Blogspektrogramm 8/2015

Heute als Konkur­renz zum Abend­pro­gramm: Fünf Links zu Unwörtern, ver­meintlichen Fehlern, poli­tis­ch­er Kor­rek­theit und Fast­nacht. Viel Spaß beim Lesen!

  • Unter anderem um die Beze­ich­nung Dön­er­morde geht es in einem Artikel von Torsten Lands­berg in der NZZ: »Exem­plar­isch für die Leis­tung viel­er Medi­en zu jen­er Zeit ste­ht heute ein Begriff: «Dön­er­morde». Sein Ursprung zeigt auf, wie die eige­nen Kon­troll­re­flexe aus­bleiben kön­nen, wenn der Redak­tion­ss­chluss drängt und die Dachzeile über der Mel­dung noch zu lang ist.« 
  • Let­zte Woche haben wir ja auf die englis­che Berichter­stat­tung zu den Wikipedia-Edits von com­prised of ver­wiesen — wer will, kann die Geschichte jet­zt auch auf Deutsch in der WELT nach­le­sen, wo Matthias Heine sie aufgeschrieben hat: »Sein Feldzug gegen die For­mulierung com­prise of [sic!] hat Hen­der­son zu ein­er kleinen Inter­net-Berühmtheit gemacht. Seit­dem die Seite Medi­um vor eini­gen Tagen über ihn berichtete, ist seine Obses­sion auch von deutschen Medi­en beschrieben wor­den. Er gehört rein sta­tis­tisch zu den aktivsten Bear­beit­ern der englis­chsprachi­gen Wikipedia-Seite. Aber während andere auf vie­len Feldern aktiv sind, hat sich Hen­der­son unter seinem Wiki-Edi­toren­na­men “Giraffe­da­ta” mono­man­isch dem Aus­merzen eines einzi­gen Fehlers ver­schrieben.« (via @MartinWinkler8)
  • Udo Stiehl macht sich Gedanken zu verän­dert­er Aussprache in Radio und Fernse­hen: »Der Wan­del hat sich langsam vol­l­zo­gen, die Berufs­bilder haben sich entsprechend verän­dert. Im Extrem­fall ist inzwis­chen der Redak­teur am Mikro­fon zugle­ich sein eigen­er Sende­tech­niker im Selb­st­fahrerstu­dio und hat auch noch den Sprech­er erset­zt. Und so gerät zum Beispiel in ein­er Mod­er­a­tion die Frage nach den Gold­e­nen Bären auf der Berli­nale akustisch zur Ver­lei­hung der Gold­e­nen Beeren in der Haupt­stadt. Mein erster Reflex: Wer hat den denn ans Mikro­fon gelassen?«
  • Poli­tis­che Kor­rek­theit ist zu einem Kampf­be­griff gewor­den — sowohl im Deutschen wie auch im Englis­chen. Aman­da Taub zeigt auf VOX auf, wie er instru­men­tal­isiert wird: »First things first: there’s no such thing as “polit­i­cal cor­rect­ness.” The term’s in wide use, cer­tain­ly, but has no actu­al fixed or spe­cif­ic mean­ing. What defines it is not what it describes but how it’s used: as a way to dis­miss a con­cern or demand as a friv­o­lous griev­ance rather than a real issue.«
  • Und zulet­zt — man kann es hier nicht ignori­eren — ein wenig Fasse­nacht. Auf NAMENFORSCHUNG.NET gibt es karneval­is­tisch inspiri­erte Fam­i­li­en­na­men: »Einen Krapfen aus Hefeteig, der in Öl oder Fett schwim­mend geback­en wird, nen­nt man u.a. in Hes­sen, Rhein­hessen und in der Pfalz Krep­pel. Und dort, genauer gesagt im Raum Wies­baden — Bad Cam­berg, ballt sich auch der entsprechende Fam­i­li­en­name mit deutsch­landweit rund 481 TrägerIn­nen. Die Beze­ich­nung spielt übri­gens auf die ursprünglich gebo­gene Form des Gebäcks an, denn mit­tel­hochdeutsch krapfe bedeutete ‘Kralle, Hak­en’.«

Ein Gedanke zu „Blogspektrogramm 8/2015

  1. Vilinthril

    Den Artikel über die Aussprache von Beeren vs. Bären habe ich ja als Öster­re­ich­er erst beim Lang­drüber­nach­denken ver­standen … ::hüs­tel:: (Erste Reak­tion: „Was genau will der da bitte unter­schiedlich aus­ge­sprochen haben?“)

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