Diverses von der 48. StuTS

Die StuTS in Pots­dam ist vor­bei, die in Leipzig ste­ht bevor … fun facts am Rande:

  • Adygeisch (eine Kauka­sussprache) hat dor­so­postalve­o­lare Frika­tive (bei denen man die Zun­gen­spitze unten hin­ter die Zähne leg­en muss), aber nur drei Vokale. (Ludger Paschen)
  • Prof. Wiese unter­sucht Kiezdeutsch und bekommt dazu “sehr viele Zuschriften aus der … soge­nan­nten Öffentlichkeit”. Wir durften zwei lesen – sehr krass, wie sich manche Leute bedro­ht fühlen, wenn man an ihrem Welt­bild kratzt – und zu welch­er Sprache sie dabei greifen. Was macht sie mit den Mails? “Für mich sind das auch erst mal Dat­en.” Spon­tan­er Applaus.
  • Im Lasis­chen (auch ein­er Kauka­sussprache) gibt’s wilde Mor­pholo­gie, aber am schön­sten ist, dass man aus ‘Ich bin glück­lich’ die wörtliche Form ‘Ich bin glück­lich um dich herum’ (d.h. ‘mit dir als Zen­trum’) bilden kann – sie aber mit­tler­weile ‘Ich küsse dich’ bedeutet. (Hagen Blix)
  • Im Mit­tel­bairischen hat die hochdeutsche Endung -en gele­gentlich die Entsprechung -a. Die Fälle, in denen das passiert, sind aber höchst kurios: Immer nach Nasalen (z.B. kemma ‘kom­men’), nach f (saffa ‘saufen’) und nach ch (mocha ‘machen’) und gele­gentlich nach k (drucka ‘drück­en’) und Diph­thong (schaua ‘schauen’). Warum tun sich aus­gerech­net diese Laute zusam­men? Sach­di­en­liche Hin­weise willkom­men! (Andreas Grassl)
  • Prof. Vasishth darüber, wie man Sätze ver­ste­ht: “They got a bunch of nouns, they got a bunch of verbs and they try to put it togeth­er some­how.”
  • Obst­fliegen haben ein Gen namens knirps. Es gibt Exper­i­mente, bei denen man die Leute das, was sie sagen, per Kopfhör­er hören lässt – aber leicht ver­fremdet, zum Beispiel zu laut – die Proban­den senken dann ganz schnell die Stimme. (Bodo Win­ter)
  • In der Schweiz kann man sagen, dass man abges­tum­men hat. Die “Ich habe meinen Schlüs­sel ein­steck­en”-Frak­tion ist groß und meis­ten­steils aus Leipzig. Präbi­o­tisch ist tat­säch­lich was anderes als pro­bi­o­tisch. Das Kun­st­stück, “Das ergibt Sinn” iro­nisch zu benutzen, kann fast nur auf ein­er StuTS gelin­gen.
  • Ist eine Straßen­bah­n­durch­sage, die über eine Störung informiert und dabei selb­st Störun­gen aufweist, ikonisch?
  • In Berlin gibt es eine Böse Buben Bar. Es hal­ten sich da aber nur böse Kell­ner­in­nen auf.

Toll war’s!

5 Gedanken zu „Diverses von der 48. StuTS

  1. JJ

    »Es gibt Exper­i­mente, bei denen man die Leute das, was sie sagen, per Kopfhör­er hören lässt – aber leicht ver­fremdet, zum Beispiel zu laut – die Proban­den senken dann ganz schnell die Stimme.«
    Das kann man doch auch zu Hause 😉 machen – Kopfhör­er auf, mp3-Play­er an, unter­hal­ten – »Warum schreist du so?«

    »Präbi­o­tisch ist tat­säch­lich was anderes als pro­bi­o­tisch
    Und pre-bio­tisch? 😛

  2. amfenster

    Szene­nap­plaus für den Satz:
    “Das Kun­st­stück, “Das ergibt Sinn” iro­nisch zu benutzen, kann fast nur auf ein­er StuTS gelin­gen.”

    Und das mit dem Lasis­chen: Hach!

  3. Achim

    Und was hat das winzige Frucht­fliegen-Gen jet­zt mit den Kopfhör­ern zu tun? Oder hören die Proban­den dabei den Frucht­fliegen über Kopfhör­er zu? Bin rat­los!

  4. Kristin Beitragsautor

    Kein direk­ter Zusam­men­hang, ich fand die Gen­beze­ich­nung nur witzig. Bei­de Beispiele dien­ten im Vor­trag dazu, etwas ganz anderes zu demon­stri­eren, näm­lich “Robus­theit” von Sys­te­men.

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