Archiv der Kategorie: Allgemein

Verwortete Jugend

Das Jugend­wort des Jahres ist i bims, was in der Logik des Wet­tbe­werbs nur fol­gerichtig ist, weil es wed­er ein Wort ist, noch von Jugendlichen ver­wen­det wird. Wie jedes Jahr sind uns auch dies­mal wieder die Aufze­ich­nun­gen aus den Redak­tion­sräu­men des Schlangenei­dt-Ver­lags zuge­spielt wor­den, in denen Ober­lexiko­graf Dr. Will­helm Wortwisper­er und Assis­ten­zober­lexiko­graf Siegfried Sil­ben­säusler das Wort alljährlich küren. (Die geleak­ten Pro­tokolle der ver­gan­genen Jahre find­en Sie hier.)

In den Redak­tion­sräu­men des Wörter­buchver­lags Schlangenei­dt in München.

Anwe­send sind OBERLEXIKOGRAF DR. WILLHELM WORTWISPERER und ASSISTENZOBERLEXIKOGRAF SIEGFRIED SILBENSÄUSLER.

SILBENSÄUSLER. Wortwisper­er, Wortwisper­er!

(STILLE)

SILBENSÄUSLER. Aufgewacht, Wortwisper­er!

WORTWISPERER. Eider­daus, Sil­ben­säusler, wie oft habe ich Ihnen gesagt, Sie sollen mich nicht beim Nach­denken stören!

SILBENSÄUSLER. Par­don, Wortwisper­er, aber ich hat­te just den Herr Direk­tor Schlangenei­dt am Fern­sprechap­pa­rat, er fragt, wo das Jungspund­wort des Jahres bleibt!

WORTWISPERER. Er will schon wieder ein neues? Was passt ihm denn an „knorke“ nicht?

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Unwort des Jahres 2016: Volksverräter.

Die „Sprachkri­tis­che Aktion“ hat ger­ade das Unwort des Jahres 2016 bekan­nt­gegeben: Volksver­räter. Damit set­zt die Jury unter Leitung mein­er Darm­städter Kol­le­gin Nina Janich kon­se­quent die Kri­tik an rechter und recht­es Han­deln ver­harm­losender Sprache fort, die sie 2013 mit dem Unwort Sozial­touris­mus begonnen und sei­ther mit Lügen­presse (2014) und Gut­men­sch (2015) fort­ge­set­zt hat.

Die zunehmende Nor­mal­isierung rechter Inhalte und rechter Sprache im öffentlichen Diskurs ist eine erschreck­ende Entwick­lung und man kann es der „Sprachkri­tis­chen Aktion“ nicht hoch genug anrech­nen, dass sie jedes Jahr aufs neue auf diese Entwick­lung hin­weist.

Volksver­räter ist ein Begriff, der his­torisch schon zwei sprach­liche Kon­junk­tur­phasen hat­te. Zum ersten Mal nimmt seine Häu­figkeit im Sprachge­bauch im ersten Weltkrieg zu und sinkt dann wieder ab, um dann in der Zeit des Nation­al­sozial­is­mus einen sprung­haften und nach­halti­gen Anstieg zu erleben, der in den 1950er und 1960er Jahren langsam wieder nach­lässt.

Die Häu­figkeit­sen­twick­lung liest sich also wie eine Fieberkurve völkischen Denkens in Deutsch­land, und dass das Wort inzwis­chen wieder laut auf der Straße gerufen wird, zeigt, dass die aktuelle, häu­fig als „recht­spop­ulis­tisch“ ver­harm­loste Stim­mung in großen Teilen der Gesellschaft diskur­siv direkt an dieses Denken anschließt.

Wer mehr wis­sen will – ich bin ab 12:10 im Kul­tur­ra­dio des rbb zu Gast, um mit Mod­er­a­tor Frank Rawel und dem Kolum­nis­ten Har­ald Marten­stein über Unwörter all­ge­mein und das Unwort des Jahres im Beson­deren zu disku­tieren. Später bin ich dann noch im Deutsch­landra­dio Kul­tur zu Gast, Details fol­gen.

Wort des Jahres 2016: Postfaktisch

Wenn die Gesellschaft für Deutsche Sprache uns ihre Wörter schickt, schickt sie nicht ihre besten Wörter. Sie schick­en uns Wörter, die viele Prob­lem haben und sie brin­gen diese Prob­leme zu uns. Sie brin­gen wohlfeilen Unfug. Sie brin­gen erfun­dene Wörter. Es sind Wörter, die nie­mand ken­nt. Und einige, ver­mute ich, sind gute Wörter.

Das Wort des Jahres wurde von und für die Chi­ne­sen erfun­den, um die deutsche Sprach­pro­duk­tion wet­tbe­werb­sun­fähig zu machen. Die krim­inelle Gesellschaft für deutsche Sprache hat die Puris­ten­miliz Vere­in Deutsche Sprache gegrün­det. Aber da kann man nichts machen, Obwohl — die Leute der Amtlichen Rechtschrei­bung, vielle­icht gibt es doch etwas. Ich weiß es nicht.

Ich werde ein eigenes Wort des Jahres wählen – und nie­mand wählt Wörter bess­er als ich, glauben Sie mir – und ich wäh­le sie sehr kostengün­stig. Ich werde ein großes, großes Wort des Jahres an unser­er Sprach­gren­ze wählen und ich werde die Lexiko­graphen für dieses Wort bezahlen lassen.

Alle lieben meine Wörter. Ich kön­nte mich auf die Kon­rad-Duden-Straße stellen und jeman­den zutex­ten, und die Leute wür­den mein Wort des Jahres trotz­dem wählen. Wenn es nicht mein Wort des Jahres wäre, würde ich es wahrschein­lich dat­en.

Blogspektrogramm 29/2016

Hur­ra, hur­ra, das Spek­tro­gramm ist wieder da! Heute gibt’s Spracherken­nungssoft­ware, eine Stop­puhr, ein paar Über­set­zung­prob­leme und einen tragis­chen Fall qua­si kollek­tiv­en moralis­chen Ver­sagens in der Lin­guis­tik.

  • Googles automa­tis­che Spracherken­nung ist auf männliche Stim­men hin opti­miert, stellt Rachael Tat­man auf MAKING NOISE & HEARING THINGS fest, und das ist schlecht: »This is a real prob­lem with real impacts on people’s lives. Sure, a few incor­rect Youtube cap­tions aren’t a mat­ter of life and death. But some of these appli­ca­tions have a lot high­er stakes. Take the med­ical dic­ta­tion soft­ware study. The fact that men enjoy bet­ter per­for­mance than women with these tech­nolo­gies means that it’s hard­er for women to do their jobs. Even if it only takes a sec­ond to cor­rect an error, those sec­onds add up over the days and weeks to a major time sink, time your male col­leagues aren’t wast­ing mess­ing with tech­nol­o­gy. And that’s not even touch­ing on the safe­ty impli­ca­tions of voice recog­ni­tion in cars.« Wie das passiert, erk­lärt der Artikel wun­der­bar.
  • Ein kleines Tool zur Mes­sung von Rededauer gibts auf der Sin­gle-Pur­pose-Seite arementalkingtoomuch.com. Lei­der fehlt die Möglichkeit, anzugeben, wie viele Män­ner und Frauen über­haupt am Gespräch teil­nehmen, um den Wert rel­a­tiv berech­nen zu kön­nen, aber in manchen Kon­tex­ten vielle­icht doch brauch­bar.
  • In der SÜDDEUTSCHEN hat sich Jörg Häntzschel (schon vor ein paar Wochen) über­legt, welche Prob­leme sich bei der Über­set­zung von (police) shoot­ing und to shoot ergeben und man kann ihm ein wenig beim Nach­denken zuse­hen: »Nicht ein­mal für das tran­si­tive Verb to shoot gibt es ein Äquiv­a­lent. Im Englis­chen bleibt erst mal offen, was genau die Kugel angerichtet hat. Sie hat das Opfer getrof­fen, Blut fließt — das zählt. Im Deutschen hinge­gen muss man, um den Vor­gang über­haupt beschreiben zu kön­nen, noch bevor der Pul­ver­dampf ver­zo­gen ist, klären, ob das Opfer erschossen oder “nur” angeschossen wurde.«  Manche sein­er Über­set­zung­sprob­leme sind sich­er keine so großen — die deutschen Wörter kön­nen ihre Bedeu­tung ja verän­dern, um auch die englis­che Bedeu­tung mitzuer­fassen, eben dadurch, dass sie in neuen Kon­tex­ten genutzt wer­den, aber das leichte Unbe­ha­gen, das dem voraus­ge­ht, wird hier ganz gut erfasst. (Via @check_live)
  • Rory Car­roll schreibt im GUARDIAN über Genie, ein Mäd­chen, das 1970 im Alter von 13 Jahren das erste Mal in Kon­takt mit der Außen­welt und mit Sprache kam. Der Artikel streift die sprach­wis­senschaftlichen Aspek­te nur, ist aber den­noch (oder erst recht) lesenswert: »Over time, Genie slipped from head­lines – Viet­nam was burn­ing, the Bea­t­les were in the midst of break­ing up – but she retained the atten­tion of sci­en­tists, espe­cial­ly lin­guists. She was a prize spec­i­men for hav­ing grown up with­out lan­guage or social train­ing. Could she now learn lan­guage?«

Revolutionär*innen, die auf Sternchen starren

Die Grü­nen haben am Woch­enende auf ihrer Bun­des­delegiertenkon­ferenz unter anderem beschlossen, in Parteitags­beschlüssen in Zukun­ft verbindlich den Gen­der-Stern (Student*innen, Kindergärtner*innen, Ter­ror­ist*innen) zu ver­wen­den. Angesichts der Empfind­lichkeit, mit der die deutsche Öffentlichkeit auf geschlechterg­erechte Sprache reagiert, wurde diese Satzungsän­derung natür­lich vor, während und nach dem Parteitag in den Medi­en disku­tiert. Die Fron­ten waren dabei vorherse­hbar verteilt: „Gen­der-Gaga“ war der Beschluss z.B. für die Bild (der es dabei nicht nur um die Sprache ging: sie störte sich auch an der Idee von „Extra-Zel­ten für trans­sex­uelle Flüchtlinge“). Der Cicero sah in dem Beschluss ein Zeichen für die „Rück­ver­wand­lung ein­er Partei in eine Krabbel­gruppe“. Und die Ost­thüringer Zeitung kon­nte es sich nicht verkneifen, in ihrer Schlagzeile von „Grün*innen“ zu sprechen. Die taz dage­gen vertei­digt den Beschluss sehr fachkundig, und die Süd­deutsche Zeitung sagt zum Gen­der-Stern „Schön ist das nicht — aber richtig“.

Wer ab und zu das Sprachlog liest, wird ver­muten, dass ich mich hier dem zweit­en Lager anschließen und die Grü­nen für ihren Beschluss loben werde. Diese Ver­mu­tung muss ich aber ent­täuschen – anders als die Süd­deutsche finde ich den Gen­der-Stern schön, aber falsch. Natür­lich stimme ich auch dem ersten Lager nicht zu. Das Prob­lem ist nicht, dass der Beschluss der Grü­nen „Gen­der-Gaga“ ist, son­dern, dass er nicht gen­der-gaga genug ist. Die Grü­nen entwick­eln sich nicht zu ein­er Krabbel­gruppe, sie ver­ab­schieden sich von der weltverän­dern­den Anar­chie, die jed­er Krabbel­gruppe innewohnt. Weit­er­lesen

Blogspektrogramm 48/2015

Was macht ein Artikel aus einem Mann? Was haben Main­stream und Min­der­heit miteinan­der zu tun? Wie kann man den Islamis­chen Staat belei­di­gen? Wie spricht man in der Ukraine? Und was bedeutete schein­bar früher? Fünf Fra­gen, fünf Antworten:

  • Auf ISOGLOSSE macht sich Christo­pher Bergmann Gedanken über Artikelver­wen­dung: Warum find­en sich immer wieder Kon­struk­tio­nen wie Der Mann mag das statt Mein Mann mag das? »Was leis­tet die Ver­wen­dung des Defini­tar­tikels außer­halb von Kon­tex­ten, in denen sowieso klar ist, wer ›der Mann‹ ist? Aus mein­er Sicht eine Infor­mal­isierung des Textes sowie die Erzeu­gung von Nähe. Ich werde als Leser, und sei’s nur für die Dauer ein­er Anek­dote, in den Kreis aufgenom­men, in dem man sich den – kom­mu­nika­tiv gese­hen – über­triebe­nen Aufwand des Pos­ses­si­var­tikels sparen kann, weil auf der Hand liegt ist, wer ›der Mann‹ ist (auch wenn ich, als Leser des Textes, diesen Mann noch nie gese­hen habe oder selb­st nicht mal von sein­er Exis­tenz wusste).«
  • Bet­ti­na Stein­er hat für DIE PRESSE ein kleines Glos­sar zusam­mengestellt, in dem sie Wörter beleuchtet, mit denen Poli­tik gemacht wird — zum Beispiel den Main­stream»Inter­es­san­ter­weise wird stillschweigend voraus­ge­set­zt, dass die Vertreter des Main­streams gar nicht die Mehrheit stellen – ganz im Gegen­teil wird ver­mutet, eine mächtig gewor­dene links­gerichtete Min­der­heit unter­drücke die legit­i­men Äußerun­gen eines ganzen Volkes.«
  • Dass der Islamis­che Staat jet­zt auch hierzu­lande gegen seinen Willen zunehmend Daesh genan­nt wird, haben Sie sich­er mit­bekom­men (z.B. hier) — Alice Guthrie hat für FREE WORD erk­lärt, warum seine Anhän­gerIn­nen das ablehnen:  »So what does Daesh real­ly mean? Well, D.A.E.SH is a translit­er­a­tion of the Ara­bic acronym formed of the same words that make up I.S.I.S in Eng­lish: ‘Islam­ic State in Iraq and Syr­ia’, or ‘لدولة الإسلامية في العراق والشام’ (‘al-dowla al-islaamiyya fii-il-i’raaq wa-ash-shaam’). That’s the full name cho­sen by the organ­i­sa­tion, and – when used in full – it’s def­i­nite­ly how they want to be referred to. […] And so if the word is basi­cal­ly ‘ISIS’, but in Ara­bic, why are the peo­ple it describes in such a fury about it?« (Eine kürzere Erk­lärung auf Deutsch hat DRADIO Wis­sen.)
  • Haben Sie schon ein­mal von Surschyk gehört? Auf POLITICO erk­lärt Vijai Mahesh­wari, was es mit diesem rus­sis­chen Ukrainisch oder ukrainis­chem Rus­sisch auf sich hat: »As Russ­ian became the lin­gua fran­ca of the indus­tri­al­ized cities in Ukraine’s heart­land, peas­ants began mix­ing Russ­ian words into their speech to com­mu­ni­cate with city-dwellers — and a form of Ukrain­ian cre­ole was born. […] the cre­ole lan­guage is expe­ri­enc­ing a revival in the wake of the revanche of the Ukrain­ian lan­guage in the post-rev­o­lu­tion­ary era. As more Russ­ian speak­ers from the cities attempt to speak Ukrain­ian to fit in with the zeit­geist, they unwit­ting­ly end up speak­ing a reverse form of Surzhyk.«
  • Michael Mann weist im LEXIKOGRAPHIEBLOG kurz darauf hin, dass das Gegen­teil von schein­bar mal unschein­bar war.

Blogspektrogramm 40/2015

Wenn voll­mundi­ger Kaf­fee­duft auf früh­herb­stliche Küh­le trifft, wenn im Hin­ter­grund san­fte Klavierk­länge aus dem Radio mit dem son­ntäglichen Glock­en­geläut um die Wette bim­meln, wenn das Rascheln der aus­ge­le­se­nen Aus­gabe Ihrer Wochen­zeitung ver­s­tummt ist, dann wis­sen Sie: es ist Zeit für die zuver­läs­sig­ste Linksamm­lung der Welt. Und wer eben am Früstück­stisch mal wieder über das Genus von Nutel­la gestrit­ten hat: die Spek­tro­gramm­redak­tion hat da was für Sie.

  • Let­zte Woche haben wir was zu hä? ver­linkt. Diese Woche geht’s um die Füller uh und um und er und erm — und Ari­ka Okrents erk­lärt auf MENTAL FLOSS, was es mit dem Unter­schied zwis­chen Amerikanis­chem (uh/um) und Britis­chem Englisch (er/erm) auf sich hat.
  • Ari­ka Okrent war diese Woche auch auf RADIO WEST zu Gast zum The­ma „Erfun­dene Sprachen“.
  • Ach, Sie glauben, die Frage um das Nutel­la oder die Nutel­la sei emo­tion­al sehr aufwüh­lend? Dann klick­en Sie sich mal durch dieses Som­mer­loch. (Ver­mut­lich ist „Enthül­lung von Fer­rero“ das neue „Langeweile in der Prak­tikumsabteilung bei BUZZFEED“.)
  • In Deutsch­land machen Standesämter ab und an Schlagzeilen, wenn sie bekan­nt­geben, welche Namen Eltern ihren Kindern geben wür­den — wenn Sie dürften. Aber damit sind deutsche Beamte nicht allein.
  • Karte der Woche: „zwei“ in der Indoeu­ropäis­chen Sprach­fam­i­lie.

Blogspektrogramm 38/2015

Her­zlich Willkom­men zum son­ntäglichen Bil­dungs­fernse­hen in schriftkul­tureller Rein­form. Heute sind wir das größte Sam­mel­beck­en sprach­lich­er Lecker­bis­sen aus Lexiko­grafie, Migra­tion, Inter­net­sprache und der Lin­guis­tik auf Star­bucks­bech­ern. Enthält wie jede gute Nachricht­ensendung auch den Wet­ter­bericht.

Blogspektrogramm 37/2015

So, nach 10 Tagen Urlaub (hier) ist die Spek­tro­gramm­redak­tion wieder kom­plett. Das heutige Spek­tro­gramm kommt dem­nach eigentlich von Kristin, die während der let­zten Tage für mich das Inter­net überwacht hat und ganz viele zauber­hafte Links gesam­melt hat zu Anre­de­pronomen und Lexi­ka, Uni­ver­sität­sna­men, Onlinekursen und einem ganz beson­dern Kater.

  • Ana­tol in der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG: „Sprache drückt nicht nur das aus, was ich selb­st damit meine, son­dern immer auch das, was das Gegenüber ver­ste­ht.“ Das ganze Inter­view.
  • Die Debat­te um Pro­fessx? Im englis­chsprachi­gen Raum gibt es außer Mr, Mrs und Ms als Anrede auch das neu­trale Mx — und das ist jet­zt in die OxfordDictionaries.com aufgenom­men wor­den. Jacob Tobia im GUARDIAN erzählt davon, wie sehr das freut.
  • Wer dann sein Wis­sen testen möchte, was son­st noch alles neu ist in den OxfordDictionaries.com, kann das hier tun.
  • Geof­frey Pul­lum analysiert die Struk­tur von Uni­ver­sität­sna­men — Typ XU (Har­vard Uni­ver­si­ty) vs. Typ UX (Uni­ver­si­ty of Cal­i­for­nia).
  • Bei Cours­era kann man ab Okto­ber an ein­er Ein­führung in die Lin­guis­tik teil­nehmen.
  • Es ist Son­ntag. Vielle­icht ver­ste­hen Sie Ihren Kater bess­er, wenn Sie wis­sen, was die Lin­guis­tik dazu weiß (oder auch nicht).

Pack, Vertriebene und die verunsicherte Mitte

Da ich dieser Tage immer noch viele Anfra­gen zum Unwort Asylkri­tik bekomme, hier aus der Ferne ein paar kurze Noti­zen zu anderen Untiefen des aktuellen Sprachge­brauchs.

Mitte, verun­sicherte. Von Sig­mar Gabriel ins Spiel gebrachte Beze­ich­nung für Men­schen, die zwar wed­er verun­sichert noch Mitte sind, die man aber nicht mehr als „asylkri­tisch“ oder als „besorgt“ beze­ich­nen kann, ohne den Spott mit­denk­ender Men­schen her­aufzubeschwören. Passt zum Ver­such der SPD und der anderen „bürg­er­lichen“ Parteien, sich ein anständi­ges, nur vorüberge­hend besorgt-verun­sichertes Bürg­er­tum her­beizuphan­tasieren, das man vom recht­en ★Pack auf der einen Seite abgren­zen kann, und – da es ja die „Mitte“ ist, auch von „linken Chaoten“ auf der anderen Seite. Passt nicht zu ein­er Wirk­lichkeit in der sich Men­schen, die eigentlich nur anständig sind, ver­mehrt die Frage stellen, ob sie das vielle­icht nicht doch eher zu Linken macht. Passt auch nicht zu ein­er Wirk­lichkeit, in der linke Chaoten oft die ersten, und manch­mal lei­der auch die einzi­gen sind, die sich der verun­sicherten Mitte in den Weg stellen, wenn diese den Flüchtlin­gen ihre Asylkri­tik demon­stri­eren wollen. Weit­er­lesen