Von Pentekoste zu Pfingsten: Die 2. Lautverschiebung schlägt zu

Von Kristin Kopf

Ah, endlich wieder ein kirch­lich­er Feiertag, der der Erläuterung bedarf. Fro­he Pfingsten!

Das Wort kommt von griechisch pen­tēkostē ‘fün­fzig­ster (Tag nach Ostern)’. Im Althochdeutschen gibt es keine belegten For­men davon, son­dern nur die Form fim­fchusti. Bei ihr wurde der erste Bestandteil der griechis­chen Zahl, das pent-, ein­fach über­set­zt: fimf ‘fünf’. Es muss aber auch das entlehnte Wort schon gegeben haben, denn im Mit­tel­hochdeutschen stoßen wir auf pfin­geste(n), einen Nach­fol­ger des griechis­chen Wortes ohne über­set­zte Teile.

Warum kann das Wort nicht zweimal entlehnt wor­den sein? Ein­mal, mit der hal­ben Über­set­zung, im Althochdeutschen, und dann noch ein­mal unüber­set­zt im Mit­tel­hochdeutschen? Dafür gib es einen guten Grund: die “Zweite Lautverschiebung”.

Die “Zweite Lautverschiebung” schlägt zu

Die “Zweite Lautver­schiebung” ist ein Prozess, infolgedessen bes­timmte Laute sich in andere Laute ver­wan­del­ten. An seinem Ende ste­ht der Beginn der deutschen Sprache: Das Althochdeutsche.

Was da im Detail passiert, ist ziem­lich kom­plex. Abhängig von ihrer Posi­tion im Wort und ihrer laut­lichen Umge­bung ver­wan­deln sich die ger­man­is­chen Laute p, t und k sowie das d:

2009-06-01-2LV

Die genauen Bedin­gun­gen ers­pare ich Euch heute, sie sind aber prob­lem­los ergooglebar.

Deutsch vs. Englisch: Pfffff!

Die Zweite Lautver­schiebung passierte nur im Hochdeutschen. Alle anderen ger­man­is­chen Sprachen haben sie nicht mit­gemacht.1 Entsprechend find­et man z.B. im Englis­chen noch die “alten” Laute:

Englisch(ohne 2. LV)Deutsch(mit 2. LV)

p: pound Pfund
ship Schiff
t: to zu
to eat essen
k: cook Koch
d: daugh­ter Tochter

Woher kommt die Pistazie?

Cle­vere Sch­plock-LeserIn­nen wer­den sich natür­lich sofort fra­gen, wie es sein kann, dass wir heute den Laut /p/ im Deutschen haben, wenn doch immer entwed­er /pf/ oder /f/ draus wurde. Die logis­che Antwort: In der Regel sind das Fremd­wörter. Viele stam­men aus dem Niederdeutschen (das kein hochdeutsch­er Dialekt ist!), wie Stapel, viele aus dem Lateinis­chen, wie Pistazie, und eine Menge natür­lich auch aus dem Englis­chen, wie Computer.

Eines haben sie dabei alle gemein­sam: Sie kamen erst nach der Zweit­en Lautver­schiebung ins Deutsche. Wären sie schon vorher dagewe­sen, hätte die Ver­schiebung sie gnaden­los ver­wan­delt, ohne Rück­sicht auf ihre Herkun­ft. Pfaffe z.B. geht auf lateinisch papa zurück, wan­derte aber so früh ein, dass es von der Zweit­en Lautver­schiebung ergrif­f­en wurde.

Pinksteren, Pentecost und Päischten

Und damit sind wir bei Pfing­sten: Wir wis­sen, dass es auf ein griechis­ches Wort mit p zurück­ge­ht (pentēkostē). Da heute kein p mehr im Wort zu find­en ist, son­dern ein pf, muss das Wort schon vor der Zweit­en Lautver­schiebung entlehnt wor­den sein. Also vor dem Althochdeutschen. Entsprechend muss es die Form im Althochdeutschen schon gegeben haben – wahrschein­lich hat sich nur kein­er die Mühe gemacht, es aufzuschreiben.

Wie oben vorherge­sagt, hat das Wort in allen anderen ger­man­is­chen Sprachen sein p behal­ten:

  • Englisch: Pente­cost (auch: Whit­sun­day ‘weißer Son­ntag’)
  • Nieder­ländisch: Pinksteren
  • Afrikaans: Pinkster
  • Lux­em­bur­gisch: Päis­cht­en, Péngscht­en
  • Dänisch: Pinse
  • Nor­wegisch (Nynorsk & Bok­mål): Pinse
  • Schwedisch: Pingst
  • Färöisch hat nicht entlehnt, son­dern nutzt: hví­tusun­na ‘weißer Sonntag’
  • Isländisch genau­so: Hví­ta­sun­nudagur ‘weißer Sonntag’

Luxemburgisch???

Komisch, ne? Lux­em­bur­gisch ist doch fast ein deutsch­er Dialekt? Warum ben­immt es sich nicht wie das Hochdeutsche?

Ich habe Euch oben nicht die ganze Wahrheit gesagt. Ich habe behauptet, dass die vier Laute im kom­plet­ten Althochdeutschen zu den sieben neuen Laut­en wur­den. Nun ist das Althochdeutsche aber ein Kon­strukt. Das gab es so gar nicht. Es gab ganz viele ver­schiedene ger­man­is­che Dialek­te, alle eng ver­wandt, aber es gab keinen Stan­dard. Und diese Dialek­te haben sich nicht alle gle­ichzeit­ig auf die gle­iche Weise verändert.

Das deutsche Sprachge­bi­et lässt sich in drei große Unterge­bi­ete ein­teilen: Oberdeutsch (braun), Mit­teldeutsch (türkis) und Niederdeutsch (gelb).

2009-06-01-Heutige_deutsche_Mundarten-Ausschnitt

Michael Post­mann (Wikipedia)

Die Zweite Lautver­schiebung tobte nur im ober- und mit­teldeutschen Sprachraum, dem hochdeutschen Gebi­et. Dabei war sie aber unter­schiedlich erfol­gre­ich. Die Ver­schiebung von p, t und k erfol­gte näm­lich mit abnehmender Inten­sität von Süden nach Nor­den. In Ben­rath bei Düs­sel­dorf ver­siegte sie ganz, daher nen­nt man die Gren­ze zwis­chen Türkis und Gelb die “Ben­rather Lin­ie”. Nördlich davon sprach man ursprünglich kein Hochdeutsch mehr.

Der Rheinische Fächer

Das langsame Ver­sick­ern der Lautver­schiebung im west­mit­teldeutschen Raum führt zu einem inter­es­san­ten Phänomen: Man kann das Gebi­et in Längsstreifen ein­teilen, und je nördlich­er der Streifen liegt, desto weniger macht sich die Zweite Lautver­schiebung bemerk­bar. Wenn man das auf ein­er Karte einze­ich­net, entste­ht eine Art Fäch­er­struk­tur, daher nen­nt man das auch den “Rheinis­chen Fäch­er”. Hier eine schema­tis­che Darstel­lung von mir:

2009-06-01-Rheinischer-Fächer-Tutorium

Eine viel schönere Karte gibt’s z.B. hier: Uni Tri­er [9.8.16: Link ersetzt].

Dialek­t­ge­bi­et A hat also mehr Ver­schiebung als B, B mehr als C, und so weit­er. Jen­seits von D hat die Zweite Lautver­schiebung so wenig gewirkt wie in den anderen ger­man­is­chen Sprachen.

Unter den Lin­i­en­na­men seht ihr Beispiel­wörter: Südlich der Ger­m­er­sheimer Lin­ie heißt es also Pfund, nördlich davon Pund. Das Lux­em­bur­gis­che ist nun his­torisch eng ver­wandt mit den mosel­fränkischen Dialek­ten. Manche Leute sagen auch, es sei ein­er, aber da werde ich mich nicht in ide­ol­o­gis­che Grabenkämpfe stürzen. Es liegt auf jeden Fall nördlich der Lin­ien 1, 2 und 3, man sagt dort also Pond ‘Pfund, Apel ‘Apfel und dat (ohne 2. LV), aber Duerf ‘Dorfund maachen (mit 2. LV).

Ihr seht also, dass p im Anlaut p bleibt, denn alle Wörter, die wie Pfund gehen, ver­hal­ten sich auch so. Die p>pf-Regel hat es also nicht ins Mit­teldeutsche geschafft.

Und so bleibt Pfin­g­sten Päis­cht­en.

Fußnote:
1Aus­nahme: Jid­disch, dessen Basis das Mit­tel­hochdeutsche ist. Und Lux­em­bur­gisch teil­weise, aber dazu weit­er unten.

28 Gedanken zu „Von Pentekoste zu Pfingsten: Die 2. Lautverschiebung schlägt zu

  1. Lietuvis

    Im Nord­deutschen ist anlau­t­en­des /pf/ auch zu /f/ gewor­den, ich kenne nie­man­den, der einen Unter­schied zwis­chen “Pfund” und “Fund” macht (bei­des /fund/), oder zwis­chen “Pferd” und “fährt” (es gibt da ja diesen fürchter­lichen Spruch, “das Pferd heißt Pferd, weil man damit fährt” — der scheint auch schon etwas älter zu sein.)

    Was ich aber inter­es­sant finde, ist, dass dieser nord­deutsche Affrikat-Schwund nur bei /pf/ auftritt und damit ein Phonem getil­gt wird, bei /ts/ passiert es ja nicht, obwohl es ja im Dt. anlau­t­end keine Oppo­si­tion /ts/ ~ /s/ gibt, so das da keine Homo­phone entste­hen. (Bei den anderen Affrikat­en passiert es wieder, klingt bei den meis­ten wie , also ohne Affrikate.)

    Sprach­wan­del geht schon manch­mal merk­würdi­ge Wege.

    Antworten
    1. Kristin Beitragsautor

      Hey­ho Lietuvis,

      zu /ts/ vs. /s/ nur ganz kurz:
      Es gibt tat­säch­lich Fälle im niederdeutschen Sprachge­bi­et, wo hochdeutsches /ts/ durch /s/ erset­zt wird, Schir­mun­s­ki schreibt in der “Deutschen Mundartkunde” (1962:282):

      Der Gebrauch von s- statt eines anlau­t­en­den ts- ist auf dem Gebi­et des Niederdeutschen beim Ein­drin­gen einzel­ner hochdeutsch­er Wörter mehrfach fest­gestellt wor­den, z.B.: wf. siəgə ‘Ziege’, sukər ‘Zuck­er’; in der städtis­chen Halb­mundart von Berlin sait ‘Zeit’, sēn ‘zehn’. Diese Erschei­n­ung lässt sich in ganz Nord­deutsch­land beobacht­en, wenn das Hochdeutsche auf der Basis des lokalen niederdeutschen Dialek­tes über­nom­men wird.”

      Auf die f-Geschichte werde ich in einem Extra­beitrag einge­hen. Kommt wahrschein­lich noch heute.

      Vie­len Dank für die Anregung!
      Kristin.

      Antworten
  2. Lietuvis

    Ich seh ger­ade, man kann wohl keine Orthogra­phie-Klam­mern machen, der vor­let­zte Satz sollte heißen:

    Bei den anderen Affrikat­en passiert es wieder, “chip” klingt bei den meis­ten wie “ship”, also ohne Affrikate.)

    Antworten
  3. Vinni

    Was passiert denn in der 2.Lautverschiebung was so kom­plex ist ?
    Ich muss in der schule eine GFS (Refer­at was im Gym­na­si­um genau­so gilt wie eine Klasse­nar­beit) über die deutsche Wort­geschichte hal­ten und habe das mit der Lautver­schiebung im einzel­nen nicht verstanden.
    Lei­der hat mir der Text im Wort­geschichte-Schüler­du­den nicht so sehr geholfen.
    Kön­nt ihr mir helfen? Danke im Voraus!

    Antworten
    1. Kristin Beitragsautor

      Hey Vin­ni,
      was genau meinst Du mit “Wort­geschichte”? Geht es um Ety­molo­gien, also Verän­derun­gen einzel­ner Wörter über die Jahrhun­derte hinweg?
      Dann ist es eigentlich nicht so wichtig, die zweite Lautver­schiebung bis ins Detail zu verstehen.
      Vielle­icht kannst Du ja mit konkreten Fra­gen anset­zen — hast Du alles ver­standen, was im Artikel erk­lärt wird oder gibt es unklare Stellen? Wozu hättest Du gerne genauere Erklärungen?

      Antworten
      1. Vinni

        Warum verän­dern sich die Laute (z.B.: von t zu ts oder ss)?
        was war der Aus­lös­er für die zweite Lautverschiebung?
        Zu der frage: was genau meinst Du mit „Wort­geschichte“? Geht es um Ety­molo­gien, also Verän­derun­gen einzel­ner Wörter über die Jahrhun­derte hin­weg? (Ja, eigentl. schon siehe unten) Du schriebst:
        Was da im Detail passiert, ist ziem­lich kom­plex. Abhängig von ihrer Posi­tion im Wort und ihrer laut­lichen Umge­bung ver­wan­deln sich die ger­man­is­chen Laute(…)
        (Was passiert denn da komplexes?)

        Sind die Inhalte der gfs:
        ‑Wie entste­ht ein Wort?
        ‑Aus was set­zt sich die Sprache zusammen?
        ‑Erb­wörter: Aus Ursprachen wie Indo- und Germanisch
        — Fremd­wörter: aus anderen Sprachen, Wis­senschaftl. und tech. …
        Bereich
        ‑Lehn­wörter: Lehnbedeutung,Lehnbildung, Lehnübertragung,
        Lehnschöpfung
        ‑Die Indoger­man­is­che Sprache und seine Abzweigung
        ‑Die Ger­man­is­che Sprache und seine Abzweigung
        ‑Erste Lautver­schiebung: auch Ursache und Grund
        ‑Runen und Goten (weiß nicht sich­er ob ich es nicht weglasse)
        ‑2.Lautverschiebung
        ‑Althochdeutsch & Entwicklung
        ‑Mit­tel­hochdeutsch & Entwicklung
        ‑Neuhochdeutsch & Entwicklung

        Ich finde übri­gens deine Seite sehr schön und informativ !!!!! 🙂
        Weit­er so !!!
        Gruß

        Antworten
        1. Kristin Beitragsautor

          Hm, was Du da als Inhalte hast, unter­richt­en wir an der Uni ein ganzes Semes­ter lang, und am Ende haben es noch immer viele Leute nicht ver­standen. Aus jedem der The­men lassen sich lock­er mehrere Refer­ate machen. Sollst Du das wirk­lich ALLES behan­deln? Find­et dein/e Lehrer/in das realistisch?

          Aber konkret zur 2. LV: Warum sie sich genau verän­dern, ist meines Wis­sens nicht befriedi­gend gek­lärt. Dass sie sich so verän­dern, wie sie das tun, ist aber logisch, weil der Aus­gangslaut und der Ergeb­nis­laut sich sehr viele gemein­same Merk­male teilen.
          p und t sind “Plo­sive”, d.h. zur Bil­dung ver­schließt man den Mundraum erst kurz und lässt dann die Luft explo­sion­sar­tig entwe­ichen. f und s sind “Frika­tive”, das heißt man ver­schließt den Mundraum nicht kom­plett, son­dern verengt ihn nur, und presst durch diese Veren­gung die Luft hinaus.
          Nun teilen sich aber der Plo­siv p und der Frika­tiv f den Ort, an dem die Blockierung/Verengung erfol­gt: Die Lip­pen. (Beim p presst man bei­de Lip­pen aufeinan­der, daher heißt der Laut auch “bil­abi­al”, also qua­si “zweilip­pig”, beim f berührt man die Unter­lippe mit den oberen Schnei­dezäh­nen, das heißt “labio­den­tal”.) Das heißt, man muss eigentlich gar nicht sooo viel verän­dern, um von p zu f zu kommen.
          Das pf, das zweite mögliche Resul­tat aus p, ist eine Affrikate. Affrikat­en sind Kom­bi­na­tio­nen aus einem Plo­siv und einem Frika­tiv, die “homor­gan” sind, das heißt an der gle­ichen Stelle gebildet werden.
          Affrikat­en entste­hen z.B. durch eine beson­ders inten­sive Aussprache eines Plo­sivs, der soge­nan­nten “Aspi­ra­tion” (“Behauchung”). Da fol­gt nach dem Plo­siv noch ein klein­er Luftschwall. (Machen wir auch heute im Deutschen oft, wir sind es nur nicht gewohnt, darauf zu hören.) Von da zur Affrikate ist es nicht mehr weit.
          Und: oft ist so eine Affrikate ein Zwis­chen­schritt auf dem Weg zum Frika­tiv, so hieß es z.B. früher ein­mal thorp (vor der 2.LV), das wurde dann zu dorpf ver­schoben, und dann wurde die Affrikate vere­in­facht: dorf.
          Das gilt so auch für t und s, nur dass sie sich einen anderen Artiku­la­tion­sort teilen (hin­ter den Zähnen).

          So, zu den kom­plex­en Details: Ich würde das an Dein­er Stelle echt nicht alles erläutern. Aber voilà.

          1. Die Tenuesver­schiebung (“Tenues” heißt “stimm­lose Plo­sive”, um die geht es hier):
          p und t wer­den zu pf bzw. ts, wenn sie a) am Wor­tan­fang oder b) nach einem Kon­so­nan­ten stehen
          — Falls dieser Kon­so­nant ein r oder l ist, wer­den sie von da aus zu den Frika­tiv­en f bzw. s vere­in­facht, es gibt aber auch Ausnahmen
          k müsste der Logik nach (es ist auch ein stimm­los­er Plo­siv) zu kch wer­den, das passiert aber nur im Oberdeutschen (den Laut gibt es heute noch im Schweiz­erdeutschen). Son­st bleibt es ein­fach k.
          — Wenn die Plo­sive vor der 2.LV Gem­i­nat­en (Dop­pelkon­so­nan­ten) waren, also pp, tt (und kk fürs Alto­berdeutsche), dann wer­den sie immer zu Affrikat­en, egal welch­er Laut davor kommt
          p, t und k wer­den zu ff, ss und chch (Gem­i­nat­en), wenn sie nach einem Vokal stehen
          — Diese Gem­i­nat­en wer­den vere­in­facht zu f, s und ch, wenn sie nach einem lan­gen Vokal oder im Wor­taus­laut stehen.

          2. Die Medi­en­ver­schiebung (“Medi­en” heißt “stimmhafte Plosive”):
          d wird zu t — immer, keine Regeln/Ausnahmen etc.
          b und g (das sind die bei­den anderen stimmhaften Plo­sive) bleiben, nur im Alto­berdeutschen wur­den sie teil­weise zu p und k

          Dann gibt es noch als Drittes die Spi­ran­ten­schwächung, die wird aber nicht immer dazugezählt.

          Alles klar? 😉

        2. Vinni

          Danke! Das war eine sehr ver­ständliche top Erklärung !!!
          Ich finde das Spitze das du dir so viel Mühe gemacht hast.
          Ich habe den Ein­druck dass ich das dann für die 8.Klasse Gym­na­si­um mit der Lautver­schiebung und den anderen Sachen sehr ein­fach erk­lären muss 🙂 aber ich wollte das für mich sel­ber genauer wis­sen falls in der Klasse jemand nachfragt.
          Da ich “neugierig” in pos­i­tiv­en und bin und mich die Sprachgeschichte sehr interessiert :
          Was für Büch­er ver­wen­det man in der Uni? Auch Schülerduden?
          Was muss man für Prü­fun­gen in der Sprachgeschichte in der Uni unge­fähr wis­sen, solche The­men wie ich sie presentiere?
          Grüße, vinni

  4. Kristin Beitragsautor

    Hi Vin­ni,
    freut mich, dass es ver­ständlich war! 🙂
    Das mit den Lehr­ma­te­ri­alien ist, je nach Uni, ganz ver­schieden. Bei uns in Mainz haben wir einen Read­er, den die Dozentin­nen selb­st erstellt haben. (Der ist aber nicht zum Selb­st­studi­um geeignet, weil die Sachen alle sehr knapp dargestellt werden.)
    In den Klausuren muss man dann sehr viel Detail­wis­sen haben, man muss z.B. bei Wort­paaren erken­nen, welch­er Laut­wan­del dafür ver­ant­wortlich ist, dass sie sich unter­schei­den (z.B. engl. pan und deutsch Pfanne, da ist es dann die Affrizierung bei der Tenuesver­schiebung der 2. Lautver­schiebung, die beim deutschen Wort ein pf erzeugt hat, während das englis­che Wort, weil Englisch ja keine 2. LV hat­te, den ursprünglichen Laut p behal­ten hat). Oder man muss kurze Tex­tauss­chnitte analysieren und bes­tim­men, zu welch­er Sprach­stufe oder zu welchen Dialek­traum sie gehören. Und so weiter.
    Falls Du mehr zur Sprachgeschichte lesen willst, kann ich Dir auch gerne ein paar Lit­er­atur­tipps geben — es gibt ein paar Büch­er, die das recht ver­ständlich darstellen. Mit Unilehrw­erken würde ich da nicht ein­steigen; nicht, weil ich glaube, dass sie Dich über­fordern wür­den, son­dern weil sie sehr auf Details abzie­len, die man sich eh nicht alle merken kann.
    Viele Grüße, Kristin.

    Antworten
    1. Vinni

      :):) Klar, ich glaube auch das die Unilehrw­erke sehr schw­er sind…
      Wollte voher nur wis­sen was man in der Uni liest weil ich mir es immer als sehr schw­er vorstelle zu studieren.
      Was für Buchtipps hättest du für mich ( auch zum The­ma Sprachgeschichte) fast 15 Jahre alt? Ich lese übri­gens alle möglichen Buchtypen freizeitmäßig?
      Was liest du als Stu­dent in dein­er Freizeit?
      Gruß Vinni

      Antworten
      1. Kristin Beitragsautor

        Zur deutschen Sprachgeschichte kann ich Dir zwei Sachen empfehlen, näm­lich von Wolf­gang Krischke Was heißt hier Deutsch? Kleine Geschichte der deutschen Sprache und von Karl-Heinz Göt­tert Deutsch. Biografie ein­er Sprache.
        Wenn Du Dich generell dafür inter­essiert, warum Sprachen sich verän­dern, gibt es von Guy Deutsch­er das wirk­lich fan­tastis­che Buch Du Jane, ich Goethe: Eine Geschichte der Sprache. (Und auch sein neues Buch Im Spiegel der Sprache: Warum die Welt in anderen Sprachen anders aussieht ist nicht schlecht.)
        Und ein sehr schönes Buch zu ganz ver­schiede­nen Sprachthe­men (auch Jugend­sprache, Gebär­den­sprache, …) ist Vernäht und zuge­flixt! Von Ver­sprech­ern, Flüchen, Dialek­ten & Co von Ilse Achilles und Ger­da Pigh­in — ist momen­tan ver­grif­f­en, wird aber höchst­wahrschein­lich wieder neu aufgelegt.
        Die Büch­er richt­en sich alle an erwach­senes Laien­pub­likum, aber ich denke, dass man auch mit 14 schon etwas damit anfan­gen kann.

        Zum Studi­um ganz generell: Das Wichtig­ste ist mein­er Mei­n­ung nach, dass man neugierig bleibt und den Mut hat, nachzuhak­en, wenn man etwas nicht ver­ste­ht oder selt­sam find­et. (Klingt eigentlich ganz selb­stver­ständlich, ist im Uniall­t­ag aber lei­der eher ungewöhn­lich.) Wenn man sich für sein Fach begeis­tert, ist das alles gar kein Hex­en­werk. Die Leute, mit denen man da im ersten Semes­ter sitzt, sind ja auch keine anderen als die, mit denen man kurz vorher Abi gemacht hat …

        Was ich in mein­er Freizeit lese? Ziem­lich bunt gemis­cht, oft Sach­büch­er, viel Englis­ches. Und mehr Blogs als Bücher 😉

        Antworten
  5. Vinni

    Vie­len Dank für die Infos!
    Da würde mich noch eins interessieren :
    Wie kommst du darauf einen Blog zu erstellen und wie ?
    Lg Vinni:)

    Antworten
    1. Kristin Beitragsautor

      Was meinst Du mit “und wie”? Wie das tech­nisch funktioniert?
      Zur Moti­va­tion für das Blog find­est Du ein bißchen was unter “Über Sch­plock & Kristin” oben.

      Antworten
      1. vinni

        Ahh, o.k. Danke!
        Und wegen dem tech­nis­chen möchte ich dich nicht weiter
        Stören, da werde ich mich sel­ber informieren.
        Aber echt viel Mühe hier.
        Kostet bes­timmt viel Zeit oder?

        Antworten
        1. Kristin Beitragsautor

          Der tech­nis­che Aspekt ist echt zu ver­nach­läs­si­gen, wenn Du z.B. Word­Press nimmst — das erk­lärt sich eigentlich alles von selb­st, guck­stu hier.
          Viel Zeit kostet nur das Schreiben, und da kann man ja selb­st bes­tim­men, wie oft und viel 😉

        2. vinni

          Habe die Seite Word­Press gefun­den.. und sieht tat­säch­lich gar nicht so schwierig aus… aber da muss man halt Zeit absondern
          wenn es gut wer­den soll…da hast du Recht
          😉

    1. Kristin Beitragsautor

      Stimmt zwar, ist aber nicht kom­plett 😉 Bei der ersten Lautver­schiebung (d.h. vom Indoger­man­is­chen zum Ger­man­is­chen) gab es auch drei Teil­ver­schiebun­gen, nämlich

      1. Tenuesver­schiebung:
      p zu f oder b (später zu b)
      t zu þ (wie in engl. thorn) oder d (später zu d)
      k zu χ (wie in Bach) oder g (später zu g)

      2. aspiri­erte Medienverschiebung:
      bʰ zu b (später, d.h. im West­ger­man­is­chen, zu b)
      dʰ zu d (später zu d)
      gʰ zu g (später zu g)

      3. Medi­en­ver­schiebung:
      p zu b
      t zu d
      k zu g

      Die durchgestrich­enen Buch­staben sind stimmhafte Frika­tive. (Der kleine Strich geht eigentlich bei b und d durch den oberen, bei g durch den unteren Längsstrich.)

      Antworten
      1. David

        3. Medi­en­ver­schiebung:
        p zu b
        t zu d
        k zu g</blockquote
        Sollte dieser Abschnitt nicht genau umgekehrt sein, also:
        b zu p
        d zu t
        k zu g
        ?

        Antworten
  6. vinni

    Hi Kristin!
    Wenn man auf den Link der Uni tri­er für die Abblidung der Rheinis­chen Fäch­er geht kommt folgendes:
    Site Error
    An error was encoun­tered while pub­lish­ing this resource.
    Resource not found
    Sor­ry, the request­ed resource does not exist.

    Check the URL and try again.

    Resource: http://kompetenzzentrum.uni-trier.de/Projekte/KoZe2CLL

    Trou­bleshoot­ing Suggestions

    The URL may be incorrect.
    The para­me­ters passed to this resource may be incorrect.
    A resource that this resource relies on may be encoun­ter­ing an error.

    For more detailed infor­ma­tion about the error, please refer to the error log.

    If the error per­sists please con­tact the site main­tain­er. Thank you for your patience. 

    Habe die angegebene URL angegeben aber funk­tion­iert nicht !!
    Gruß Vinni

    Antworten
  7. Pingback: Warum Pfingsten «Pfingsten» heisst : Wisi Greter / Blog

  8. Wanpanman

    Wenn bei der zweit­en Lautver­schiebung p immer zu pf oder ff wurde, was ist dann mit den ganzen Wörtern mit sp wie Sprechen, Spinne, Spucke, usw. die es so ähn­lich ja auch im Englis­chen gibt. Sind alles wirk­lich erst spätere Entlehnungen?

    Antworten
  9. Pingback: pfefferminzmilch | lexikographieblog

  10. Kristin Kopf Beitragsautor

    @Wanpanman, entschuldigung, ich sehe die Frage erst jet­zt: Gute Beobach­tung. Die zweite Lautver­schiebung hat in bes­timmten Kon­so­nan­ten­verbindun­gen nicht gegrif­f­en, und zwar bei st, sp, sk, ft und tr.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.