Public Viewing Of Public Viewing

Gestern begann in Frankre­ich die Fußball-Europameis­ter­schaft – mir wäre in den let­zten Wochen vor lauter dis­sertieren gar nicht aufge­fall­en, wie schnell die EM auf uns zukommt, wenn, ja wenn nicht die Alerts von Google zu „Anglizis­mus“ voll mit „Leichen­schauen“ gewe­sen wären. Tra­di­tionell haben wir zu Fußball-Großereignis­sen in den let­zten Jahren eher gelang­weilt ein­fach auf die Artikel […]

Public Viewing zum Dritten

Wie gesagt, Sprach­nör­gler inter­essieren sich nicht beson­ders für Tat­sachen, und darum war es vorherse­hbar, dass sie sich auch durch ein repräsen­ta­tives Kor­pus nicht von ihrer mor­biden Inter­pre­ta­tion des Begriffs Pub­lic View­ing abbrin­gen lassen wür­den. Tom S. Fox, der schon im Bre­mer Sprach­blog aus­giebig getrollt hat und vor eini­gen Wochen unter dem Namen A. Nonym auch […]

Public Viewing oder die Rückkehr der Leichenbeschauer

Da selb­ster­nan­nte Sprach­be­wahrer im All­ge­meinen kein großes Inter­esse an sprach­lichen Tat­sachen haben, dafür aber umso lieber auf den immer gle­ichen, meis­tens dutzend­fach wider­legten Irrmei­n­un­gen herum­re­it­en, war es unver­mei­dlich, dass mit der Fußball­welt­meis­ter­schaft auch der Mythos von der öffentlichen Auf­bahrung von Leichen durch die Zeitungs­land­schaft getrieben würde. Das näm­lich, so erfahren wir dieser Tage zum Beispiel […]

Public Viewing

Der Aktion Lebendi­ges Deutsch ist es wieder ein­mal gelun­gen, nicht nur sinnlose, son­dern auch pein­liche Verbesserungsvorschläge bezüglich der deutschen Sprache zu machen: Unter den über 1800 Ein­sendun­gen für das Such­wort „Cof­fee-to-go“ hat die Jury „Geh-Kaf­fee“ aus­gewählt (mit Sym­pa­thien für „Fersen-Kaf­fee“ und „Kaf­fee ent­führt“). Fersen-Kaf­fee — davon abge­se­hen, dass das eklig klingt, schwingt hier, eben­so wie […]

Die unverbesserliche Seichtigkeit der Sprachnörgler (Teil 2)

Nach­dem ich mich im ersten Teil unser­er kleinen Serie über Andreas Buschs Liste der „10 am häu­fig­sten falsch ver­wen­de­ten Wörter“ mit sor­gen, Kult und Busen beschäftigt habe, komme ich im zweit­en Teil zu irri­tiert und Sym­pa­thie. BILD.de hat die Liste ja unter der Über­schrift „Mit Fremd­wörtern kön­nen Sie mir nicht impräg­nieren!“ veröf­fentlicht und so unter­stellt, […]

Die unverbesserliche Seichtigkeit der Sprachnörgler (Teil 1)

Die ganze lange und trüb­sin­nige Tra­di­tion der Sprach­nörgelei entspringt einem bedauer­lichen Missver­ständ­nis: Die Sprach­nör­gler unter­schätzen sowohl die Kom­plex­ität von Sprachen als auch die Intel­li­genz von Sprecher/innen (ob let­zteres darin begrün­det liegt, dass sie von sich auf andere schließen, sei dahingestellt). Drei Vorstel­lun­gen sind für den Sprach­nör­gler nicht fass­bar. Erstens, Sprache verän­dert sich. Zweit­ens, Wörter (und […]

Lexikografischer Herdentrieb

Wie das Sprachlog — damals noch aus Bre­men und mit b — sein­erzeit man­gels inter­es­san­ter­er The­men berichtete, rief der Radiosender 1LIVE im Juni 2008 anlässlich der Fußballeu­ropameis­ter­schaft dazu auf, eine Alter­na­tive für den englis­chen Aus­druck Pub­lic View­ing zu find­en, weil der ja das Auf­bahren eines Toten, bla, bla, bla. Aus der Aktion ging das Wort […]

Frei von der Lippe

Ich muss arbeit­en und werde es mir nicht anse­hen kön­nen, aber der MDR will den Markt für medi­ale Sprach­nörgelei wohl nicht dem WDR und Bas­t­ian Sick über­lassen und strahlt heute abend die Sendung „Frei von der Lippe“ aus, in der Jür­gen von der Lippe „den Schwierigkeit­en der deutschen Sprache auf der Spur“ sein wird.

Glossen

Wenn ich bei mein­er wöchentlichen Suche nach Sprach­blog­barem auf eine „Glosse“ stoße, weiß ich, dass ich mit großer Wahrschein­lichkeit einen dick­en Fisch am Hak­en habe. Definiert ist das Wort Glosse ja eigentlich als „kurz­er, spöt­tis­ch­er Artikel (in der Zeitung)“ (so das Ber­­tel­s­­mann-Wörter­buch), aber mein­er Erfahrung nach bedeutet es eher so etwas wie „unin­formiertes, schlecht abgeschriebenes […]

Aktionäre, ans Telefon!

Die vier Sprachau­toritäten von der Aktion Lebendi­ges Deutsch tra­gen mit ihren messer­schar­fen Wortschatzbe­darf­s­analy­sen und stil­sicheren Neube­wor­tun­gen über­flüs­siger Lehn­wörter seit vie­len Jahren dazu bei, die deutsche Sprache vor dem sicheren Nieder­gang zu bewahren. Ohne ihren uner­müdlichen Ein­satz wäre das Deutsche längst voll­ständig durch das Englis­che ver­drängt wor­den, oder noch schlim­mer, auf das Niveau eines Bana­nen­händler­pid­gins gesunken.