Schlagwort-Archive: Krieg gegen Weihnachten

Weihnachtsschlagzeile 2013

Während man in Nor­dameri­ka ver­sucht, Wei­h­nacht­en abzuschaf­fen – wir berichteten – tut die deutsche Presse ihr bestes, aus diesem ja alle Jahre wiederkehren­den und deshalb nicht sehr nachrich­t­en­trächti­gen Fest eine Ereig­nis zu machen. Diese Ver­suche möcht­en wir im Sprachlog spon­tan ehren, indem wir eine „Wei­h­nachtss­chlagzeile des Jahres“ küren. Der Span­nung hal­ber präsen­tieren wir sie in auf­steigen­der Rei­hen­folge, begin­nend mit Platz 3. Weit­er­lesen

Zum Feste nichts Neues

Wertkon­ser­v­a­tive deutsche Feuil­leton­is­ten – also deutsche Feuil­leton­is­ten – haben es zunehmend schw­er, die imag­inäre Beschnei­dung ihrer Frei­heit­en zu bekämpfen: Man­gels ern­sthafter Bedro­hun­gen müssen sie sich inzwis­chen damit zufrieden geben, gegen die Ent­fer­nung ras­sis­tis­ch­er Verunglimp­fun­gen aus Kinder­büch­ern oder der Ent­fer­nung männlich­er Pronomen aus Uni­ver­sitätssatzun­gen zu Felde zu zetern. Ihre nor­damerikanis­chen Geis­tesgenossen tun das auch gerne und aus­giebig, aber zusät­zlich kön­nen sie sich ein­mal im Jahr Höherem zuwen­den und zum Kampf gegen die Ent­fer­nung des Chris­ten­tums aus dem Wei­h­nachts­fest blasen. Dabei ste­ht eine per­fide rhetorische Massen­ver­nich­tungswaffe im Zen­trum ihrer Aufmerk­samkeit: die Floskel Hap­py Hol­i­days (zu deutsch etwa: „Schöne Feiertage“), die gerne in Zusam­men­hän­gen ver­wen­det wird, in denen Mer­ry Christ­mas Men­schen auss­chließen würde, die keine Chris­ten sind. Weit­er­lesen

X-Mas (Nachtrag)

Die über­flüs­sig­ste und nervig­ste Wahl des Jahres 2008 war sich­er die des Wortes X-Mas zum „über­flüs­sig­sten und nervig­sten Wort des Jahres 2008“ durch den Vere­in Deutsche Sprache (der übri­gens vom Kabaret­tis­ten Georg Rings­g­wan­dl hier gewaltig was auf die Nar­ren­mütze bekommt). Bei zwei Glos­sis­ten hat die Wahl auf jeden Fall für Ver­wirrung gesorgt. Weit­er­lesen

X-Mas

Die Auflö­sung zum Wort des Monats Dezem­ber — gesucht war eine Alter­na­tive zum Begriff Cham­pi­ons League — habe ich völ­lig überse­hen. Aber das ist auch egal, denn ich habe im Novem­ber bere­its auf die vier vorhan­de­nen deutschen Beze­ich­nun­gen hingewiesen (wobei ich Liga als deutsches Wort behan­delt habe): Königsklasse, Meis­terli­ga, Meis­terk­lasse und Königsli­ga. Und richtig, aus genau diesen Begrif­f­en haben die vier glück­losen Brüder der Aktion Lebendi­ges Deutsch ihren Sieger gekürt: Weit­er­lesen

Jahreszeitliche Grüße

Ein­er Rei­he von Fir­men und öffentlichen Insti­tu­tio­nen in den USA ist aufge­fall­en, dass man in der heuti­gen Zeit noch nicht ein­mal mehr in den Vere­inigten Staat­en automa­tisch davon aus­ge­hen kann, es bei seinem Gegenüber mit einem Chris­ten zu tun zu haben, und dass es deshalb angemessen wäre, die Floskel Mer­ry Christ­mas („Fröh­liche Wei­h­nacht­en“) durch eine neu­tralere For­mulierung zu erset­zen — etwa Hap­py Hol­i­days (Fröh­liche Ferien) oder Season’s Greet­ings („Jahreszeitliche Grüße“) zu erset­zen.

Was für einen neu­tralen Beobachter wie eine vernün­ftige und gerechte Entschei­dung wirkt, ist für die fun­da­men­tal­is­tis­che christliche Rechte in den USA ein Grund, sich einen Krieg gegen Wei­h­nacht­en zusam­men­z­u­fan­tasieren. Man hat den leisen Ver­dacht, dass es sich bei diesem einge­bilde­ten Krieg um ein medi­al insze­niertes Spiegel­ge­fecht han­deln kön­nte, um von den sehr realen Kriegen abzu­lenken, die die USA in den let­zten Jahren geführt hat, aber darum soll es hier heute nicht gehen. Stattdessen würde ich mir wün­schen, dass die christlichen Fun­da­men­tal­is­ten wenig­stens ihre eigene Reli­gion und deren Tra­di­tio­nen ken­nen wür­den. Weit­er­lesen