Blogspektrogramm 32/2016

Das heutige Spek­tro­gramm ist rand­voll mit Aussprache­daten­banken, der Aus­bre­itung rechter Slo­gans (the­ma­tisch benach­bart dazu gibt’s Kri­tik am VDS und eine Analyse von Trump-Tweets) und schließlich einem Ein­blick in die Hawai­ian­is­che Gebär­den­sprache.

  • Ins­beson­dere in Fernsehn und Radio bemüht man sich darum, auch Namen und sel­tenere Fremd­wörter auszus­prechen wie im Orig­i­nal. Dabei helfen Aussprache­daten­banken — die der ARD stellt Peter Lück­e­mey­er in der FAZ vor: »Über rund 375.000 solch­er Daten­sätze ver­fügt die ARD-Aussprache­daten­bank […]. Sie ist ein Kind des Com­put­erzeital­ters, denn solche „Daten­banken“ hat­te es früher auch schon ver­streut über die Stu­dios gegeben. Das waren allerd­ings Karteikarten, auf denen dann hand­schriftlich „Celebidache: Tschelebidake“ notiert war, damit kein Sprech­er über den Namen des rumänis­chen Diri­gen­ten stolpern musste.«
  • Rechte Slo­gans sick­ern in den All­t­ag: Die AUGSBURGER ALLGEMEINE hat u.a. mit Ana­tol Ste­fanow­itsch gesprochen: »«Lügen­presse», «Volksver­räter», «Über­frem­dung» — Wer über die eigene Sprache nach­denkt, bemerkt vielle­icht an sich selb­st, dass nach vie­len Diskus­sio­nen über Asylpoli­tik solche Wörter leichter auszus­prechen sind. «Wenn man sich viel damit beschäftigt, muss man ständig beson­ders aufmerk­sam sein, sich diesem Effekt zu entziehen», sagt Ste­fanow­itsch. «Aber es ste­ht etwas auf dem Spiel.» Sich nicht zu dis­tanzieren von her­ab­würdi­gen­den Wörtern, berge die Gefahr, harm­los wirk­ende Muster zu übernehmen.« (Ähn­lich auch diese kurze DPA-Mel­dung.)
  • Sprach­wis­senschaft­lerIn­nen haben sich darüber beschw­ert, dass die Zeitschrift Forschung & Lehre dem VDS eine Plat­tform bietet — Details zur Geschichte gibt’s bei Hen­ning Lobin in der ENGELBART-GALAXIS: »Zeich­net sich hier eine neue Strate­gie im Umgang mit wis­senschaftlichen Kon­flik­ten ab? Dass man deren Vertretern „Befind­lichkeit­en“ und einen Hang zur Polit­i­cal Cor­rect­ness unter­stellt? Die Tat­sache, dass eine solche Argu­men­ta­tion im Zusam­men­hang mit einem Vere­in, der offen­sichtlich eine erhe­bliche pop­ulis­tis­che Anfäl­ligkeit aufweist, aus­gerech­net vom Deutschen Hochschul­ver­band unter Ver­weis auf einen Wikipedia-Artikel gel­tend gemacht wird, lässt uns alle verblüfft und irri­tiert zurück…«
  • Foren­sis­che Sti­l­analyse mal anders: David Robin­son hat sich auf VARIANCE EXPLAINED Tweets von Don­als Trump unter der Hypothese ange­se­hen, dass (nur) eine Teil­menge von Trump selb­st stammt: »My analy­sis, shown below, con­cludes that the Android and iPhone tweets are clear­ly from dif­fer­ent peo­ple, post­ing dur­ing dif­fer­ent times of day and using hash­tags, links, and retweets in dis­tinct ways. What’s more, we can see that the Android tweets are angri­er and more neg­a­tive, while the iPhone tweets tend to be benign announce­ments and pic­tures.«
  • Die Hawai­ian­is­che Gebär­den­sprache wurde ger­ade erst als eigen­ständi­ge Sprache anerkan­nt, schon ist sie vom Ausster­ben bedro­ht. Im GUARDIAN berichtet Ross Per­lin darüber, welche Fak­toren dazu führen, dass sie nicht mehr gesprochen wird: »Like every nat­ur­al lan­guage, [Hawai­ian Sign Lan­guage] is the evolved prod­uct of a spe­cif­ic his­to­ry, the uncon­scious cre­ation of a com­mu­ni­ty. For it to sur­vive, local sign­ers will have to make a delib­er­ate choice to use it. The same may be increas­ing­ly true of Deaf­ness itself.« (Sehr lang, aber lohnt sich!)

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