Tag-Archive: Gerechte Sprache

Revolutionär*innen, die auf Sternchen starren

Die Grünen haben am Wochenende auf ihrer Bundesdelegiertenkonferenz unter anderem beschlossen, in Parteitagsbeschlüssen in Zukunft verbindlich den Gender-Stern (Student*innen, Kindergärtner*innen, Terrorist*innen) zu verwenden. Angesichts der Empfindlichkeit, mit der die deutsche Öffentlichkeit auf geschlechtergerechte Sprache reagiert, wurde diese Satzungsänderung natürlich vor, während und nach dem Parteitag in den Medien diskutiert. Die Fronten waren dabei vorhersehbar verteilt: […]

Das Netz kann alles, außer Gender

In den vergangenen Tagen hat das Netz, wie man so schön sagt, viel gelacht, und zwar über einen Text der Fachschaft Gender Studies an der Humboldt-Universität zu Berlin. In dem Text, den Sie zum Verständnis des Folgenden kurz lesen sollten, falls Sie ihn noch nicht kennen, geht es um den Ausschluss eines Mitglieds der Fachschaft […]

Geschlechtergerechte Sprache und Lebensentscheidungen

Das sogenannte „generische“ Maskulinum und die Tatsache, dass es nicht wirklich generisch ist, haben wir im Sprachlog ja schon des Öfteren diskutiert. Eine interessante neue Studie bietet einen Anlass dazu, das Thema wieder einmal aufzugreifen. Im Deutschen hat jedes Substantiv ein grammatisches Geschlecht: Maskulinum (z.B. der Stuhl, der Dill), Femininum (z.B. die Bank, die Petersilie) […]

Konventionalisierte Studierende

Nun sind, was gerechte Sprache angeht, die Universitäten natürlich ein vergleichsweise harmonisches Idyll — in offiziellen Dokumenten, auf Webseiten, in Rundschreiben, E-Mails und Protokollen werden fast ausschließlich gerechte Formulierungen verwendet, die Mitarbeiter/innen werden entgegen landläufiger Meinung dazu aber nicht verpflichtet (und auch nicht die Studierenden) und eigentlich ist das alles sehr normal und im täglichen […]

Die Völkerwanderung war kein Vatertagsausflug: Über 60 Wörter auf –in

Dies ist ein Beitrag, den ich ungefähr ein Jahr lang bewusst nicht geschrieben habe, obwohl es mich manchmal in den Fingern gejuckt hat. Es geht um das Kleine Etymologicum und wie ich darin mit Menschen umgehe. Es geht um Langobardinnen, die auch männlich sein können. Es geht um … (Achtung, Reizwort!) … geschlechtergerechte Sprache. Viele […]

Wie Medien Wörter machen

Sprache verändert sich nicht von alleine, sondern sie wird von den Mitgliedern der Sprachgemeinschaft verändert. In jedem Gespräch kann es passieren, dass die vorhandenen Ressourcen der Sprache nicht ausreichen, um unsere Gedanken wiederzugeben. Oder, dass uns die vorhandenen Ressourcen nicht gefallen, z.B. weil wir Sprachnörgler sind und keine englischen Lehnwörter mögen, oder weil wir anständige […]

Zweimal Sprachlog Live

Regelmäßigen Leser/innen dürfte es aufgefallen sein: Es ist derzeit etwas ruhig im Sprachlog. Das liegt daran, dass wir alle anderweitig fleißig sind: Kristin und Susanne müssen den Semesterbeginn bewältigen, und Anatol hat Forschungssemester und schreibt fleißig an einem Lehrwerk, über das er hier nächste Woche berichten wird. Für diejenigen, die unter Sprachlog-Entzugserscheinungen leiden, haben wir […]

Wikipedia und die starken Männer

Dass die Wikipedia ein Frauenproblem hat (nämlich: dass sie hauptsächlich, nämlich zu etwa neunzig Prozent von Männern editiert wird), ist seit Jahren Thema in den Medien. Für die Wikimedia-Foundation ist es Anlass zur Sorge, die Lösung wird darin gesehen, Frauen gezielter zu umwerben und Angebote zu schaffen, durch die sie sich sicherer und willkommener fühlen. […]

Das generische Femininum und die Gegner des Femininums

Es mag diejenigen überraschen, die mich für einen „politisch korrekten“ Sprachextremisten halten, aber meine Meinung ist: Niemand muss gerechte Sprache gut finden. Es gibt da schlicht keinen Zwang. Wer ungerechte Sprache verwenden will, darf das selbstverständlich tun, muss aber natürlich mit den Konsequenzen leben. Die normalerweise völlig ausbleiben, und im unangenehmsten Fall darin bestehen, auf […]