Tag-Archive: Sprachverwirrung

Warum man Fake News nicht verbieten kann: Eine Fallstudie

Zufällig war ich heute auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken in den Schönhauser-Allee-Arkaden (einem Einkaufszentrum im Prenzlauer Berg), als der Eingang und die Straße und der U-Bahnhof vor dem Einkaufszentrum von der Polizei abgesperrt wurden. Ein freundlicher Beamter erklärte auf Nachfrage, dass man einen verdächtigen Gegenstand gefunden habe, der nun untersucht würde. Das wurde auch schnell […]

Wie man Männer zu Affen macht

Die Rheinische Post hat gestern mit der Behauptung „Männer ähneln Affen mehr als Frauen“ die schlechteste Schlagzeile eines populärwissenschaftlichen Artikels geliefert, die mir in diesem Jahr untergekommen ist. Sie ist nicht nur falsch (was selbst biologisch nur schwach gebildeten Menschen intuitiv klar sein dürfte), sie beruht außerdem auf einem tief verwurzelten sexistischen Denkmuster.

Sprachgeografische Verwirrung

Nein, ich meinte tatsächlich „sorbische Pronomen“, sonst hätte ich „russische“ oder „arabische“ geschrieben (wobei letztere auch äußerst interessant sind) Merke: Suchmaschinen sollten nur dann versuchen, klüger als der Nutzer zu sein, wenn sie klüger als der Nutzer sind.

Lobet den Herrn!

Wenn auch Ihr in den Klauen einer Sekte seid, in der englisches Lehngut angebetet wird: Es besteht Hoffnung. Entsagt dem angelsächsischen Teufelszeug und kehrt in den Schoß der einen wahren Kirche zurück. Oder ihr lernt den Unterschied zwischen „Anglizismus“ und „Anglikanismus“ und genießt einfach euer Leben. Und feiert den Anglizismus des Jahres.

Bock zum Gärtner

Während die Sprachnörgler in Deutschland sich hauptsächlich auf englische Lehnwörter einschießen, bekämpfen ihre britischen Brüder und Schwestern im Geiste von der britischen Plain English Campaignhauptsächlich SMS– und Jugendsprache, lange Sätze, Metaphern — im Prinzip alles, was sie nicht verstehen. Zum Thema „Metaphern“ geben sie den um eine klare Sprache bemühten Besuchern ihrer Webseite zum Beispiel […]

Säumige Handwerker

Die Hamburger Handwerkskammer wirbt seit einigen Monaten in Bahnen, Bussen und Zeitungen, und im September sogar mit einem Großplakat am Dock 10, mit dem Slogan „Zugegeben, Hamburg ist uns gut gelungen. Aber wir hatten ja auch 1.200 Jahre Zeit“. Ich nehme an, dass das Handwerk sich mit diesem Werbespruch positiv darstellen will, auch wenn ich den verschlungenen Gedankengang […]

Merkels Lieblingszitat

Im Bundestagswahlkampf fällt ja auf, dass alle Spitzenkandidaten versuchen, das Web 2.0 für sich zu nutzen. Vermutlich ziehen sie ihre Inspiration dafür aus dem US-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf, vergessen dabei aber, dass Barack Obama das Web deshalb so erfolgreich nutzen konnte, weil er tatsächlich weiß, wie man es bedient. Bei unseren Politikern dagegen durchschaut man schnell, dass […]

Suchmaschinenträume

Wenn ich nach Sprachblogbarem google — dazu verwende ich vordefinierte Kombinationen von Suchbegriffen, mit denen ich Google News durchsuche — finden sich unter den Ergebnissen immer jede Menge Pressemeldungen zu universitären Forschungsprojekten. Ich ignoriere diese Pressemeldungen normalerweise und greife sie, wenn überhaupt, erst dann auf, wenn sie es tatsächlich in ein Presseorgan geschafft haben. Aber […]

Posieren vor dem Gesicht

Auf Mallorca wartet auf arglose Pauschaltouristen ja derzeit eine nicht zu unterschätzende Gefahr, eine schreckliche Seuche, die gnadenlos und ohne Ansehen der Person zuschlägt, vor der es keinen Schutz und für die es keine wirksame Behandlung gibt. Ich rede natürlich von den Animateuren, die uns Urlaubern unsere paar Tage ehrlich verdiente Auszeit vermiesen, indem sie […]

Who scheissmeistered the Schmerzlkender?

In den Kommentaren zu meinem gestrigen Beitrag weist Sprachblogleser/in „D“ auf einen Hörfunkbeitrag vom 4. Juni mit einem ähnlichen Thema hin. Unter der stilistisch grenzwertigen Überschrift „New York liebt ein bisschen Deutsch — Can you schlepp a Gesamtkunstwerk?“ liefert Lena Bodewein, Hörfunkkorrespondentin der ARD, einen Beitrag über deutsches Lehngut in New York. Ich muss hier vorsichtig […]