Blogspektrogramm 10/2015

Sonntag, Spektrogrammtag! Wir haben heute Links zu Manspreading, zu einem ganz exzellenten Buch, Kriegsmetaphern, Korpuslinguistik für Nachrichtendienste, zu vielen Spielen und einer ungewöhnlichen Österreichkarte — und los geht's:

  • Manslamming, Mansplaining, Manspreading — Auf LAUT & LUISE widmet sich Luise Pusch amerikanischen Neubildungen, die ein bestimmtes Verhalten von Männern (gegenüber Frauen) thematisieren: »Das Eigenwillige und Regelwidrige bei diesen Neologismen ist, dass — anders als etwa bei dem bekannten manslaughter „Totschlag“- „man“ hier jeweils Subjekt– und nicht Objektfunktion hat und überdies “Mann” und nicht “Mensch” bedeuten soll.« 
  • Florian Freistetter hat Das kleine Etymologicum gelesen und auf ASTRODICTICUM SIMPLEX mit einigen Beispielen, die einen schönen Einblick geben, rezensiert: »An so einer Episode – und von denen gibt es im Buch viele! – erkennt man nicht nur, wie enorm variabel eine Sprache ist, sondern auch, dass es eine unveränderliche Sprache gar nicht gibt. Und es wenig Sinn macht, eine Sprache “schützen” zu wollen. Denn in welchen Zustand sollte sie denn geschützt werden? Das “reine” Deutsch, dass manche heute vor dem bösen Einfluss der englischen Sprache bewahren wollen, ist ja nur deswegen “rein”, weil wir daran gewöhnt sind.« (2. Buch im Blogpost)
  • Die Digitalisierung und der totale Krieg? Alexander Lasch hat sich im SPRACHPUNKT Metaphern des Deutschen Lehrerverbandes angesehen: »Kraus nutzt entsprechende Begriffsbildungen zur Stigmatisierung bemerkenswert gern und häufig; man könnte sagen, er hat sich darauf eingeschossen«
  • Auf SURVEILLANCE AND SECURITY wird am Beispiel der »Linken Szene« dargestellt, wie Nachrichtendienste Internetportale  mittels sogenannter »Topic Models« auswerten (können): »Topic Models sind ein eleganter Weg, um sich mit relativ einfachen Mitteln einen Überblick über die inhaltlichen Prägungen von Korpora zu verschaffen. Maßnahmen gegen Topic Models laufen ins Leere, außer man ist bereit, auf inhaltlich kohärente Diskussionen zu verzichten.«
  • Sprache und Spiele? An der Uni Singapur hat das Labor für Brain, Language and Intersensory Processing sich kleine Onlinespiele ausgedacht, deren Ergebnisse zu Forschungszwecken genutzt werden: »Think you know a lot about languages? How many languages can you recognize from their written letters? Do you think you can you guess letter-sounds even if you don't know the language? You can help language scientists figure out the way the mind links sound to sight.« (Via Superlinguo)
  • Und zum Schluss noch was zu gucken: DER STANDARD hat visualisiert, was die meistgesprochene nicht-deutsche Umgangssprache von Schülerinnen und Schülern in Österreich ist. (Via @Vilinthril)

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