Blogspektrogramm 18/2016

Von Susanne Flach

Sodele, Gril­lzange zur Seite leg­en, bitte! Die Spä­taus­gabe des heuti­gen Blogspek­tro­gramms erwartet Sie mit skur­rilen, ulki­gen und visuellen Eigen­heit­en von Sprache in Gehirn und Gesellschaft. Heute: Sprach­bilder im Gehirn, Bedeu­tungswan­del bei den Linken, Pronomen, ein biss­chen Orthografiegeschichte und ein großer Muskel in der Artiku­la­tion. Kann Spuren von Klin­go­nisch enthalten!

Blogspektrogramm 17/2016

Von Susanne Flach

Guten Mor­gen, geneigte Leser­schaft — wir kom­men auch heute lei­der nicht ganz ohne Katas­tro­phen aus: Sprach­pflege, Spracht­ests und Erd­beben — okayokay, und ein biss­chen gerechte Sprache und Inter­net­di­alek­te. Einen zauber­haften Sofasonntag!

Blogspektrogramm 16/2016

Von Susanne Flach

Heute kommt eine Kurzaus­gabe, weil uns diese Woche allen etwas die Zeit fehlte, das Inter­net sys­tem­a­tisch zu überwachen nach­bear­beit­ete Aus­gabe. Aber es war ja das Jubiläum eines großen Englän­ders, deshalb heute das Spek­tro­gramm mit Shake­speare, Shake­speare-Zitat­en, ein­er Shake­speare-Karte und einem einem Com­ic-Helden (nicht Shake­speare) — und jet­zt auch mit Emo­ji, Schnee­vok­ab­u­lar, Sprache als Waffe und Delfinen. Viel Spaß!

Blogspektrogramm 15/2016

Von Susanne Flach

Heute zum Regen­tag bietet die Sprachlo­gredak­tion wieder ein exquis­ites Infor­ma­tion­spro­gramm mit Emo­ji, pro­duk­tiv­en Wort­bil­dung­sprozessen, Sprache in Drehbüch­ern, Has­srede in Onlinekom­mentaren, einem Video und noch einem Video. Also Tee gekocht, Sofakissen aufgeschla­gen und Füße hochgelegt! ((Die Redak­tion verzieht sich der­weil wieder ins Büro zum Diss-Schreiben.)) Viel Spaß!

Blogspektrogramm 14/2016

Von Anatol Stefanowitsch

Und hier die sprach­lichen Lek­türetipps zum Son­ntag, dies­mal mit Vok­a­beln der neuen Recht­en, geschlecht­sneu­tral erzo­ge­nen Katzen, den beliebtesten Vor­na­men und leichter Sprache.

Pegi­da und die AfD verän­dern nicht nur die poli­tis­che Land­schaft son­dern auch den öffentlichen Diskurs. In der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG wer­den einige Kampf­be­griffe der neuen Recht­en – von „Lügen­presse“ bis „Gen­der­wahn“ – unter die Lupe genom­men.

A pro­pos „Gen­der­wahn“ – während in Deutsch­land schon ein Schrägstrich (Student/in) reicht, um das Feuer der Jed­er-nach-mein­er-Façon-Frak­tion auf sich zu ziehen, braucht es in den USA wegen der weit­ge­hend geschlecht­sneu­tralen Per­so­n­en­beze­ich­nun­gen des Englis­chen schon schw­erere Geschütze. Zum Beispiel die Ver­wen­dung des Plu­ral­pronomens they als geschlecht­sneu­trale Sin­gu­lar­form (im Sprachlog schon ein­mal hier disku­tiert). Eine Jour­nal­istin der WASHINGTON POST übt diese Form für sich, indem sie ihre Katzen „geschlecht­sneu­tral erzieht“ (den Kommentator/innen des Artikels gefällt das nur bedingt).

Auch die Namen der bei­den betrof­fe­nen Katzen sind ungewöhn­lich: „Trou­ble“ und „Essence“. Die beliebtesten Vor­na­men des Jahres 2015 in Deutsch­land sind da sehr viel nor­maler, wie die Auswer­tung der GESELLSCHAFT FÜR DEUTSCHE SPRACHE zeigt – es führen wie schon im let­zten Jahr die sehr geschlechtsspez­i­fis­chen Namen „Sophie/Sofie“ und „Max­i­m­il­ian“.

Schließlich hat sich auch unser Autor Ana­tol Ste­fanow­itsch mal wieder in der Presse geäußert, aus­nahm­sweise mal nicht zu geschlecht­sneu­traler Sprache (oder Emo­jis), son­dern zur „Leichte Sprachen“ und zum The­menkom­ples Sprache, Denken und poli­tis­che Manip­u­la­tion. Im Schweiz­er MIGROS MAGAZIN ist ein län­geres Inter­view erschienen.

Blogspektrogramm 12/2016

Von Sprachlog

In den sprach­lichen Lek­türetipps der Woche geht es heute um Sprache als Käfig, die eigentlich ganz ein­fache Fächer­wahl zwis­chen Latein und ein­er lebendi­gen Sprache und Sprach­pflege durch Merkbefreitheit.

Das PHILOSOPHIE MAGAZIN hat ein Inter­view mit dem let­zten Monat ver­stor­be­nen Philosophen und Semi­otik­er Umber­to Eco aus dem Jahr 2013 wiederveröf­fentlicht, in dem es auch viel um Sprache geht: „Die Sprache ist kein Käfig, son­dern eine per­ma­nente Revolution“.

Für viele Schüler/innen ste­ht dieser Tage die Wahl der zweit­en Fremd­sprache an. Das ruft, wie jedes Jahr, die Latein-Lob­by auf den Plan, die mit den immer gle­ichen Argu­menten ver­sucht, eine Lanze für die Sprache des Römis­chen Reich­es zu brechen. Die RHEINISCHE POST hat zwis­chen diesen immer gle­ichen Argu­menten als Gegen­stimme Ana­tol zu Wort kom­men lassen. Der hat übri­gens schon 2007 im (Bre­mer) Sprach(b)log die Argu­mente der Late­in­fans auseinan­dergenom­men.

Die sprach­lichen Kle­ingärt­ner von der DEUTSCHEN SPRACHWELT haben ihre „Sprach­wahrer“ des Jahres bekan­nt­gegeben und dabei wieder ein­mal keinen Zweifel daran gelassen, worum es ihnen unter dem Vor­wand der Sprach­pflege wirk­lich geht: Gewon­nen hat ein Stu­dent, der seine Hausar­beit­en nicht in gen­der­sen­si­bler Sprache abfassen wollte, auf Platz 2 lan­dete ein Nige­ri­an­er, der ganz „ unverkrampft“ ein Restau­rant mit dem Namen „Zum Mohrenkopf“ betreibt, den drit­ten Platz belegt Sarah Con­nor. Die deutsche Sprache wahrt man offen­bar am besten mit Sex­is­mus, Ras­sis­mus und nichtssagen­der Musik.

Wer wis­sen möchte, woher das Wort Ostern kommt, und warum es keinen Sin­gu­lar Oster hat, kann das und mehr in diesem älteren Sprachlog-Beitrag von Kristin erfahren.

Blogspektrogramm 11/2016

Von Sprachlog

Sprach­lich war es eine eher ruhige Woche, oder vielle­icht haben wir die Win­ter­müdigkeit noch nicht richtig abgeschüt­telt und die großen Geschicht­en ver­passt. Wie dem auch sei, eine Hand­voll inter­es­san­ter, erhel­len­der oder kurios­er Lesetipps haben wir trotz­dem zusam­men­bekom­men und präsen­tieren sie nun ohne weit­ere Vorrede.

Blogspektrogramm 10/2016

Von Sprachlog

Das Blogspek­tro­gramm ist nicht abgeschafft, liebe Freund/innen lin­guis­tis­ch­er Son­ntagslek­türe – es war nur im Win­ter­schlaf. Jet­zt ist es wach, also ohne weit­ere Umstände unsere Linktipps.

In der Wahrheit liegt die Lüge

Von Anatol Stefanowitsch

Eine Arbeits- und Sozialmin­is­terin, die Bestechungs­gelder annimmt, um ihre Hero­in­sucht zu finanzieren, muss sofort zurück­treten. Wenn wir uns so etwas aus falsch ver­standen­em Gut­men­schen­tum her­aus gefall­en lassen, spal­tet das unsere Gesellschaft, und die Stim­mung kippt sowieso. Nein, gle­iche Regeln für alle, da kann es keine Diskus­sion geben.

Natür­lich kom­men jet­zt gle­ich die Ein­wände aus der immer gle­ichen Rich­tung: Es gebe doch gar keine Hin­weise darauf, dass unsere Arbeits- und Sozialmin­is­terin Bestechungs­gelder annimmt oder Hero­in­süchtig sei. Natür­lich nicht, ich rede doch nicht über eine bes­timmte Per­son! Ich habe den höch­sten Respekt vor Andrea Nahles und ihrer Arbeit. Ich bin mir sich­er, dass die meis­ten Arbeits- und Sozialmin­is­terin­nen wed­er Dro­gen nehmen, noch bestech­lich sind.

Ich sage ja nur: Wenn eine Arbeits- und Sozialmin­is­terin Bestechungs­gelder annimmt, um ihre Hero­in­sucht zu finanzieren, dann muss sie zurück­treten. Das muss man sagen dür­fen. Das Schweigekartell bezüglich dro­gen­süchtiger, kor­rupter Min­is­terin­nen ist unerträglich. Weit­er­lesen

Laudatio für den Anglizismus des Jahres 2015: Refugees Welcome

Von Anatol Stefanowitsch

Beim Anglizis­mus des Jahres geht es uns nicht um eine inhaltliche Charak­ter­isierung des abge­laufe­nen Jahres, son­dern darum, englis­ches Lehngut auszuze­ich­nen, das die deutsche Sprache und den deutschen Sprachge­brauch auf beson­ders inter­es­sante Weise ergänzt hat. Der diesjährige Sieger – von Jury und Pub­likum übere­in­stim­mend gewählt – erfüllt aber bei­de Kri­te­rien: Refugees Wel­come. Bess­er als durch diesen Slo­gan ließe sich die Welle der Weltof­fen­heit, Hil­fs­bere­itschaft und Gast­fre­und­schaft gegenüber Flüchtlin­gen, die in der zweit­en Jahreshälfte unver­mit­telt große Teile der Bevölkerung erfasste, nicht ein­fan­gen. Aber auch aus sprach­wis­senschaftlich­er Per­spek­tive hat Refugees Wel­come viel zu bieten.

Dass Fir­men sich und ihre Pro­duk­te auch dann gerne mit englis­chsprachi­gen Slo­gans bewer­ben, ist nicht weit­er ungewöhn­lich. Sie stellen sich auf diese Weise als Glob­al Play­ers und ihre Kun­den als Mit­glieder ein­er kos­mopoli­tis­chen Gesellschaft dar – manch­mal zu recht, manch­mal nur aus einem mehr oder weniger durch­schaubaren Wun­schdenken. Sehr viel sel­tener, wenn über­haupt, passiert es, dass die Sprachge­mein­schaft von sich aus einen solchen Slo­gan für sich ent­deckt. Schon das macht Refugees Wel­come zu etwas Beson­derem. Weit­er­lesen