Anglizismenzählen für Dummies

Gestern waren wir (und damit meine ich mich) bei unser­er (und damit meine ich mein­er) Diskus­sion der dieswöchi­gen Aus­gabe von Welt-Online-Textchef Sönke Krügers Kolumne „Wort­ge­fecht“ bis zu seinem „Die-Menschen-können-kein-Englisch-also-verstehen-sie-auch-keine-englischen-Lehnwörter“-Schachzug gekom­men.

Dieser Schachzug ist bei Sprach­nör­glern sehr beliebt, obwohl er auf offen­sichtlich falschen Annah­men beruht: man muss nämich eine Sprache nicht beherrschen, um Lehn­wörter aus dieser Sprache zu ver­ste­hen. Ich spreche zum Beispiel kein Alt­griechisch, trotz­dem weiß ich, dass ich in ein­er Bib­lio­thek Büch­er finde. Ich kann auch kein Latein, trotz­dem weiß ich, dass ein Exa­m­en eine Prü­fung ist. Ich kann auch kein Rus­sisch, trotz­dem weiß ich, dass nicht nur Bolschewiken gerne Wod­ka trinken. Ich kann auch kein Japanisch, trotz­dem weiß ich, dass es angesichts der vie­len schö­nen Lehn­wörter in der deutschen Sprache keinen Grund gibt, Sep­puku zu bege­hen. Ich kön­nte ad nau­se­am weit­er­ma­chen, aber ich denke, dass ich mein Argu­ment plau­si­bel präsen­tiert habe.

Aber eigentlich geht es Krüger auch nicht darum, ob englis­che Lehn­wörter Ver­ständ­nis­prob­leme verur­sachen. Nein, sie stören ihn sowieso:

Über Anglizis­men ärg­ern sich auch viele Leser, was zahlre­iche Zuschriften zu diesem The­ma bele­gen, die ich in den let­zten Wochen erhal­ten habe. So beschw­ert sich Gun­da Fritsch: “Über­all ist von Lifestyle, High­lights, New­com­ern die Rede — warum schreibt die Presse nicht ein­fach von Stil, Höhep­unk­ten und Anfängern? Dann würde der Leser es ver­ste­hen.”

Nebenbe­merkung: Nor­maler­weise verbessere ich in Zitat­en aus der Online­presse stillschweigend die englis­chen Zoll- und Inchze­ichen, die man dort fälschlicher­weise für Anführungsze­ichen hält, aber hier und in meinem Beitrag von Gestern habe ich sie ein­fach mal ste­hen lassen. Wäre es nicht eine lohnende Auf­gabe für einen sprach­nörgel­nden Textchef, seine Online-Zeitung typografisch wenig­stens schon ein­mal ins zwanzig­ste Jahrhun­dert zu führen? Es muss ja nicht gle­ich Uni­code sein — „ &#8220 täten es auch schon.

Aber egal. Gun­da Fritsch, wenn es sie wirk­lich geben sollte, liest entwed­er eine sehr eingeschränk­te Auswahl an Presseerzeug­nis­sen, oder sie passt nicht gut auf: in allen drei Fällen wird die von ihr „vorgeschla­gene“ Alter­na­tive deut­lich häu­figer ver­wen­det als das englis­che Lehn­wort (auf die Frage, ob es sich wirk­lich um Alter­na­tiv­en han­delt, will ich mich heute nicht ein­lassen):

Deutsch Englisch Ver­hält­nis Dt./Engl.
Stil: 6 758 Lifestyle: 3 275 2,06 : 1
Höhepunkt(e): 11 200 Highlight(s): 6 205 1,8 : 1
Anfänger: 542 New­com­er: 407 1,2 : 1

Gun­da Fritschs Beispiel­wörter in deutschen Nachricht­en­quellen (Google News Deutsch­land, h:de)

Aber Gun­da Fritsch ist nicht die einzige, die sich beschw­ert:

Auch Leser J. P. Des­grand­schamps aus der Schweiz kri­tisiert: “Da fühlt sich der Redak­tor berufen, en masse Anglizis­men zu ver­wen­den: aus­ge­pow­ert, down­load­en, gecrashte Flugzeuge” — dabei gibt es deutsche Wörter: aus­ge­laugt, herun­ter­laden, abgestürzte Flugzeuge.

En Masse? Mon Dieu, was bedeutet das bloß? Ich spreche lei­der kein Ange­berisch, deshalb ist die nuancierte Finesse dieses Aus­drucks ein ver­i­ta­bler Affront. Gibt es denn kein mot alle­mand für diesen abscheulichen Gal­lizis­mus? Ich kön­nte ob dieser immod­esten Zurschaustel­lung mondän­er Rhé­torique vrai­ment meine delikate Con­te­nance ver­lieren. Mon­sieur Des­grand­champs: gecrashte Flugzeuge? Was lesen Sie denn bloß für Zeitun­gen? In deutschen Nachricht­en­quellen fand ich aujourd’hui 721 mal das Wort abgestürzt und ger­ade 9 Mal das Wort gecrashed/gecrasht — kein einziges Mal bezog let­zteres sich auf ein Flugzeug.

Aber was disku­tiere ich hier über die konkreten Beispiele? Das Prob­lem ist doch viel tief­greifend­er:

Die Beispiele sind keine Einzelfälle. Das beweist ein Blick in unser Archiv, in dem Artikel aus rund 70 Zeitun­gen und Zeitschriften gesam­melt und aus­gew­ertet wer­den. Dort habe ich für den Suchzeitraum der ver­gan­genen vier Wochen nach gängi­gen Anglizis­men gesucht, denen eines gemein­sam ist: Sie sind alle­samt über­flüs­sig, weil es ver­ständliche deutsche Wörter gibt, die man stattdessen benutzen kann. Busi­ness tauchte 596-mal auf (deutsche Alter­na­tive: Geschäft/Geschäftsleben), von einem Event (statt Ereignis/Veranstaltung) war 430-mal zu lesen, Per­for­mance erzielte 405 Tre­f­fer (und bedeutet: Wer­ten­twick­lung eines Wert­pa­piers), das High­light ver­drängte 294-mal den Höhep­unkt, 271 Air­lines flo­gen durch die Texte, obwohl es eigentlich Flugge­sellschaften sind, und 70 Body­guards tat­en ihren Dienst, nicht etwa Leib­wächter. Von Tool, (Werkzeug), Dead­line (Ter­min) und Cus­tomer Rela­tion­ship (Kun­den­beziehung) ganz zu schweigen.

Man muss es dem Welt-Online-Textchef lassen: er hat tat­säch­lich ver­sucht, sich dem The­ma empirisch zu näh­ern. Damit unter­schei­det er sich pos­i­tiv von geschätzten 98,7 Prozent aller Sprach­nör­gler und das ver­di­ent ehrlichen Respekt. Allerd­ings ist seine empirische Unter­suchung noch nicht ganz con­clu­ante ger­at­en. Wie ich meinen Studieren­den schon im Grund­kurs ein­trichtere: Absolute Häu­figkeit­en bedeuten gar nichts, wenn wir sich nicht zu irgen­det­was in Bezug set­zten kön­nen. Ist 430 viel oder wenig? Hinzu kommt, dass man bei ein­er reinen Suche nach Wörtern deren Ver­wen­dungszusam­men­hänge außer Acht lässt. Damit ist es unmöglich, abzuzschätzen, ob hier tat­säch­lich deutsche Wörter durch „über­flüs­sige“ Anglizis­men „ver­drängt“ wer­den.

Set­zen wir die Zahlen für die Anglizis­men zunächst in Bezug zu den Zahlen für ihre (ange­blichen) deutschen Entsprechun­gen:

Deutsch Englisch Ver­hält­nis Dt./Engl.
Ereignis/Veranstaltung: 23 406 Event: 6 165 3,8 : 1
Geschäft(sleben): 6 165 Busi­ness: 37 418 0,16 : 1
Wer­ten­twick­lung: 394 Per­for­mance: 9 349 0,04 : 1
Flugge­sellschaften/-lin­ien: 5 302 Airline(s): 3 897 1,3 : 1
Leib­wächter: 194 Bodyguard(s): 178 1,1 : 1

Sönke Krügers Beispiel­wörter in deutschen Nachricht­en­quellen (Google News Deutsch­land, h:de)

Das bei Sprach­nör­glern so ver­has­ste Event ver­drängt (bis­lang) nicht ein­mal annäh­ernd das deutsche Ereig­nis: das deutsche Wort ist fast vier­mal so Häu­fig wie sein pen­dant anglais. Anders scheint es zunächst bei Busi­ness und Per­for­mance auszuse­hen — aber nur, bis man sich die Ver­wen­dung dieser Wörter näher ansieht. Der Fall von Per­for­mance ist schnell gelöst: es bedeutet eben keineswegs nur, oder auch nur haupt­säch­lich, „Wer­ten­twick­lung“, son­dern meis­tens „Leis­tung“ (wie in Nach Her­stellerangaben wurde die Per­for­mance der Soft­ware erhe­blich gesteigert) oder „Vor-/Auf­führung“ (wie in …und da mussten die Jungtänz­er ihre Per­for­mance sog­ar zwei Mal tanzen…). Für Leis­tung find­en sich mit 21 940 Tre­f­fern dop­pelt so viele, wie für Per­for­mance und Auf­führung bringt nochein­mal 2 306 Tre­f­fer. Bei Busi­ness ist der Fall kom­pliziert­er: Es wird nicht in den sel­ben Zusam­men­hän­gen ver­wen­det wie Geschäft. Let­zteres wird ver­wen­det, wenn es — naja, ums Geschäft oder um ein Geschäft geht. Typ­is­che Ver­wen­dun­gen sind:

  1. Leas­ing-Geschäft
  2. ins Geschäft ein­steigen
  3. Bei Banken schwindet Hoff­nung auf Geschäft mit Abgel­tung­s­teuer
  4. Son­der­abfälle: Geschäft wird immer glob­aler
  5. Pfiz­er steuert europäis­ches Onkolo­gie-Geschäft kün­ftig aus Berlin
  6. Klei­derdiebe steigen in Geschäft ein
  7. Deutsche Man­ag­er wollen Indi­en-Geschäft ausweit­en
  8. Geschäft in der City bren­nt aus
  9. Post zieht sich aus US-Geschäft zurück
  10. Tele­fon­i­ca legt im oper­a­tiv­en Geschäft zu — Über­schuss hal­biert sich

Busi­ness wird dage­gen prin­ci­pale­ment in Fir­men- und Pro­duk­t­na­men ver­wen­det:

  1. All for One Busi­ness Part­ner
  2. Busi­ness Cen­ter
  3. Busi­ness Club
  4. Cologne Busi­ness School
  5. Busi­ness Handy
  6. Busi­ness Angel
  7. Busi­ness Devel­op­er
  8. Busi­ness Soft­ware
  9. Ashridge Busi­ness School
  10. Busi­ness Eng­lish
  11. Hand­held Busi­ness
  12. Busi­ness Media Chi­na AG
  13. Busi­ness Smart­phone

Ob die Ver­wen­dung des englis­chen Busi­ness hier „über­flüs­sig“ ist, wis­sen nur die Schöpfer dieser Namen. Auf jeden Fall „ver­drängt“ es nicht das deutsche Geschäft.

Air­line und Body­guard will ich Krüger schenken. Soweit ich sehen kann, wer­den sie — von ein paar Fir­men­na­men abge­se­hen — tat­säch­lich nur in Zusam­men­hän­gen ver­wen­det, in denen es auch Flugge­sellschaft und Leib­wächter getan hät­ten.

Aber am Ende muss man die Wort­wahl den Sprech­ern und Schreibern der Sprache über­lassen. Ich werde nie das Wort Air­line ver­wen­den, wenn ich eine Fluglin­ie meine, aber ich werde auch nie Hosen tra­gen, die hin­ten bis auf den Boden hän­gen, ich werde nie auf einem kleinen sil­ber­nen Roller durch die Stadt fahren, ich werde nie ein Album von Thomas Godoj kaufen, ich werde nie einen Klin­gel­ton auf mein Handy herun­ter­laden, in Sec­ond Life abhän­gen oder Alkopops trinken. Und ich werde nie eine Kolumne schreiben, in der ich irgen­det­was davon als „über­flüs­sig“ beze­ichne, nur, weil es das in mein­er Jugend noch nicht gab.

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Anatol Stefanowitsch

Über Anatol Stefanowitsch

Anatol Stefanowitsch ist Professor für die Struktur des heutigen Englisch an der Freien Universität Berlin. Er beschäftigt sich derzeit mit diskriminierender Sprache, Sprachpolitik und dem politischen Gebrauch und Missbrauch von Sprache. Sein aktuelles Buch „Eine Frage der Moral: Warum wir politisch korrekte Sprache brauchen“ ist 2018 im Dudenverlag erschienen.

25 Gedanken zu „Anglizismenzählen für Dummies

  1. gyokusai

    War das die Blog-Soft­ware, die die Zoll- bzw. Minuten- und Sekun­den-Zeichen in den Zitat­en in kor­rek­te englis­che An- und Abführun­gen über­führt hat? Ist bei deutschen Tex­ten (Aus­nahme: fremd­sprach­liche Zitate) immer noch falsch, aber anders falsch … kreiert sozusagen seinen eige­nen „Anglizis­mus“ 😉

    ^_^J.

  2. mawa

    Übri­gens ist “aus­ge­pow­ert” kein Anglizis­mus. Ursprünglich kommt der Aus­druck aus dem Franzö­sis­chen (von “pau­vre”), und sein Aussprache- und Bedeu­tungswan­del ist ein großar­tiges Beispiel dafür, was spelling pro­nun­ci­a­tion alles mit Wörtern anstellen kann.

  3. Anatol Stefanowitsch

    gyoku­sai (#1), ja, das war Word­Press. Ich habe mir aus rein­er Böswilligkeit die Mühe gemacht, das so zu kor­rigieren, dass nun die Inch-Zeichen (oder Straight Quotes) erscheinen, genau wie im :noer­gler: Orig­i­nal.

    mawa (#2), incroy­able! Jet­zt mogeln diese Fran­zosen uns auch noch Anglizis­men in unsere schöne Sprache.

  4. Matthias W.

    @ mawa # 2: Das ist ja span­nend und war mir bis dato völ­lig unbekan­nt – eben­so unbekan­nt wie die Nebenbe­deu­tung „(ugs.) jmdm. [beim Spiel] Geld abnehmen“, die mein Fremd­wörter-Duden aus dem Jahr 1974 verze­ich­net. Ich frage mich aber, ob wir es hier über­haupt mit einem Bedeu­tungswan­del zu tun haben oder ob nicht „aus­pow­ern“ im Sinn von „aus­lau­gen“ oder „vorüberge­hend jeglich­er Kraft oder Energie berauben“ eine Neuschöp­fung und damit eben doch ein Anglizis­mus ist (bzw. ein Pseudoan­glizis­mus, weil es m.W. im Englis­chen kein „phrasal verb“ wie „to pow­er out“ o.ä. gibt).

    Die Duden-Redak­tion scheint die Frage beant­wortet zu haben, denn in deren Rechtschreib­wörter­buch aus dem Jahr 2000, dem ersten, das die heute dom­i­nante Bedeu­tung verze­ich­net, find­en sich zwei Ein­träge: An erster Stelle ste­ht „aus­pow­ern […pau…] (ugs. für seine Kräfte voll­ständig auf­brauchen)“. Das an zweit­er Stelle genan­nte „aus­pow­ern“ (ugs. abw­er­tend für bis zur Vere­len­dung aus­beuten)“ kommt ohne Aussprachehin­weis aus, was für mich den Schluss nahelegt, dass es sich für die Duden-Redak­teure auf „bal­dow­ern“ reimt: Also trotz gle­ich­er Schrei­bung ein ganz anderes Wort.

    Die phonetis­che Geschichte vom sper­ri­gen „aus­gepau­vret“ (wenn es denn so anf­ing, ich finde keinen Beleg dafür, vielmehr fragt Google mich: „Mein­ten Sie: aus­gepauert?“) zum gefäl­ligeren und ins Haupt­stad­tid­iom passende „aus­ge­pow­ert“ finde ich übri­gens sehr schön. Das entspricht in etwa der Wand­lung der „cakes“ zum „Keks“ oder des „shawl“ zum „Schal“, oder? Heute gibt es so was (fast?) nur noch in der Sprache der Jugendlichen, die die Dinge nicht nur „kewl“ find­en, son­dern manch­mal auch ein­fach nur „kuhl“.

  5. Matthias W.

    Ich suche die ganze Zeit schon nach Beispie­len, in denen ein franzö­sis­ches „re(t)“ zu einem deutschen „er(t)“ mutiert (und in denen ein franzö­sis­ches „auv“ deutsch „ow“ wiedergegeben wird), aber ich komme auf keins. Let­zteres sollte ein­fach sein, aber ich bin block­iert.

    Mir fällt nur als Nachk­lapp zur „Puz­zlen vs. puzzeln“-Diskussion das „dou­ble“ ein, das in der Bedeu­tung „Dop­pel­gänger“ auch englisch ist und selb­stver­ständlich und schon seit Jahrzehn­ten so ver­bal­isiert wird: „doubeln“ (nicht „dou­blen“). Älteste Fund­stelle in mein­er (lück­en­haften) Bib­lio­thek: das Duden-Rechtschreib­wörter­buch von 1980. (Sor­ry, „off-top­ic“.)

  6. Ludwig

    Immer­hin hat Frau Gun­da F. eine Über­set­zung der Wörter parat, die sie gar nicht ver­ste­ht.

  7. Jens

    Wäre es nicht eine lohnende Auf­gabe für einen sprach­nörgel­nden Textchef, seine Online-Zeitung typografisch wenig­stens schon ein­mal ins zwanzig­ste Jahrhun­dert zu führen? Es muss ja nicht gle­ich Uni­code sein — „ &#8220 täten es auch schon.”

    Die Zahlen stam­men doch sog­ar aus dem Doku­mentze­ichen­satz, also Uni­code.

  8. Anatol Stefanowitsch

    Jens (#7), die Beze­ich­nun­gen sind aus der Uni­code­spez­i­fika­tion aber es bleibt natür­lich HTML. Ich meinte eine uni­code­fähige Soft­ware, die direkt „ und “ ver­wen­det. Mir wür­den sog­ar „ und “ reichen. Eigentlich ist mir auch das egal — ich wun­dere mich nur immer wieder darüber, dass Men­schen, die sich über englis­che Lehn­wörter aufre­gen, bei englis­ch­er Lehn­in­ter­punk­tion völ­lig ruhig bleiben kön­nen.

  9. Nörgler

    Das ist ja wirk­lich gut zu hören, Herr Ste­fanow­itsch, daß Sie nicht Air­line sagen und auch nicht in bag­gy pants herum­laufen. Gehe ich aber recht in der Annahme, daß Sie kon­se­quent nur Ham­burg Air­port sagen, weil das die “offizielle” Beze­ich­nung ist?

    Im übri­gen hat Sönke Krüger ja gar nicht behauptet, daß die genan­nten Anglizis­men die deutschen Audrücke ganz und gar aus der deutschen Sprache ver­drängt hät­ten. Er hat nur gesagt: “das High­light ver­drängte 294-mal den Höhep­unkt”, nach Ihrer Sta­tis­tik geschah das sog­ar 6205-mal. Das ist also eine Bestä­ti­gung und nicht eine Wider­legung von Her­rn Krüger.

    Ihr Veräp­pelung von Her­rn Des­grand­schamps, einem Schweiz­er, erscheint mir etwas gequält und affig. Bekan­ntlich ver­wen­den Schweiz­er — wohl aus nahe­liegen­den Grün­den — mehr Gal­lizis­men als Deutsche.

  10. Nörgler

    @daniel

    Hießen Sie Dr. Doolit­tle und wäre Englisch eine der Amtssprachen in Deutsch­land, verziehe ich Ihnen gerne den einen oder anderen Anglizis­mus.

  11. daniel

    Naja, wenn ich schon Ihren Segen zum Anglizis­mus­be­nutzen nicht habe wäre es wirk­lich nett, Sie kön­nten sich mit der Frage beschäfti­gen. Dann erkenne ich auch gerne Ihre Ver­suche komisch zu sein an…

  12. Nörgler

    @daniel

    Ich beschäftige mich gerne mit Ihrer Frage, wenn Sie so fre­undlich wären, sie etwas zu präzisieren.

  13. Patrick Schulz

    An Ana­tol (#15),

    nun kön­nte man natür­lich darüber philoso­phieren, ob das (also Struk­tur und Wortschatz) nicht schon aus­re­icht um zu sagen, dass man eine Sprache “beherrscht”… (“beherrschen” im Sinne von “Geschriebenes ver­ste­hen”).

  14. Thomas Müller

    Wenn ich ihn richtig ver­ste­he, beherrscht er die Sprache nicht im Sinne von “Geschriebenes ver­ste­hen”, son­dern im Sinne von “Bedeu­tung des Textes zusam­men­puzzeln”. So war das jeden­falls auch bei mir in der Schule, da kon­nte von den weni­gen späteren Leis­tungskurslern abge­se­hen nie­mand auch nur einen Funken Latein, aber wer als Kind Spaß mit Ravens­burg­er hat­te, kon­nte sich die Bedeu­tung der Texte müh­sam zusam­menset­zen.

    Dass Latei­n­un­ter­richt dem späteren Gram­matikver­ständ­nis gut tut, kann ich für mich per­sön­lich zwar bestäti­gen, aber über­trieben spaßig war die Sache nicht. 🙂

  15. Mohamed Idris

    Ich ver­ste­he nicht warum man warten muss, bis Anglizis­men deutsche Woert­er erset­zen, um Alarm zu schla­gen. Anstatt sich ueber Haeu­figkeit­en zu stre­it­en, muss man agieren, bevor es zu spaet ist. Ist das nicht logisch?

  16. DeLasco

    @ P. Schulz, off-top­ic: Ich habe nach einem guten Abi Englisch und Deutsch studiert und unter­richte das jet­zt, alles ohne je Latein gehabt zu haben. Es ist ein­fach Ein­bil­dung (im Sinne von “einge­bildete Bil­dung” oder “einge­bildet sein”) zu glauben, Latein wäre immer noch eine unverzicht­bare Insigne des Bil­dungs­men­schen. Ganz im Gegen­teil bedauere ich heutzu­tage diejeni­gen, die ohne solide Englis­chken­nt­nisse ein sprach­wis­senschaftlich­es Studi­um aufnehmen. Englisch ist hier, wie in so vie­len Fäch­ern, längst die lin­gua fran­ca, die Latein ein­mal war. Und das ist nur gut so, denn die englis­chsprachige Wis­senschaft­slit­er­atur ist wesentlich anre­gen­der zu lesen als die drö­gen End­lossätze deutsch­er “Gelehrter”, die ihre Ern­sthaftigkeit mit eingestreuten lateinis­chen und alt­griechis­chen Zitat­en zu beweisen ver­suchen.

  17. Patrick Schulz

    @ DeLas­co: Ich hätte nie gedacht, dass jemand meine let­zten bei­den Kom­mentare so ernst nehmen kön­nte… Aber um ganz ehrlich zu sein: Latein hab ich in der 10. Klasse mit 3 abgeschlossen und ver­steh heute nix mehr, Englisch hab ich ern­sthaft erst in der Uni gel­ernt, qua­si das Schwim­men mit dem Stoß ins kalte Wass­er. Und ich will auch gar nicht behaupten, dass ich “gebildet” sei. Ich lerne (und weiß teil­weise) das, was ich glaube, was das inter­es­san­teste ist, nicht das, wovon irgend­je­mand behauptet, dass es zu wis­sen zur “All­ge­mein­bil­dung” gehört. (o.k. das waren jet­zt “dröge End­lossätze”, aber ich ver­ab­scheue Telegramm­stil)

  18. Achim

    Ob man Latein braucht, um deutsche oder englis­che Gram­matik zu ver­ste­hen, hängt m.E. sehr vom jew­eili­gen Unter­richt ab. Bei mir jeden­falls beka­men die ver­schieden­far­bigen Unter­stre­ichun­gen, die ich in der 4. Klasse unter den ver­schiede­nen Bestandteile deutsch­er Sätze anbrin­gen soll­ten, erst in der 7. Klasse einen Sinn, als näm­lich das the­o­retis­che Gerüst geliefert wurde. Das kann man sich­er auch anders machen.

  19. David Marjanović

    Naja, wir haben in der 4. Klasse die ganzen Aus­drücke gel­ernt, und dann später in den Fremd­sprachen ein­fach nur angewen­det…

  20. Nörgler

    Ist “Angliz­imus” vielle­icht ein Anglizis­mus? Wir sprechen doch von Amerikanis­men und von Slaw­is­men, warum so umständlich und ein bißchen zun­gen­brecherisch von “Anglizis­men”?

    Wenn die Anglizis­men ange­blich den Vorteil haben, so schön kurz und knapp zu sein, warum quälen wir uns mit der über­flüs­si­gen Silbe in “Anglizis­mus” und sagen nicht ein­fach “Anglis­mus”?

  21. Tom S. Fox

    Ich glaube nicht, dass jemand, der so viele Rechtschreibfehler macht wie Sie, sich über den falschen Gebrauch von Zol­lze­ichen bekla­gen sollte.

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