Blogspektrogramm 3/2013

Endlich Sonntag, Zeit für neue Linguistiklinks! Heute geht es im Blogspektrogramm um Studierende, Chatsprache, Brötchen (oder Weckle? oder Schrippen?), die kleine Hexe, Tattoos, geladene Phraseologismen und  Sprachenvielfalt auf der Erde. Viel Spaß beim Lesen!

  • In der ZEIT schreibt Astrid Herbold über aktuelle Forschungsergebnisse zu Sprache im Internet. Dafür hat sie mit SprachwissenschaftlerInnen gesprochen, die Spannendes herausgefunden haben: Dass nicht alles dem Wunsch nach Kürze geschuldet ist, zum Beispiel. Dass die Schriftkompetenz steigt. Und dass die Welt nicht untergeht. (Via @freeapophis)
  • Ebenfalls in der ZEIT hat man anlässlich des Thierse'schen Schwabenbashings (wir erinnern uns) eine Karte mit dialektalen Bezeichnungen für 'Brötchen' aus dem fantastischen dtv-Atlas Deutsche Sprache ausgegraben und graphisch aufgefrischt. Wer gerne seinen eigenen Sprachgebrauch einbringen möchte, kann übrigens bei der aktuellen ADA-Runde mitmachen oder – allerdings ohne wissenschaftliche Hintergedanken – auf Facebook Stellung beziehen.
  • Unser eigener Anatol Stefanowitsch hat für THEMEN UND KÖPFE einen Podcast zur sprachlichen Modernisierung der "Kleinen Hexe" von Otfrid Preußler gemacht, nachdem die Geister, die er rief, tatsächlich aufgetaucht sind.
  • Könnte man Tattoos als Twitternachrichten benutzen? Daniel Haas findet bei SPON ja. Und dann als Facebookchronik.
  • Englisch, eine Sprache voller Schusswaffenmetaphorik: Peter Baker stört sich in der NEW YORK TIMES (Englisch) am Gebrauch weit verbreiteter Phraseologismen wie with a gun at the head, to stick to one's guns und to go ballistic in Medien und Politikerreden – besonders in Bezug auf den Amoklauf in Connecticut.
  • Wie groß ist die Sprachenvielfalt aus der Welt? Und wie misst man das überhaupt? Neil Ashton stellt auf SPEECHLIKE (Englisch) eine Möglichkeit vor, die sogenannte Entropie. Dabei wird nicht einfach gezählt, wie viele verschiedene Sprachen in einem bestimmten Land gesprochen werden (wie z.B. in dieser Karte geschehen), sondern man berücksichtigt auch, wie viele SprecherInnen sie haben – was zu überraschenden Ergebnissen führen kann. (Direkt zu Ashtons interaktiver Karte.) (Via @hyperlingo)

Ein Kommentar

  • Statistiker hat Folgendes geschrieben:

    Hab mal folgendes an den RCDS Bonn gemailt.…. mal abwarten.….

    Sehr geeehrte Damen und Herren,

    Ihr Bonner Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) macht Wahlwerbung mit einem Plakat, das körperliche Gewalt als adäquates Mittel gegen Gleichberechtigung der Geschlechter propagiert.

    Hierzu folgende Fragen:

    Hält der RCDS körperliche Gewalt für ein adäquates Mittel, um seine Forderungen durchzusetzen?

    Hält der RCDS Frauen für minderwertige Individuen?

    Hält der RCDS generell bestimmte Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Abstammung, Religion etc. für minderwertige Individuen?

    Welche Maßnahmen will der RCDS unternehmen, um Gewalt gegen bestimmte Minderheits-Bevölkerungsgruppen sowie Frauen zu unterbinden?

    Welche Maßnahmen will der RCDS unternehmen, um Repressionen gegen bestimmte Minderheits-Bevölkerunggruppen sowie Frauen zu unterbinden?

    Mit der Bitte um umgehende Antwort.

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