Tag-Archive: Frühneuhochdeutsch

Das Erbe des Arbeitsroboters

Dieser Tage bin ich im frühneuhochdeutschen Wörterbuch auf den Eintrag ackerrobot 'Frondienst der Bauern' gestoßen. Das hat mich etwas aus dem Konzept gebracht: Es geht um Arbeit und das zweite Wort sieht quasi aus wie Roboter, Zufall wird das kaum sein. Nun kam der Roboter im 20. Jh. ins Deutsche, Frühneuhochdeutsch sprach man aber zwischen […]

Ich steh' an deiner Krippen hier

Vielleicht erinnert sich ja die eine oder der andere hier noch an die linguistische Weihnachtsliedanalyse anno 2008: Damals habe ich mir angeschaut, warum die Alten sungen und nicht sangen und wieso die Kinderlein kommen sollen, nicht die Kindlein. In der diesjährigen Neuauflage geht es um die Krippen, die uns dann nach einigen Schlenkern auch verraten […]

Zur Erlustigung was über frühneuhochdeutsche Grammatikschreibung

(Hinweis: Die orangen Passagen wurden nachträglich geändert/hinzugefügt.) Hach, wie schön es sich über Sprache schwärmen lässt … hier aus Der Hóchdeutsche Schlüszel zur Schreibrichtigkeit oder Rechtschreibung (Samuel Butschky, Leipzig 1648), weitgehend wortwörtlich von Herrn Schottelius geklaut: Sehr wohl vergleicht Herr Schottel / unsere Hóchdeutsche Haupt= und Heldenspráche / einem ansehlichen/fruchtbringendenBau= me / welcher seine saftreiche […]

Witwe vs. Witwerin

Im Sprachlog geht es zur Zeit um die Form Witwerin (statt Witwe) und ihre möglichen Ursachen. (Kurzversion: Es handelt sich um eine Analogiebildung zu all den anderen abgeleiteten Formen auf –in, die an Personenbezeichnungen auf –er angehängt werden.) In den Kommentaren kam die Frage auf, ob Witwe und Witwerin einmal gleichberechtigt nebeneinander existierten: Waren damals […]

Schschschschschschschschschsch

Beim Herumlesen in frühneuhochdeutschen Texten habe ich eine charmante Betrachtung über das Graphem <sch> gefunden: Wann das (ch) auf ein (s) folget/so wird ein grobzischender Laut daraus/daß es fast seltzsam ist / wie doch solche drey Búchstaben sich zu der zischenden Stimme gefunden haben ; weil weder einer alleine/noch sie zusammen solchen Tón zugében vermögen […]

[Lesetipp] Fugen-s auf dem Vormarsch

Heute mal ein Lesetipp in eigener Sache: Die Pressestelle der Uni Mainz hat eine, wie ich finde ganz gelungene, Pressemitteilung zu meinem Promotionsprojekt veröffentlicht. Wer sich also dafür interessiert, woran ich so arbeite, kann es hier nachlesen gehen.

Der andere Mai

Ihr kennt doch sicher “das andere Links” – aber wusstet ihr, dass es auch mal einen “anderen Mai” gab? Also known as Juni. Diese Benennung wird logischer, wenn man weiß, dass anderer nicht immer nur seine heutige Bedeutung besaß, die ja so ungefähr ‘nicht dieser’ ist. Schaut mal diese Bibelstellen aus dem ersten Buch Genesis […]

Wir gedenken an den Tod von Jesus

Spiegel online berichtet darüber, dass ein Pfarrer eine Todesanzeige für Jesus geschaltet hat und zur Gedenkfeier einlädt. So weit, so trivial. Allerdings ist der Text mit einem Bild der Anzeige illustriert, und das fand ich spannend. Da heißt es nämlich: Wir gedenken an den Tod von Jesus Ben Josef genannt der “König der Juden” *04 v. Chr. […]

Mehr Spaß mit Ngrams

Heute gibt es ein buntes Sammelsurium von Abfragen mit dem Ngram Viewer. Ich finde sie alle aus dem einen oder anderen Grund ganz erhellend. Vielleicht ja sonst noch wer? Ab wann ist das Korpus brauchbar? Meine “schönste” Abfrage ist sicher die folgende, die ich kürzlich (in einer minimal abweichenden Version) auch in den Sprachlog-Kommentaren gepostet habe: […]

[Linktipp] Keine Aufnahme der deutschen Sprache ins Grundgesetz

Ich war mir erst nicht sicher, ob ich Anatol Stefanowitschs Petition gegen die Aufnahme der deutschen Sprache ins Grundgesetz mitzeichnen sollte. Ich fand die ganze Kampagne von BILD und VDS so albern, dass es mir unnötig erschien, denen noch weitere Aufmerksamkeit in Form von Gegenaktionen zukommen zu lassen. Dann habe ich die Kommentare gelesen. Und […]