort hat vielle­icht etwas sehr viel „Iden­tität“ als „bewussten“ Ein­flussfak­tor und etwas weniger geografis­che Dis­tanz im Sinne des „Wer­dens (und Bleibens) ein­er Sprachge­mein­schaft“, aber gut, dafür haben wir noch zu vermelden:
  • Den Gedanken der „spe­ci­a­tion“ ver­fol­gt man im ECONOMIST und berichtet von ein­er Studie, die geografis­che Fak­toren bei Sprachen­di­ver­sität unter­sucht hat.
  • Video der Woche: ver­mut­lich noch bis heute Abend kön­nen Sie in der Videothek des ZDF eine Diskus­sion bei Peter Hahne zwis­chen Sascha Lobo und dem Ger­man­is­ten Horst Haider Munske zum The­ma „Stirbt die deutsche Sprache aus?“ sehen. Die Diskus­sion ist etwas zäh, aber inter­es­sant auf ein­er Metaebene. Sehen Sie ein­fach selbst.

6 Gedanken zu „Blogspektrogramm 30/2014

  1. Ospero

    War­nung: Kom­mentare im Inter­net zu lesen, ist ja grund­sät­zlich keine gute Idee (außer natür­lich diesen hier 😉 ), aber die beim ersten Link sind ganz beson­ders ent­muti­gend, ins­beson­dere in Kom­bi­na­tion mit den pos­i­tiv­en und neg­a­tiv­en Bew­er­tun­gen. Ein einziger springt da nicht auf den “ist doch eh mitgemeint”-Zug auf und hat dann prompt fast nur Down­votes, während alle anderen Kom­mentare hochgevotet werden.

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  2. Vilinthril

    @Ospero: Die Presse hat in Öster­re­ich den Ruf, für eine Qual­ität­szeitung beson­ders reak­tionäre, rück­wärts­ge­wandte und schlicht vertrot­telte Kom­men­ta­torin­nen zu haben. Nicht ent­muti­gen lassen. ^^

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  3. Daniel

    Da hat der Ger­man­ist Rudolf Muhr doch einen ziem­lichen Bock geschossen: “ALLE Frauen, die den Brief mitun­terze­ich­net haben, haben eine gener­ische Berufs­beze­ich­nung angegeben: Lehrerin, Jour­nal­istin, Über­set­zerin usw., während der OB genau das Gegen­teil ver­langt! Hier kommt einiges durcheinan­der! Die erkämpften Priv­i­legien wer­den genossen, die Fem­i­nistin­nen sprach­lich qua­si erschossen! Und das von den eige­nen Geschlechtsgenossinnen!”

    Das sieht im Brief dann zB so aus: “Pich­ler, Bet­ti­na, Deutschlehrerin an der Neuen Mit­telschule, St. Flo­ri­an a.I.”. Etwas pein­lich, dass er als Leit­er ein­er Forschungsstelle offen­bar nicht weiss, dass eine gener­ische Beze­ich­nung für Grup­pen ist, nicht für Einzelpersonen.

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  4. finanzer

    Wer solchen argu­men­ta­tiv­en Blödsinn verzapft, darf sich über Kri­tik nicht wundern:

    Eine Rück­kehr zur sprach­lichen Nor­mal­ität bedeutet eine Rück­kehr in die sprach­liche Diskri­m­inierung der Frauen. Das ist nicht hin­nehm­bar, da jede Diskri­m­inierung in der Demokratie ein Ver­stoß gegen die Men­schrechte ist, und die haben in Öster­re­ich Verfassungsrang.”

    Jeden der das Binnen‑I nicht mag gle­ich zum Ver­fas­sungs­feind hochzustil­isieren, das hat schon was.

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