Kategoriearchive: Decaf

In dieser Kategorie befinden sich Susanne Flachs Beiträge aus dem *decaf-Blog (2010-2012)

Lebendige bedrohte Wörter

Gestern war mal wieder "Tag der deutschen Sprache". So genau war mir nie richtig klar, was die Initiatoren damit wirklich bezwecken wollen. Naja, nutzen Sie halt mal die deutsche Sprache! Brüllen Sie schnell zehn Mal "deutsch" in Großbuchstaben! Stoppen Sie den sintflutartigen Sprachwandel mit bloßen Händen und passen Sie auf, dass Ihnen kein Anglizismus durch […]

Ambiguitätenolympiade

Der Beitrag hätte natürlich vor dem Olympia-Overkill vor drei Wochen erscheinen sollen oder zumindest in den 16 Tagen danach, aber man will son Fest ja gucken und nicht drüber schreiben. Also: Was bedeutet Olympiade und was ist angeblich so falsch daran, es zu nutzen, wenn man das Sportfest selbst meint? Foren sind ja voll davon. […]

Neues von den Humorterroristen

Erleichterung könnte sich breit machen: Es gibt derzeit nicht nur Olympia. Halt, moment… Die Humorterroristen vom Verein Deutsche Sprache (VDS) melden sich im Fokus zu Wort, weil sie wieder nen Preis erfunden und unters Journalistenvolk gejubelt haben („Dschammeeka-Preis“). Damit kritisieren sie einen ARD-Reporter aufgrund dessen angeblicher und angeblich falscher Aussprache von Jamaika*: „Ich habe nichts […]

Das weibliche Airbus

Am Dienstag wäre Amelia Earhart 115 Jahre alt geworden. Zeit, sich mal damit zu beschäftigen, welches Genus Flugzeuge denn so haben. Denn vermutlich vergeht keine Einführung in die Englische Linguistik ohne den Zusatz, dass das auf biologischem Geschlecht beruhende Genussystem des Englischen Ausnahmen zulässt: Schiffe, Autos und Flugzeuge sind da angeblich gerne mal feminin. Zum […]

Wales in Worten

Ich war letztens kurzentschlossen eine Woche in Wales. Ein paar linguistische Eindrücke sind erwähnenswert — ein kleiner Feldforschungsbericht.

Humor

Damit hier auf Dauer nicht der Eindruck entsteht, SprachwissenschaftlerInnen hätten keinen Humor und/oder möchten nur an Nörglern rumnörgeln, gibt es ab sofort in unregelmäßiger Abfolge einen Humorbeitrag. Ges(t)ammeltes Meta. Heute ging in meiner Facebook-Timeline folgender Witz herum, den Arnold Zwicky 1992 in seiner "Presidential Adress" der Linguistic Society of America erzählte (zitiert in Goldberg 2006: 19): […]

Du, Sie, Müller's Vieh

Nebenan im Sprachlog hat Anatol unter dem Verdacht der Inhaltsleere die Frage gestellt, was seine LeserInnen so in welchem Kommunikationskanal siezen. Das hat mich dringendst daran erinnert, dass ich seit Jahr und Tag mal was zum 'Siezen im Englischen' schreiben wollte. Das kommt so: Mit zunehmender Dauer tendiert die Wahrscheinlichkeit gegen 1, dass jemand in […]

[AdJ 2011] Der Kreisläufer: circlen

Für diesen Kandidaten eigne ich mich vielleicht ganz gut: Ich habe zwar ein Konto bei Google+, weil ich nach ausbleibenden Einladungen ganz stolz war, dass ich mich selbst anmelden konnte. Ich bin aber in keinem seine oder ihre Kreise, habe noch niemanden eingekreist (haka!) und nutze Google+ nur dann zur kurzfristigen Egopflege, wenn ein Link […]

[AdJ 2011] Content farmen auf Contentfarmen

Die Nominierung von Contentfarm ging von Leserin Simone ein: Ich möchte “Contentfarm” nominieren. Nominertes Wort: Contentfarm (auch Content-Farm oder Content Farm) Beleg: z.B. http://www.zeit.de/digital/internet/2011–03/google-algorithmus Begründung: Das Wort ist mir in diesem Jahr ersten Mal aufgefallen Ich habe auch einige ältere Beispiele gefunden, aber ich meine, häufiger ist es erst durch die Berichte über den Verkauf […]

[AdJ 2011] Das neue Mem: Meme.

Als die Nominierung Meme von Karoline abgegeben wurde, war ich überrascht: Denn eigentlich hielt ich es für die Pluralform von Mem, einem längst integrierten Fachterminus, dementsprechend mit deutscher Aussprache [me:mə], mir war nicht klar, dass es eigentlich und vermutlich einen, äh, phonologischen Anglizismus [mi:m] gibt. Ich krieche zu Kreuze! Ich lese wenn überhaupt nur von […]