Blogspektrogramm 43/2014

Passend zur Zei­tum­stel­lung liefert das heutige Spek­tro­gramm Über­legun­gen zu Zeit­for­men bei Zeitreisen. Außer­dem mit dabei: Das Trema, eine Diskus­sion zu Pro­gram­mier­sprachen, die Frage, was es mit social freez­ing sprach­lich auf sich hat und die Herkun­ft bekan­nter Fir­men­na­men.

  • Woher hat der Cit­roën eigentlich seine bei­den Punk­te? Auf FRAGEN SIE DR. BOPP hat Stephan Bopp eine span­nende Antwort parat: »[Das Trema] wurde schon im Alt­griechis­chen ver­wen­det, um die getren­nte Aussprache zweier nebeneinan­der­ste­hen­der Vokale zu kennze­ich­nen. Das kam damals rel­a­tiv häu­fig vor, weil man sich der scrip­tio con­tin­ua bedi­ente: In den antiken Tex­ten tren­nte man die einzel­nen Wörter nicht durch Zwis­chen­räume voneinan­der, was­dasle­sen­nicht­ger­adee­in­facher­ma­chte. Die Wortzwis­chen­räume, die das Lesen stark vere­in­fachen, wur­den im 7. Jahrhun­dert zuerst von irischen Mönchen ver­wen­det und ver­bre­it­ete sich in den fol­gen­den Jahrhun­derten in ganz Europa.«
  • Sind Pro­gram­mier­sprachen Sprachen? Darüber disku­tieren Jür­gen Her­mes und Joachim Schulz im KNEIPENLOG: »Es geht um eine Idee von Sig­mar Gabriel oder einem sein­er Berater, Pro­gram­mier­sprachen als zweite Fremd­sprache an den Schulen zuzu­lassen. Ich halte das für eine Schnap­sidee, denn Pro­gram­mier­sprachen sind etwas anderes. Aber bevor ich das aus­führe, wäre es vielle­icht hil­fre­ich zu erfahren, was Com­put­er­sprachen für dich, aus Sicht eines Lin­guis­ten zu Sprachen macht.«
  • Luise Pusch betra­chtet auf LAUT & LUISE das social freez­ing — als Prax­is und als Wort: »Es war weniger die öffentliche Debat­te als vielmehr der selt­same Aus­druck „social freez­ing“, der mich stutzig machte. Er wirkt wie ein Oxy­moron, ein Wider­spruch in sich, denn „sozial“ assozi­ieren wir mit „warm, für­sor­glich“ und „gefrieren“ mit „kalt, abweisend“. […] Dieser merk­würdi­ge Aus­druck find­et sich nur in den deutschen Medi­en, und zwar völ­lig unhin­ter­fragt.«
  • Ein wenig Namene­t­y­molo­gie gibt es auf TNW — woher kom­men Unternehmen­sna­men wie Nokia, Nike und Apple? »The expres­sion ‘what’s in a name’ – or the slight­ly more poet­ic ‘a rose by any oth­er name’ – means, essen­tial­ly, that a name doesn’t mat­ter. It sug­gests that it’s the attrib­ut­es of a per­son or object that will dic­tate what it tru­ly is and how it is seen by the world. How­ev­er, in the world of brands and big busi­ness, this isn’t nec­es­sar­i­ly the case. Com­pa­ny names need to encap­su­late some­thing per­son­al but trust­wor­thy.« Wer sich speziell für japanis­che Fir­men inter­essiert, sei außer­dem auf diesen alten Sprachlog­beitrag ver­wiesen.
  • Erin­nern Sie sich noch an das Futur III? Über weit­ere kreative Tem­pus­for­men schreibt Neal Whit­man für SLATE — was tut man bei Zeitreisen? »A recent episode of The Big Bang The­o­ry shows Shel­don, Leonard, Raj, and Howard watch­ing Back to the Future, Part II and dis­cussing the appro­pri­ate tense to use when talk­ing about some­thing that hap­pened in an alter­nate past time­line. […] My ques­tion was whether Shel­don and Leonard’s new syn­tac­tic rules for these tens­es were seman­ti­cal­ly con­sis­tent with each oth­er. In short, they’re not.«

Ein Gedanke zu „Blogspektrogramm 43/2014

  1. Clemens

    Mir war der Begriff »social freez­ing« völ­lig unbekan­nt, als ich auf den Link zum Beitrag klick­te, und hat­te mir schon ein, zwei Möglichkeit­en aus­ge­malt, die alle nichts mit »social egg freez­ing« zu tun hat­ten.

    Als ich dann gele­sen habe, worum es geht, ist bei mir erstaunlicher­weise die Assozi­a­tion social=sozial sofort ver­schwun­den und wurde durch die Assozi­a­tion social=social network=facebook erset­zt. Damit ver­sc­hand dann auch der selt­same Wider­spruch, der da anfangs da war.

    Bei »social egg freez­ing« passiert mir das eige­nar­tiger­weise nicht…

    Sehr passend finde ich »social freez­ing« den­noch nicht. Mit »freez­ing« assozi­iere ich näm­lich nicht in erster Lin­ie »ein­frieren«, son­dern »erstar­ren«.

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