Blogspektrogramm 48/2014

Während es draußen kalt und fin­ster wird, zün­det man die ersten Kerzen an und lässt die gediegene Gemütlichkeit in deutsche Wohnz­im­mer— halt! Sie sind im Sprachlog, hier iss­es vor­bei mit der Fes­tlichkeit! An die Arbeit:

9 Gedanken zu „Blogspektrogramm 48/2014

  1. Martin

    Kann man für Artikel über gen­derg­erechte Sprache vielle­icht eine “Kom­men­tar­war­nung” ein­führen oder sowas? Was sich da so tüm­melt kann einem echt die Laune ver­miesen…

  2. Susanne Flach Beitragsautor

    ADDENDUM:
    1.) Unter Andro­hung von Folter Nachricht­en­seite beim Erre­ichen des let­zten Satzes ver­lassen.
    2.) Gehen Sie nicht über die Kom­men­tarspalte.
    3.) Kom­mentare ignori­eren.
    4.) Lesen Sie NIE Kom­mentare. NIENIENIENIE.
    5.) Wenn Sie so drauf sind, wie ich: lächeln ler­nen!

    Anm. d. Red.: Das ADDENDUM ist ein Ser­viceange­bot außer der Rei­he. In der Regel nehmen wir an, dass Ver­linkun­gen zu The­men rund um gerechte Sprache implizite Kom­men­tar­war­nun­gen enthal­ten.

  3. Ospero

    Ander­er­seits ent­ge­hen einem dann möglicher­weise echte Preziosen des unfrei­willi­gen Humors — beispiel­sweise ein/e Kommentator/in bei der TZ, der/die sich “sprach­lieb­haberin” nen­nt, aber nicht ein­mal weiß, wie die männliche Form zu “Hebamme” lautet (“Ent­bindungspfleger”, zumin­d­est in Deutsch­land, laut Wikipedia wird in Öster­re­ich “Hebamme” als gener­isches Fem­i­ninum benutzt).

    Ich gebe allerd­ings zu, dass solche gele­gentlichen Blüten des quasi-loriot’schen Humors das Wat­en durch gefühlte Kubik­licht­jahre von Bull­shit nicht unbe­d­ingt wert sind.

  4. Vilinthril

    Über­raschend fand ich (im ersten Link), dass aus „Feuer­wehrmann“ „Ein­satzkräfte der Feuer­wehr“ wird – ich hätte ein­fach „Feuer­wehrleute“ gesagt …?

  5. Mycroft

    Ich auch. Wenn man sich so kom­pliziert anstellt, wird das mit der Gen­derg­erechtigkeit nie was.

  6. Mycroft

    Kommt drauf an. Eine männliche Ein­satzkraft der Feuer­wehr ist ein Feuer­wehrmann, eine weib­liche eine Feuer­wehrfrau, eine Ein­satzkraft, die sich mit herkömm­lichen Gen­dern nicht iden­ti­fizieren kann, muss man eben fra­gen. Wenn man es gar nicht weiß, kann man immer noch “Ein­satzkraft” sagen. Oder “Feuer­wehrmen­sch”, da kann eigentlich kein­er belei­digt sein, außer Mr. Spock.
    Mal abge­se­hen davon, wenn man Platz sparen will: “Die Feuer­wehr löschte den Brand”
    Jede/r LeserIn wird sich wohl denken kön­nen, dass das dann Ein­satzkräfte der Feuer­wehr waren und keine Schreib- oder Putzkräfte.

  7. Klaus

    @Mycroft: Aber die Sprachreglung mit “-man­n/-frau” hat doch wieder seinen Zweck ver­fehlt. Was hat denn nun das Geschlecht mit der Auf­gabe von Feuer­wehrleuten zu tun? Es ist ein­fach eine sach­fremde Infor­ma­tion, die ja ver­mieden wer­den soll.

    Bei “Ein­satzkraft” muss wieder umständlich der Kon­text erk­lärt wer­den: Ein­satzkraft der Feuer­wehr. Anson­sten kann es zu Ver­wech­slun­gen kom­men, weil evtl. nicht zwin­gend klar ist, ob eine Ein­satzkraft der Polizei oder die ein­er anderen Ret­tung­sor­gan­i­sa­tion gemeint ist. Damit wären wir wieder beim ursprünglichen Prob­lem.

    Eine kom­pak­te Beze­ich­nung im Sin­gu­lar, die geschlecht­sneu­tral ist, wäre daher recht prak­tisch.

  8. Mycroft

    Bei Ein­sätzen der Feuer­wehr sind in aller Regel mehr als eine Per­son zuge­gen. Daher wäre die Beze­ich­nung “Feuer­wehrleute” prak­tisch immer richtig. Und die ist kürz­er als “Ein­satzkräfte der Feuer­wehr”. Wenn mal mehrere Organ­i­sa­tio­nen vor Ort sind, wären es z.B. “Ein­satzkräfte von Feuer­wehr und Polizei”. Wenn ein Indi­vidu­um gemeint ist, ist das eben eine Ein­satzkraft (Indi­vidu­um ist zwar noch geschlecht­sneu­traler, aber gut), und nur, wenn aus dem Zusam­men­hang nicht klar ist, zu welch­er Organ­i­sa­tion diese Ein­satzkraft gehört, muss man eben dazu sagen “der Feuer­wehr” oder “der Polizei”.
    Es ging ursprünglich darum, wieso “Ein­satzkräfte der Feuer­wehr” ein guter Ersatz für “Feuer­wehrmän­ner” sein soll, “Feuer­wehrleute” jedoch nicht (ein Bauch­stabe ges­part). Ob das Geschlecht ein­er indi­vidu­ellen Feuer­wehrein­satzkraft im Einzelfall wichtig ist, sei dem jew­eili­gen Jour­nal­is­ten selb­st über­lassen (bzw. dem Pressekodex). Stell Dir mal fol­gen­den Zeitung­s­text vor:
    “Feuer­wehrein­satzkraft (39) bei Großbrand schw­er ver­let­zt. Sie ist ver­heiratet und hat drei Kinder.” Wenn wir schon Alter und Fam­i­lien­ver­hält­nisse der fraglichen Per­son erfahren dür­fen, warum sollte ihr Geschlecht ein Geheim­nis sein? Oder man lässt alles weg.

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