Archiv des Autors: Kristin Kopf

Blogspektrogramm 47/2014

Von Kristin Kopf

Bess­er spät als nie: Unsere Son­ntagslinks für einen gemütlichen Herbstabend!

 

  • Für die FAZ hat Anto­nia Baum mit Lann Horn­schei­dt, Pro­fessx für Gen­der Stud­ies und Sprach­analyse, gesprochen. Es geht um Sprache, es geht um Geschlechter und es geht darum, wie Men­schen sich so im Inter­net ver­hal­ten (Spoil­er: ten­den­ziell furcht­bar). Und es lohnt sich, bis zum Ende zu lesen! »Im Gespräch betont Horn­schei­dt immer wieder, dass es sich bei der x‑Form doch nur um einen Vorschlag han­dele. „Ich hänge aber nicht an der x‑Form. Wenn andere Leute andere Vorschläge haben, freue ich mich darüber. Ich teile auch viele Kri­tikpunk­te, zum Beispiel, dass diese Form nicht schön ist.“ Es müsse jedoch möglich sein, dass Men­schen, die sich nicht als Män­ner oder Frauen fühlen, dies sprach­lich aus­drück­en kön­nen. Horn­schei­dt betont außer­dem, dass es über­haupt nicht darum gehe, Geschlechter abzuschaf­fen. „Ich halte das wed­er für sin­nvoll, noch ste­ht es in mein­er Macht […]«
  • Beim RBB-Hör­erstre­it ist Ana­tol — zwis­chen vie­len anderen Leuten — als Stimme der Ver­nun­ft zum The­ma »Diskri­m­inieren wir mit Sprache?« zu hören.
  • Und Ana­tol taucht gle­ich noch ein­mal in den Medi­en auf: Anni­ka von Taube schreibt für die ZEIT über Anglizis­men und den Anglizis­mus des Jahres: »Wer auf eine andere Sprache als die eigene zurück­greifen muss, um sich auszu­drück­en, ist schlampig, faul oder beschränkt. So lautet zumin­d­est die gängige Leserkri­tik. Es gibt nichts, was sich in der deutschen Sprache nicht aus­drück­en ließe, das mag stim­men. Aber englis­che Begriffe sind oft so schön catchy, so on point. Und sie wer­den ger­ade in dig­i­tal­en Umfeldern gern genutzt, wie die User unser­er Com­mu­ni­ty natür­lich wissen.«
  • Wie es um den ANGLIZISMUS DES JAHRES 2014 genau ste­ht, erfahren Sie dann hier im Nominierungsupdate.
  • Über die Kri­tik am Wort Tol­er­anz macht sich Michael Mann im LEXIKOGRAPHIEBLOG Gedanken: »Wenn Tol­er­anz also nur im Sinne von “Duld­samkeit, Nach­sicht” ver­standen wird, ist das eine sehr kleine und pes­simistis­che Auswahl aus dem Bedeu­tungsspek­trum. Dies mag bei eini­gen Betrof­fe­nen durch per­sön­liche sprach­lich-weltliche Erfahrun­gen begrün­det sein […]. Wenn ich davon aus­ge­he, dass die Duden-Syn­onyme gründlich und auf empirisch­er Grund­lage sys­tem­a­tisch ermit­telt wur­den, kann ich die Forderung nach Auf­gabe des Aus­drucks Tol­er­anz nur sehr bed­ingt nachvollziehen.«
  • Über eine Unter­suchung zu Jugend­sprache in Öster­re­ich berichtet Doris Griess­er im STANDARD: »In das bekan­nte Lamen­to, wonach unser schönes Deutsch im jugendlichen Mund ver­stüm­melt werde, möcht­en die Graz­er Forsch­er dezi­diert nicht ein­stim­men. “Wir wollen empirisch abgesicherte Erken­nt­nisse gewin­nen, die kün­ftig auch in den Spra­chunter­richt für Deutschler­nende ein­fließen sollen”, ver­weist Arne Ziegler auf das didak­tis­che Ziel des Pro­jek­ts. “Immer­hin sind die ver­schiede­nen Jugend­sprachen Teil der öster­re­ichis­chen Sprachre­al­ität, die es zu entschlüs­seln gilt.”« (Dank an @Vilinthril)

Blogspektrogramm 45/2014

Von Kristin Kopf

Heute gibts: Was zum Mit­machen, was zu hören und viel zu lesen. Einen geruh­samen Son­ntag allerseits!

 

  • Die Nominierungsphase für den ANGLIZISMUS DES JAHRES 2014 hat begonnen — wir sind ges­pan­nt auf Ihre Vorschläge!
  • Kristin war mit dem Kleinen Ety­mo­log­icum im Radio: Auf Bay­ern 2 hat sie in SOZUSAGEN mit Thomas Mey­er­höfer über Sprach­wan­del und Sprachgeschichte gesprochen und sich dabei zu seinem Erstaunen als »lib­er­al« herausgestellt.
  • Matthias Hün­ing (schon let­zte Woche im Spek­tro­gramm zu Gast!) und Philipp Krämer fordern im TAGESSPIEGEL eine real­is­tis­che Sprach­poli­tik für die EU: »Sprachkom­pe­tenz wird unterteilt in Kul­tur­mis­sion und Wirtschafts­förderung. Dabei hätte Europa eine kohärente, ziel­gerichtete und vor allem real­is­tis­che Sprach­poli­tik sehr nötig. Der Europäis­chen Union sollte dabei ihre Kern­rolle zukom­men, näm­lich Rah­menbe­din­gun­gen zu schaf­fen und dafür zu sor­gen, dass Mehrsprachigkeit gestal­tet wird.« 
  • Auf SLATE (Englisch) nimmt Leah Velle­man einen Ghost­busters-Dia­log auseinan­der, u.a. um zu zeigen, was Infor­ma­tion­sstruk­tur ist.
  • What are you sink­ing about? Auf SPEECH TALK schaut sich Geoff Lind­sey die englis­chen <th>-Laute ganz genau an, mit denen ja auch viele von uns ihre liebe Not haben: »They’re rel­a­tive­ly unnat­ur­al sounds, in a tech­ni­cal sense: they’re acquired late by chil­dren, and they’re rel­a­tive­ly rare in the world’s lan­guages. When Eng­lish is spo­ken by non-natives whose moth­er tongue lacks θ or ð, th-words are often pro­nounced with oth­er, more nat­ur­al sounds.«

Siegerehrung mit obskuren Hosen

Von Kristin Kopf

Wow, beim Ety­molo­gierät­sel herrschte Reko­rd­beteili­gung! Und fast alle haben auch die richtige Lösung gefun­den, Hut ab! Sie brauchen also gar kein Kleines Ety­mo­log­icum meh… doch? Nagut. Fan­gen wir mit der Siegerehrung an, dann fol­gen unsere glück­lichen Wort­paare mit kurzen Anmerkungen.

Von 66 Ein­sendun­gen waren 55 richtig — es gab also einen großen Lostopf! Ich habe zunächst ein­mal unter den richti­gen Antworten gelost und dann — abzüglich der Gewin­ner­in — noch ein­mal unter allen. Behil­flich war der Ran­dom Num­ber Gen­er­a­tor, und der ver­half zum Sieg: Weit­er­lesen

Etymologierätsel mit Buchverlosung

Von Kristin Kopf

Lange ist es her, dass wir hier im Sprachlog ein Ety­molo­gierät­sel hat­ten — heute gibt es endlich wieder eines, und dann auch gle­ich noch etwas zu gewinnen!

Wir schreiben zwei Exem­plare ((Danke an den Ver­lag für die Freiex­em­plare!)) vom bis oben­hin mit Ety­molo­gien gefüll­ten Kleinen Ety­mo­log­icum, dem Sach­buch mit Sprachlogver­gan­gen­heit (hier mehr drüber) als Gewinn aus — und ver­losen eines unter allen richti­gen Ein­sendun­gen und eines unter allen, die mit­gemacht haben. Mit­machen lohnt sich also auf jeden Fall! Inklu­sive ist natür­lich ein Auto­gramm der Autorin und auf Wun­sch auch eine Widmung.

Und was gilt es dafür zu tun? Es läuft so ab, wie bere­its frühere Sprachlog-Etymologierätsel:

Im fol­gen­den Wor­dle habe ich sprach­liche Ver­wandte durcheinan­derge­wor­fen – immer zwei Wörter besitzen eine gemein­same Wurzel. Welche gehören zusammen?

Die Ver­wandtschaft kann ziem­lich weit zurück­ge­hen, weshalb der Bezug bei den wenig­sten offen­sichtlich ist. So wür­den, wären sie drin, Etat und Dis­tanz zusam­menge­hören, denn Etat kommt über frz. état aus lat. sta­tus ‘Zus­tand’, was zu stāre ‘ste­hen’ gebildet wurde und Dis­tanz kommt von lat. dis­tan­tia, ein­er Abstrak­t­bil­dung zu dis­tāre ‘voneinan­der weg­ste­hen’, das sich aus dis- und stāre ‘ste­hen’ zusam­menset­zt. []

Und hier sind die 24 Wörter, die zwölf Paare bilden: ((Wer’s lieber com­put­er­les­bar hat: Albert, Bauw­erk, Benedikt, Chan­son, Chaos, Edel­stein, Edikt, ergonomisch, Fatzke, Gas, Gast, hart, Hose, Hos­piz, Kar­men, Klaue, klauen, Klaus, Kol­chose, Nikotin, obskur, Sakri­leg, Stan­dard, Wen­zel))

2014-10-30Zeit ist übers ganze Woch­enende — bis ein­schließlich Mon­tag, 3.11. Posten Sie Lösungsvorschläge ein­fach als Kom­mentare, sie wer­den erst nach Ein­sende­schluss freigeschal­tet. ((Achtung: Wir kön­nen nur Antworten mit ein­er funk­tion­ieren­den E‑Mail-Adresse für die Ver­losung berücksichtigen.))

Viel Spaß beim Grü­beln und viel Glück!

Blogspektrogramm 43/2014

Von Kristin Kopf

Passend zur Zei­tum­stel­lung liefert das heutige Spek­tro­gramm Über­legun­gen zu Zeit­for­men bei Zeitreisen. Außer­dem mit dabei: Das Trema, eine Diskus­sion zu Pro­gram­mier­sprachen, die Frage, was es mit social freez­ing sprach­lich auf sich hat und die Herkun­ft bekan­nter Firmennamen.

  • Woher hat der Cit­roën eigentlich seine bei­den Punk­te? Auf FRAGEN SIE DR. BOPP hat Stephan Bopp eine span­nende Antwort parat: »[Das Trema] wurde schon im Alt­griechis­chen ver­wen­det, um die getren­nte Aussprache zweier nebeneinan­der­ste­hen­der Vokale zu kennze­ich­nen. Das kam damals rel­a­tiv häu­fig vor, weil man sich der scrip­tio con­tin­ua bedi­ente: In den antiken Tex­ten tren­nte man die einzel­nen Wörter nicht durch Zwis­chen­räume voneinan­der, was­dasle­sen­nicht­ger­adee­in­facher­ma­chte. Die Wortzwis­chen­räume, die das Lesen stark vere­in­fachen, wur­den im 7. Jahrhun­dert zuerst von irischen Mönchen ver­wen­det und ver­bre­it­ete sich in den fol­gen­den Jahrhun­derten in ganz Europa.«
  • Sind Pro­gram­mier­sprachen Sprachen? Darüber disku­tieren Jür­gen Her­mes und Joachim Schulz im KNEIPENLOG: »Es geht um eine Idee von Sig­mar Gabriel oder einem sein­er Berater, Pro­gram­mier­sprachen als zweite Fremd­sprache an den Schulen zuzu­lassen. Ich halte das für eine Schnap­sidee, denn Pro­gram­mier­sprachen sind etwas anderes. Aber bevor ich das aus­führe, wäre es vielle­icht hil­fre­ich zu erfahren, was Com­put­er­sprachen für dich, aus Sicht eines Lin­guis­ten zu Sprachen macht.«
  • Luise Pusch betra­chtet auf LAUT & LUISE das social freez­ing — als Prax­is und als Wort: »Es war weniger die öffentliche Debat­te als vielmehr der selt­same Aus­druck „social freez­ing“, der mich stutzig machte. Er wirkt wie ein Oxy­moron, ein Wider­spruch in sich, denn „sozial“ assozi­ieren wir mit „warm, für­sor­glich“ und „gefrieren“ mit „kalt, abweisend“. […] Dieser merk­würdi­ge Aus­druck find­et sich nur in den deutschen Medi­en, und zwar völ­lig unhin­ter­fragt.«
  • Ein wenig Namene­t­y­molo­gie gibt es auf TNW — woher kom­men Unternehmen­sna­men wie Nokia, Nike und Apple? »The expres­sion ‘what’s in a name’ – or the slight­ly more poet­ic ‘a rose by any oth­er name’ – means, essen­tial­ly, that a name doesn’t mat­ter. It sug­gests that it’s the attrib­ut­es of a per­son or object that will dic­tate what it tru­ly is and how it is seen by the world. How­ev­er, in the world of brands and big busi­ness, this isn’t nec­es­sar­i­ly the case. Com­pa­ny names need to encap­su­late some­thing per­son­al but trust­wor­thy.« Wer sich speziell für japanis­che Fir­men inter­essiert, sei außer­dem auf diesen alten Sprachlog­beitrag ver­wiesen.
  • Erin­nern Sie sich noch an das Futur III? Über weit­ere kreative Tem­pus­for­men schreibt Neal Whit­man für SLATE — was tut man bei Zeitreisen? »A recent episode of The Big Bang The­o­ry shows Shel­don, Leonard, Raj, and Howard watch­ing Back to the Future, Part II and dis­cussing the appro­pri­ate tense to use when talk­ing about some­thing that hap­pened in an alter­nate past time­line. […] My ques­tion was whether Shel­don and Leonard’s new syn­tac­tic rules for these tens­es were seman­ti­cal­ly con­sis­tent with each oth­er. In short, they’re not.«

Blogspektrogramm 41/2014

Von Kristin Kopf

Was gibts heute? Einen Elcht­est für die lin­guis­tis­che Nutzung von Google, eine Sprache, die ihre Schimpfwörter für ein­ma­lig hält, Her­aus­forderun­gen bei der Kaf­feebestel­lung und eine span­nende Frage zum The­ma Bilingualität!

  • Wie oft kommt eine ungewöhn­liche Wen­dung oder ein neues Wort so vor? Schnell mal googeln! Und schon stößt man auf enorme method­is­che Prob­leme. Eines davon hat Michael Mann im LEXIKOGRAPHIEBLOG analysiert: »… die Tre­f­fer­zahlen ändern [sich], und zwar nicht, wie mit gesun­dem Men­schen­ver­stand zu erwarten, langsam ansteigend, son­dern teil­weise sehr sprung­haft nach oben und auch nach unten. Dieses Phänomen wollte ich etwas genauer unter die Lupe nehmen. Ich habe deshalb für ver­schiedene Suchaus­drücke über 18 Monate hin­weg (vom 18. März 2013 bis zum 18. Sep­tem­ber 2014) zweimal täglich (je um 0:30 Uhr und um 12:30 Uhr) die Tre­f­fer­zahlen ermit­telt, um anschließend deren Ver­lauf zu betrachten.«
  • Wie obszön kann das Rus­sis­che sein? DASTANDARD hat ein Inter­view mit der Trans­la­tion­swis­senschaft­lerin Manuela Kovalev geführt: »Das Beson­dere an der rus­sis­chen obszö­nen Sprache ist eigentlich dieser Anspruch darauf, etwas Beson­deres zu sein. Auch die rus­sis­che Sprache wird von Schrift­stellern gerne als einzi­gar­tig und reich dargestellt, und ana­log dazu heißt es auch, die obszöne Sprache sei beson­ders schlimm.« (Dank an @Vilinthril)
  • Wie nen­nt man sich am besten, wenn man Kaf­fee bei Star­bucks bestellt? Greg Uenyo hat sich für SCHWA FIRE auf die Suche nach dem per­fek­ten »Kaf­feenym« gemacht: »I typ­i­cal­ly man­age to place my order smooth­ly enough, but cashiers always ask me to repeat my name. After I half-shout “Greg!”, enun­ci­at­ing as well as I can, they respond with a bored shrug and scrawl their best guess onto the cup. I’ve retrieved many drinks from the counter with “Craig” or “Rick” or “Grey” writ­ten on them, but they are all prefer­able to some of the pecu­liar non-names that I’ve been giv­en, like “Rank.”«
  • Für SLATE hat sich die Lin­guistin Claire Bow­ern der Frage gewid­met, ob man Kindern eine Sprache beib­rin­gen sollte, die man selb­st nicht fließend — oder zumin­d­est weniger gut als die Erst­sprache — spricht: »What most peo­ple don’t know is that not only are kids real­ly good at learn­ing lan­guages, but they also have skills that help them learn from non-native speak­ers. For one thing, they learn very quick­ly who are good lan­guage role mod­els: They can tell whether you’re a reli­able speak­er or whether your input should be tak­en with a grain of salt.«

Blogspektrogramm 40/2014

Von Kristin Kopf

Gerechte Sprache, Dialek­te, Laute, Akzente und noch ein­mal gerechte Sprache: Viel Spaß mit dem son­ntäglichen Spektrogramm!

  • Luise Pusch hat Das kleine Ety­mo­log­icum gele­sen und zwei Aspek­te — meinen Umgang mit Per­so­n­en­beze­ich­nun­gen und das ehe­mals asym­metrische Anre­desys­tem des Deutschen — auf LAUT & LUISE aus fem­i­nis­tis­ch­er Sicht kom­men­tiert. (Generellere inhaltliche Ein­blicke hier.)
  • Im LEXICON VALLEY auf SLATE hat sich in den let­zten Tagen eine Menge getan! Was so beden­klich an der Idee ist, Amerikas »hässlich­sten« Dialekt zu wählen, führt Josef Frue­hwald aus: »Maybe it’s not always about class, but it’s nev­er real­ly about lan­guage. It’s about the kind of peo­ple who speak it. Pre­dictably, the kinds of accents and lan­guages which get dumped on the most, and get brand­ed the “ugli­est,” always wind up being spo­ken by social­ly dis­ad­van­taged peo­ple. What exact­ly did this woman in par­tic­u­lar do to deserve hav­ing a can­did video of her slapped up on Gawk­er as an exam­ple of just how “ugly” the Chica­go accent is? She works in a ware­house super­mar­ket, that’s what.«
  • Eben­falls dort gibt es ein wenig Phonetik mit Gretchen McCul­loch – sie stellt fünf ver­schiedene t-Laute im Englis­chen vor und erk­lärt, wie sie zus­tandekom­men: »Speak­ing-wise, it’s just eas­i­er to pro­duce a t that’s more like its neigh­bors, regard­less of whether those neigh­bors are vow­els on either side or silence, as at the end of a word. Hear­ing-wise, it’s use­ful to have cues like that puff of air that tell us when we’re like­ly at the begin­ning or end of a word, since words don’t come into your ears with con­ve­nient white spaces around them.«
  • Bleiben wir noch kurz bei Laut­en: Warum wird man einen Akzent eigentlich so schw­er los? Nick Stock­ton erk­lärt es auf WIRED: »“You start learn­ing lan­guage by pick­ing up sounds, try­ing to imi­tate your par­ents,” explained Eric Baković, a lin­guist who stud­ies sound pat­terns in lan­guage at UC San Diego, but was unaf­fil­i­at­ed with either study. “Then, your brain gets busy doing oth­er things and assumes you have learned all the sounds you need to learn to com­mu­ni­cate with the peo­ple around you.”«
  • Und schließlich haben wir noch ein Video von MINUS18 aus­ge­graben, in dem es um den Gebrauch von Pronomen geht (via Super­lin­guo). Das The­ma gab es auch im Sprachlog schon.

Blogspektrogramm 39/2014

Von Kristin Kopf

Erpresser­briefe, sprach­liche Zukun­ftsvi­sio­nen, DDR-Jugend­sprache, hochnot­pein­liche Ver­höre und, ähm, was zu uh: Auch diese Woche gibt es im Spek­tro­gramm jede Menge Links zwis­chen skur­ril und spannend!

  • Wie schreibt man einen anony­men Erpresser­brief? Auf jeden Fall nicht, indem man ver­sucht, wie Nicht-Mut­ter­sprach­lerIn­nen zu klin­gen. Wolf­gang Krischke in der FAZ: »Richtig falsch zu schreiben erfordert also ein beträchtlich­es Kön­nen und zudem eine Diszi­plin, die viele Autoren nicht auf­brin­gen: Wer sich auf Rechtschreibfehler konzen­tri­ert, ver­nach­läs­sigt oft die notwendi­gen Ver­stöße gegen die Gram­matik und umgekehrt. Es gibt also eine ganze Rei­he von Anhalt­spunk­ten, um sprach­liche Mask­ierun­gen zu erkennen.«
  • Was ste­ht der deutschen Sprache noch bevor? Joachim Schar­loth wagt auf SURVEILLANCE AND SECURITY einen Blick in die Glaskugel: »… so scheint mir doch, dass die Zukun­ft der deutschen Sprache — und auch ander­er Sprachen — am meis­ten davon bee­in­flusst wird, dass Com­put­er einen immer größer wer­den­den Anteil an der Kom­mu­nika­tion haben. Aber nicht im triv­ialen Sinn, dass in der com­put­er­ver­mit­tel­ten Kom­mu­nika­tion die Sprache ver­fällt. Com­put­er sind vielmehr direkt oder indi­rekt immer tiefer in Trans­fer­prozesse im Medi­um der Sprache involviert. Und das hat Fol­gen in min­destens drei Bere­ichen …« (Ein Inter­view zum gle­ichen The­ma hat Schar­loth mit der Säch­sis­chen Zeitung geführt.)
  • Michael Mann hat im LEXIKO­GRAin­PHIEBLOG ein Jugend­sprach­wörter­buch der DDR aus den 80ern aus­ge­graben: »Unter anderem find­en wir dort bere­its einen Ein­trag für “cool” (S. 85), pos­i­tiv bezo­gen auf Per­so­n­en und auf Musik. Dazu ist zu sagen, dass in den DDR-Rechtschreib­du­den “cool” gar nicht verze­ich­net ist; im BRD-Duden ste­ht “cool” ab der 18. Aufl. (1980): ‘ugs. für ruhig, über­legen, kaltschnäuzig’; erst ab der 22. (längst gesamt­deutschen) Aufl. (2000) dann auch: ‘Jugend­spr. für her­vor­ra­gend’.«
  • Stephan Bopp schweift auf FRAGEN SIE DR. BOPP ab: Eigentlich sollte er nur erk­lären, wie ein Adjek­tiv flek­tiert, und plöt­zlich liefert er uns die Ety­molo­gie von hochnot­pein­lich. »Ein hochnot­pein­lich­es Ver­hör ist ein sehr strenges Ver­hör, hochnot­pein­liche Fra­gen sind sehr strenge Fra­gen. His­torisch gese­hen war  hochnot­pein­lich aber noch viel strenger als das, was wir heute unter sehr streng ver­ste­hen: …«
  • Wo wir ähm oder äh oder öh sagen, nutzt man in den USA ganz ähn­liche Füll­wörter: um oder uh — und zwar mit regionalen Präferen­zen, wie hier auf QUARTZ dargestellt: »To uncov­er the geog­ra­phy of filler words, Grieve ran through the Twit­ter cor­pus to find how often a giv­en Amer­i­can coun­ty uses “um” over “uh” and vice ver­sa. After that, he used an algo­rithm known as “hot-spot test­ing” to smooth out the results and make them more meaningful.«

Jetzt zu haben: Das kleine Etymologicum

Von Kristin Kopf

Das Wichtig­ste zuerst: Ich habe ein Buch geschrieben. Das heute erscheint. Man kann es natür­lich gerne unbe­se­hen kaufen, aber man kann sich auch erst ein­mal von mir erzählen lassen, worum es eigentlich geht:

Wenn man Sprach­wis­senschaft betreibt, wird man ja von Fre­un­deskreis und Ver­wandten oft zur Gram­matikauskun­ftsstelle erk­lärt. Wenn man his­torische Sprach­wis­senschaft betreibt, darf man außer­dem immer wieder erläutern, woher einzelne Wörter kom­men und was sie früher bedeuteten. Viele mein­er Kol­legin­nen haben daher ein etwas ges­paltenes Ver­hält­nis zu diesen Etymologien.

Ich nicht. Weit­er­lesen

Reklame: Hell und klar

Von Kristin Kopf

Beim Herum­blät­tern in den Suchan­fra­gen, mit denen das Sprachlog so gefun­den wird, find­et man neben den immer­gle­ichen (»läng­stes wort deutsche sprache«, »läng­stes wort deutsch­land«, »läng­stes deutsches wort der welt« …) auch Fra­gen, die hier noch nicht beant­wortet wur­den. Zum Beispiel:

aus welcher sprache ist das wort reklame

Aus dem Franzö­sis­chen. Fer­tig. Aber hm, wenn wir ein wenig in sein­er Ver­gan­gen­heit herum­graben, wird es erst richtig span­nend — da taucht näm­lich jede Menge erwart­bare, aber auch uner­wartete Ver­wandtschaft auf!

Von der Reklame zur Reklamation

réclame wurde im Franzö­sis­chen vom Verb réclamer abgeleit­et, das neben ‘zurück­rufen’ auch ‘lock­en’ bedeuten kon­nte. Das Wort gelangte im 19. Jahrhun­dert ins Deutsche und gemeint war damit anfangs nur Wer­bung in Zeitun­gen. Bald fand es sich aber auch in weit­eren Anwen­dungs­bere­ichen — zum Beispiel im fol­gen­den Rant gegen schlechte Orch­ester­musik in Kurorten: Weit­er­lesen