Gewinnmitteilung

Und hier die über­fäl­lige Entschei­dung unseres Gewinn­spiels. Um mir die Entschei­dung ein­fach­er zu machen, habe ich die Wet­tbe­wer­ber in drei Kat­e­gorien eingeteilt:

  1. Sick-Geplagte
  2. Wiss­be­gierige
  3. Spaßvögel

Dann habe ich in jed­er Kat­e­gorie eine/n Sieger/in gekürt.

In der ersten Kat­e­gorie ist mir die Entschei­dung am schw­er­sten gefall­en. Ich spüre den Schmerz sprach­in­ter­essiert­er Men­schen, die von wohlmeinen­den Men­schen mit Sick-Devo­tion­alien mal­trätiert oder wegen ihrer Mundart diskri­m­iniert wer­den oder die ihre Fre­unde ver­lieren, weil sie nicht aus­re­ichend über das Ableben des Gen­i­tivs trauern. Ich habe mich am Ende für neous entsch­ieden, weil auch ich zu Wei­h­nacht­en von meinen Eltern das Brettspiel geschenkt bekom­men habe und mir ihre/seine Verzwei­flung deshalb ver­traut ist:

Als triffti­gen Bewer­bungs­grund gebe ich aber an, seit Jahren mit den Sick-Büch­ern bewor­fen zu wer­den. Als ange­hende Sprach­wis­senschaft­lerin muss man so etwas ange­blich lesen, behaupten die Schenk­enden. So bekam ich dann zum Geburt­stag oder zu Wei­h­nacht­en den neuesten Band und — nun der Höhep­unkt — zum let­zten Wei­h­nachts­fest auch noch das Brettspiel.

In der zweit­en Kat­e­gorie ist mir die Entschei­dung etwas leichter gefall­en. Gewon­nen hat Wit­ness the Sick­ness, weil er/sie nicht die eigene Wiss­be­gi­er stillen möchte, son­dern die Sick-geplanter Schüler, die dadurch vielle­icht vor der dun­klen Seite der Macht bewahrt wer­den kön­nen:

Meine Mut­ter ist Deutschlehrerin und lei­der begeis­tert von Sicks Büch­ern. […] Soweit ich weiß, hat sie Auss­chnitte aus Sicks Büch­ern schon in ihrem Unter­richt ver­wen­det. Sollte sie nun dieses Buch (Sick of Sick) überzeu­gen, so kön­nte man hof­fen, dass sie diese Debat­te (Sprach­nörgelei vs. Sprach­nörgeleikri­tik bzw. Präskrip­tivis­mus vs. Deskrip­tivis­mus) in ihrem Unter­richt behan­delt und somit das Bewußt­sein ihrer Schüler schärft für die unter­schiedlichen Herange­hensweisen an Sprache und im speziellen für die Frage nach der Grund­lage der Bew­er­tung von Sprache. Anschließend kön­nte sie ihren Kol­legIn­nen davon bericht­en, dass sich dieses The­ma vorzüglich im Deutschuntericht behan­deln lässt. Diese wer­den es ihr natür­lich sofort gle­ich­tun und ihren Lehrplan ändern. Dies bewirkt einen Schnee­ball­ef­fekt und an allen deutschen Schulen wer­den junge Men­schen dazu erzo­gen kri­tisch mit der Kri­tik an dem Sprachge­brauch ander­er Men­schen umzuge­hen. Das geht dann so weit­er und es endet schließlich mit ein­er gerecht­en Verteilung der Güter und der Abschaf­fung jeglich­er Form des gewalt­samen Kon­flik­tes. Und das alles nur weil ich dieses Buch gewon­nen habe.

In der drit­ten Kat­e­gorie habe ich mich für Sas­t­ian Bicks Kom­men­tar entsch­ieden, der gle­ichzeit­ig den unendlichen Kreis­lauf von Kri­tik und Gegenkri­tik und die Rekur­siv­ität der Sprache demon­stri­ert:

Ich finde, ich sollte das Buch bekom­men, damit ich ein solides Fun­da­ment besitze für meine näch­ste Abhand­lung:

Mei­n­un­gen zu Mei­n­unger: Und noch ein Streifzug durch die Sprache als Antwort auf die „Antwort auf den ‚Zwiebelfisch‘“

Die Gewin­ner mögen mich in den näch­sten Tagen per Email kon­tak­tieren (die Email-Adresse find­et sich im Impres­sum des Blogs) und mir ihre voll­ständi­gen Namen und Adressen mit­teilen, damit ich alles Weit­ere in die Wege leit­en kann.

An alle, die nicht gewon­nen haben: trotz­dem vie­len Dank für Ihre guten Gründe!

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Anatol Stefanowitsch

Über Anatol Stefanowitsch

Anatol Stefanowitsch ist Professor für die Struktur des heutigen Englisch an der Freien Universität Berlin. Er beschäftigt sich derzeit mit diskriminierender Sprache, Sprachpolitik und dem politischen Gebrauch und Missbrauch von Sprache. Sein aktuelles Buch „Eine Frage der Moral: Warum wir politisch korrekte Sprache brauchen“ ist 2018 im Dudenverlag erschienen.

4 Gedanken zu „Gewinnmitteilung

  1. Jeeves

    Huch, wohin hab’ ich mich denn hier ver­laufen?

    Studierte oder studierende Humor­lose sind offen­sichtlich eifer­süchtig auf einen Erfol­gre­ichen (näm­lich: Sick)?

    Das mach auf mich als Außen­ste­hen­den jeden­falls diesen Ein­druck.

  2. Thomas

    Übri­gens wird das Sprach­blog auf Seite 152 von “Sick of Sick?” und hier wird das Buch erwäh­nt. Hat Cross­mar­ket­ing jet­zt die Sprach­wis­senschaft erre­icht?

  3. Zombieallomorph

    Kri­tik ist natür­lich immer gle­ich Aus­druck von “Eifer­sucht”, sobald der Kri­tisierte mehr oder min­der promi­nent ist, schon klar.

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