Tag-Archive: Anglizismus des Jahres 2013

Steine im Glashaus, oder: das #Gategate

Wenn wir den „Anglizismus des Jahres“ bekanntgeben, sind zwei Reaktionen sicher wie das Amen in der Kirche. Erstens: „Das Wort habe ich noch nie gehört“. Zweitens: „Das Wort ist doch uralt, was soll daran interessant sein.“ Das liegt vermutlich daran, dass die „Sprachgemeinschaft“ eher aus vielen kleinen Sprachcliquen besteht, die einander sprachlich nur am Rande wahrnehmen: […]

And the Winner is: –gate

Als das Wort Watergate 1972 ins Deutsche entlehnt wurde, war es nur der Name einer bestimmten politischen Affäre: Der republikanische US-Präsident Richard Nixon hatte das im Watergate Building beheimatete Hauptquartier der gegnerischen Demokraten abhören lassen. Dass er dafür 1974 zurücktreten musste, können wir uns angesichts der politischen Konsequenzlosigkeit des aktuellen Dauer-Abhörskandals kaum noch vorstellen – […]

Anglizismus 2013: Publikumsabstimmung

Fast drei Monate lang hat die Jury Nominierungen gesichtet und die aussichtsreichsten Wortkandidaten ausführlich auf ihre Tauglichkeit geprüft, Anglizismus des Jahres 2013 zu werden. Aus fast hundert Bewerbungen wurden zunächst die sechzehn Wörter ausgewählt, die den Kriterien am besten entsprachen, die also a) ganz oder teilweise aus englischem Wortmaterial bestehen, b) im Jahr 2013 in […]

Kandidaten für den Anglizismus des Jahres 2013: Selfie

Selfie, das digitale Selbstportrait, das sich in den letzten Jahren aufgrund der technischen Verfügbarkeit von Smartphones und sozialen Netzwerken als Verbreitungskanäle zu einem Massenphänomen entwickelt hat — kulturell und linguistisch ist das mal wirklich voll 2013.

Kandidaten für den Anglizismus des Jahres 2013: –gate

Das Cablegate von 2010 (damals auch AdJ-Kandidat) war vom Wortmaterial her noch ein vollständiger USA-Import, das diesjährige Handygate hingegen zeigt mehr deutsche Anteile: Die deutsche Basis Handy verbindet sich mit der Endung –gate 'Skandal'. Mit letzterer verbindet uns hier im Sprachlog eine innige Freundschaft: Schon für das Jahr 2011 war sie nominiert und wurde gleich […]

Kandidatinnen für den Anglizismus des Jahres 2013: Cyber–

Schon im letzten Jahr war mit –gate neben einer Reihe von Wörtern auch ein Affix für den Anglizismus des Jahres nominiert, also ein Wortbildungselement, das nicht (oder nicht vorrangig) alleine steht, sondern an ein existierendes Wort angefügt wird, um ein neues abzuleiten. In diesem Jahr sind gleich drei Affixe auf der Shortlist: das Suffix –gate […]

Kandidaten für den Anglizismus 2013: Hashtag

Auch der oder das Hashtag ist ein Wiedergänger von 2012, ich kann also zunächst einmal auf Susannes letztjährigen Artikel verweisen.1 Über die Funktion von Hashtags schrieb sie damals: Mit #Hashtags werden typischerweise Tweets, Posts oder Bilder in sozialen Netzwerken verschlagwortet, um sie einem bestimmten Thema zuzuordnen. […] Auf einer zweiten Ebene werden mit Hashtags aber […]

Kandidaten für den Anglizismus 2013: Fake–

Nach dem größten Fakefake 2014 überhaupt, den Twitter letzte Woche unter ungefakter Anteilnahme des Postillon mit sich und dem Rest der Welt ausgefochten hat, knöpfen wir uns heute Fake–Konzept und –Morphologie vor. Wenn Ihnen das jetzt zu viel Meta war — gut aufpassen! Nominiert ist Fake–, nennen wir es vorläufig ein Präfix. Das ist keine triviale Feststellung. […]

Kandidaten für den Anglizismus des Jahres 2013: Whistleblower

Das Wort Whistleblower war schon im ersten Jahr unseres Wettbewerbs nominiert und landete sogar auf dem dritten Platz (hinter dem Sieger leaken und dem zweitplatzierten entfrienden). Seinen Anstieg im Sprachgebrauch verdankte das Wort damals (wie auch das Verb leaken) der plötzlichen Prominenz von Wikileaks, einer Netzplattform, die geheime Dokumente veröffentlichte, die ihnen eben von sogenannten […]

Kandidaten für den Anglizismus 2013: instagrammen

Im September 2012 twitterte @PSchydlowski das vielfach im Internet und in Zeitungen weiterverbreitete Foto eines Schildes mit der Aufschrift: BITTE HIER IM RESTAURANT DAS ESSEN NICHT INSTAGRAMMEN! (Diesen Zettel bitte auch nicht!) Unser Kandidatenwort bezeichnet eine kulturelle Praxis, die, jede Wette, in moderne Benimmratgeber eingehen wird: Das Fotografieren mit einem mobilen Endgerät, verbunden mit dem Teilen […]