Kategoriearchive: Bremer Sprachblog

In dieser Kategorie befinden sich Anatol Stefanowitschs Beiträge aus dem Bremer Sprachblog (2007-2010)

Das Bremer Sprachblog: (Fast) ein Nachruf

Ich habe es gestern bereits angedeutet und heute kündige ich es offiziell an: Morgen, auf den Tag drei Jahre nach meinem ersten Beitrag hier im Bremer Sprachblog nehme ich meinen Hut, lösche die Lichter, und ziehe die Tür hinter mir zu. Grund genug, dem Bremer Sprachblog einen kleinen Nachruf zu gönnen.

No Headlines

Die Aktion Lebendiges Deutsch hat natürlich auch im letzten Monat wieder zwei Neubewortungsvorschläge vorgelegt. Zunächst war ein deutscher Begriff für das Spotlight gesucht, und die Aktioneure haben eine wenig überraschende Wahl getroffen: Beim Suchwort „Spotlight“ hat sich die Jury für „Punktlicht“ entschieden — genau dasselbe in der selben Kürze. Wenig überraschend, weil dies die deutsche […]

Am Ende des Tages

Die Sprachnörgler haben vor kurzem eine neue Redewendung entdeckt, die es auszumerzen gilt, nämlich am Ende des Tages in der folgenden Verwendung: „Am Ende des Tages steht für mich eine renaturierte Ems“, sagt Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff. [Financial Times] „Am Ende des Tages zählen Leistung und Zahlen“, sagt Peter Staab, zuständig für Investor Relations… [Welt.de] […]

Neblige Wirtschaftssprache

Gestern lief im SWR 2 eine recht interessante Sendung zum Thema „Wirtschaftssprache“, die man hier nachhören kann. Der Moderator Eberhard Reuß diskutiert mit Dagmar Deckstein (SZ-Wirstschaftsredakteurin), Ludwig Eichinger (Direktor des Instituts für Deutsche Sprache) und Günter Gaugler (SAP-Pressesprecher) und versucht mit aller Macht, seine Vorurteile ins Gespräch zu bringen: Wirtschaftssprache ist floskelhaft und inhaltsleer, die […]

Schnee im Deutschlandradio

Ich habe im Deutschlandradio ein Interview zu den Eskimo-Wörtern für Schnee gegeben: hier ist ein direkter Link zum Podcast des Interviews auf der Webseite von Deutschlandradio-Kultur. Leider fehlt dort die Anmoderation, der Podcast geht mit meiner ersten Antwort los. Die Anmoderation ging ungefähr so (die Interviewerin hat sie mir vorab per E-Mail geschickt, der tatsächliche Wortlaut war […]

Tabuschilder

Vor ein paar Monaten habe ich am Flughafen von Bergen diese nett gestalteten Toilettentüren gesehen: Mit Sprache hat es nichts zu tun, aber aus semiotischer Perspektive sind die Darstellungen interessant.

Ein Nachtrag, welcher den letzten Beitrag präzisiert

In meinem letzten Beitrag habe ich unter anderem darauf hingewiesen, dass mir bei der Lektüre des Schweizer Bahnmagazins Via die häufige (um nicht zu sagen, durchgängige) Verwendung des Pronomens welch– (welche, welcher, welches, welchem, welchen) als Relativpronomen aus bundesdeutscher Perspektive ungewohnt vorkommt. Im bundesrepublikanischen Standard-Schriftdeutsch, so meine klare Intuition, kommt dieses Pronomen hauptsächlich als Interrogativpronomen […]

Schlittelwetter!

Wenn ich Montag früh nach Bremen fahre, nehme ich oft einen Zug, der von den Schweizerischen Bundesbahnen betrieben wird. Wenn ich dann das Bordmagazin „Via“ aufschlage, habe ich immer das Gefühl, dass ich durch einen Quantentunnel in ein alternatives Universum geraten bin – einem, das dem, aus dem ich komme, sehr ähnlich ist, das sich […]

Twitter in den Zeiten der Lautverschiebung

Im Zuge unserer Suche nach dem schönsten Fremdwort des Jahres 2009 ist eine Frage um die lautliche Form eines Wortvorschlags, twittern, aufgetaucht. Sprachblogstammkommentator Gareth, der das Wort nominiert hat, sagt in seiner Begründung zu seinem Vorschlag:

Jugendwort 2009

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und wir dürfen uns neben triefenden Jahresrückblicken auch auf eine Reihe von Wörtern und Unwörtern des Jahres gefasst machen. In den USA hat das New Oxford American Dictionary vor ein paar Tagen das Wort unfriend zum „Word of the Year“ ernannt, in Deutschland eröffnet der Verlag Langenscheidt den […]