Tag-Archive: Mittelhochdeutsch

Ich steh' an deiner Krippen hier

Vielleicht erinnert sich ja die eine oder der andere hier noch an die linguistische Weihnachtsliedanalyse anno 2008: Damals habe ich mir angeschaut, warum die Alten sungen und nicht sangen und wieso die Kinderlein kommen sollen, nicht die Kindlein. In der diesjährigen Neuauflage geht es um die Krippen, die uns dann nach einigen Schlenkern auch verraten […]

Reklame: Hell und klar

Beim Herumblättern in den Suchanfragen, mit denen das Sprachlog so gefunden wird, findet man neben den immergleichen (»längstes wort deutsche sprache«, »längstes wort deutschland«, »längstes deutsches wort der welt« …) auch Fragen, die hier noch nicht beantwortet wurden. Zum Beispiel: aus welcher sprache ist das wort reklame Aus dem Französischen. Fertig. Aber hm, wenn wir […]

Witwe vs. Witwerin

Im Sprachlog geht es zur Zeit um die Form Witwerin (statt Witwe) und ihre möglichen Ursachen. (Kurzversion: Es handelt sich um eine Analogiebildung zu all den anderen abgeleiteten Formen auf –in, die an Personenbezeichnungen auf –er angehängt werden.) In den Kommentaren kam die Frage auf, ob Witwe und Witwerin einmal gleichberechtigt nebeneinander existierten: Waren damals […]

Auf dem Holzweg mit dem Holzweg

Das Bildblog hat einen taz-Blogartikel über Terrorexperten verlinkt, der den Titel »Plädoyer zur Abschaffung des Terrorexperten. Selten waren so viele so schnell auf dem Holzweg« trägt und eine bezeichnende Illustration besitzt: Einen Steg aus Holz, der durch ein Moor führt. Die Bildwahl ist ein schöner Hinweis darauf, wie die Bedeutung der Wendung auf dem Holzweg sein […]

Schschschschschschschschschsch

Beim Herumlesen in frühneuhochdeutschen Texten habe ich eine charmante Betrachtung über das Graphem <sch> gefunden: Wann das (ch) auf ein (s) folget/so wird ein grobzischender Laut daraus/daß es fast seltzsam ist / wie doch solche drey Búchstaben sich zu der zischenden Stimme gefunden haben ; weil weder einer alleine/noch sie zusammen solchen Tón zugében vermögen […]

[Linktipp] Keine Aufnahme der deutschen Sprache ins Grundgesetz

Ich war mir erst nicht sicher, ob ich Anatol Stefanowitschs Petition gegen die Aufnahme der deutschen Sprache ins Grundgesetz mitzeichnen sollte. Ich fand die ganze Kampagne von BILD und VDS so albern, dass es mir unnötig erschien, denen noch weitere Aufmerksamkeit in Form von Gegenaktionen zukommen zu lassen. Dann habe ich die Kommentare gelesen. Und […]

Wörter auf –nf

Vor einer Weile kam jemand mit der Suchanfrage wörter mit endung nf hierher. Offline könnte man so etwas mit einem sogenannten "rückläufigen Wörterbuch" herausfinden. Aber was'n Stress! Meine Online-Standardlösung in solchen Fällen ist canoo.net. Ging hier aber erstmal nicht, denn da muss man mindestens drei Buchstaben eingeben. Die Anfrage *nf führt zu “Bitte seien Sie […]

Angriff ist die beste Verteidigung

Wer kein Blut lesen kann, sollte heute lieber wegschauen: Aviso Nr. 33 (30.8.1609) (Zum Text in lateinischer Schrift | Zur Übertragung ins Neuhochdeutsche)

Herrliche Etymologie, dämliche Aufgabe

Auf der Suche nach Aufgaben zur Wortbildung bin ich vor einigen Wochen auf die folgende Frage gestoßen: Beschreiben Sie ausgehend von der zugrunde liegenden Wortbildung den Bedeutungswandel bei den Adjektiven dämlich und herrlich. Erst fand ich's lustig, aber dann hat mich das Mitleid mit den armen Bachelors gepackt. Das ist nämlich eine ganz gemeine Falle.

Einhällig und aufwendig

Ich habe eben einen (übrigens ausgezeichneten!) Blogbeitrag von Anatol Stefanowitsch zum iPad gelesen und darin folgende Schreibung entdeckt: Schon damals habe ich mich darüber gewundert, dass die Presse hier so einhällig einen Humor pflegt (oder aufgreift), der auf der krampfhaften Suche nach anstößigen Doppeldeutigkeiten beruht und der mir seit der sechsten Klasse nicht mehr begegnet […]