Blogspektrogramm 47/2014

Bess­er spät als nie: Unsere Son­ntagslinks für einen gemütlichen Herb­stabend!

 

  • Für die FAZ hat Anto­nia Baum mit Lann Horn­schei­dt, Pro­fessx für Gen­der Stud­ies und Sprach­analyse, gesprochen. Es geht um Sprache, es geht um Geschlechter und es geht darum, wie Men­schen sich so im Inter­net ver­hal­ten (Spoil­er: ten­den­ziell furcht­bar). Und es lohnt sich, bis zum Ende zu lesen! »Im Gespräch betont Horn­schei­dt immer wieder, dass es sich bei der x-Form doch nur um einen Vorschlag han­dele. „Ich hänge aber nicht an der x-Form. Wenn andere Leute andere Vorschläge haben, freue ich mich darüber. Ich teile auch viele Kri­tikpunk­te, zum Beispiel, dass diese Form nicht schön ist.“ Es müsse jedoch möglich sein, dass Men­schen, die sich nicht als Män­ner oder Frauen fühlen, dies sprach­lich aus­drück­en kön­nen. Horn­schei­dt betont außer­dem, dass es über­haupt nicht darum gehe, Geschlechter abzuschaf­fen. „Ich halte das wed­er für sin­nvoll, noch ste­ht es in mein­er Macht […]«
  • Beim RBB-Hör­erstre­it ist Ana­tol — zwis­chen vie­len anderen Leuten — als Stimme der Ver­nun­ft zum The­ma »Diskri­m­inieren wir mit Sprache?« zu hören.
  • Und Ana­tol taucht gle­ich noch ein­mal in den Medi­en auf: Anni­ka von Taube schreibt für die ZEIT über Anglizis­men und den Anglizis­mus des Jahres: »Wer auf eine andere Sprache als die eigene zurück­greifen muss, um sich auszu­drück­en, ist schlampig, faul oder beschränkt. So lautet zumin­d­est die gängige Leserkri­tik. Es gibt nichts, was sich in der deutschen Sprache nicht aus­drück­en ließe, das mag stim­men. Aber englis­che Begriffe sind oft so schön catchy, so on point. Und sie wer­den ger­ade in dig­i­tal­en Umfeldern gern genutzt, wie die User unser­er Com­mu­ni­ty natür­lich wis­sen.«
  • Wie es um den ANGLIZISMUS DES JAHRES 2014 genau ste­ht, erfahren Sie dann hier im Nominierung­sup­date.
  • Über die Kri­tik am Wort Tol­er­anz macht sich Michael Mann im LEXIKOGRAPHIEBLOG Gedanken: »Wenn Tol­er­anz also nur im Sinne von “Duld­samkeit, Nach­sicht” ver­standen wird, ist das eine sehr kleine und pes­simistis­che Auswahl aus dem Bedeu­tungsspek­trum. Dies mag bei eini­gen Betrof­fe­nen durch per­sön­liche sprach­lich-weltliche Erfahrun­gen begrün­det sein […]. Wenn ich davon aus­ge­he, dass die Duden-Syn­onyme gründlich und auf empirisch­er Grund­lage sys­tem­a­tisch ermit­telt wur­den, kann ich die Forderung nach Auf­gabe des Aus­drucks Tol­er­anz nur sehr bed­ingt nachvol­lziehen.«
  • Über eine Unter­suchung zu Jugend­sprache in Öster­re­ich berichtet Doris Griess­er im STANDARD: »In das bekan­nte Lamen­to, wonach unser schönes Deutsch im jugendlichen Mund ver­stüm­melt werde, möcht­en die Graz­er Forsch­er dezi­diert nicht ein­stim­men. “Wir wollen empirisch abgesicherte Erken­nt­nisse gewin­nen, die kün­ftig auch in den Spra­chunter­richt für Deutschler­nende ein­fließen sollen”, ver­weist Arne Ziegler auf das didak­tis­che Ziel des Pro­jek­ts. “Immer­hin sind die ver­schiede­nen Jugend­sprachen Teil der öster­re­ichis­chen Sprachre­al­ität, die es zu entschlüs­seln gilt.”« (Dank an @Vilinthril)

4 Gedanken zu „Blogspektrogramm 47/2014

  1. CB

    Irgendwelche Vorschläge, wie man diese gen­der- und geschlecht­sneu­trale x-Form aussprechen kön­nte? /proˈfɛs/? /pro.ˈfɛsə/?

  2. Kristin Kopf Beitragsautor

    Horn­schei­dt hat meines Wis­sens vorgeschla­gen, ein i einzuschieben, also unge­fähr Pro­fe­six. Also ganz ähn­lich wie aus smsen schnell sim­sen wurde.

  3. Vilinthril

    Gibt’s dazu BTW Ver­gle­ich­sun­ter­suchun­gen zwis­chen D und Ö? Mir scheint, ich höre das Wort bei uns generell sel­tener, und wenn, dann nach wie vor als /sm̩sn̩/.

  4. Pingback: Sprachkritisch unterwegs – Foruminfo 07/2014 | Forum Sprachkritik und Politik

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