Tag-Archive: Graphematik

Das Deppenleerzeichen gibt es nicht: Eine Art Replik

Ich habe kürzlich ein Gespräch mit Michel Winde von der dpa geführt — über Leerzeichen und Bindestriche in Komposita. Es ging dabei um sehr emotional besetzte Schreibungen wie z.B. Johannes Gutenberg-Universität dpa-Kindernachrichten Würfel Zucker Nun ist ein Artikel entstanden, in dem sich Spurenelemente des Interviews wiederfinden.1 Der Text nervt mich. Neben inhaltlichen Aspekten (dazu gleich mehr) […]

Der vollkommene Englische Weg=Weiser für die Deutschen

Heute habe ich einen Buchtipp für euch: THE COMPLEAT ENGLISH GUIDE FOR THE GERMANS a.k.a. Der vollkommene Englische Weg=Weiser für die Deutschen. Erschienen 1715 in Leipsick/Leipzig. Das ganze Buch ist superspannend, aber ich bin gleich bei den Aussprachehinweisen hängengeblieben. Das geht auf Seite 1 los, klassischerweise mit A Da gibt's eine ganze Menge Beispielwörter mit […]

Von Lauten und Buchstaben

Hm, ja. Bei mir im Seminar ist das erst letzte Woche wieder passiert, und ich war ein wenig hilflos – im sechsten Semester und nach zahlreichen Pflichtveranstaltungen in der Linguistik müsste man es eigentlich besser wissen. Aber worum geht es? Wir sind enorm schriftfixiert, was bei sprachwissenschaftlichen Laien oft dazu führt, dass sie nicht unterscheiden, was […]

Fremde Wörter, fremde Schrift

Beim Stöbern in alten Drucken stößt man immer mal wieder auf interessante Dinge. Recht bekannt ist ja die funktionale Schriftartenteilung: Während gebrochene Schriften für den deutschen Text eingesetzt wurden, wurden in vielen Drucken Antiquaschriften (unsere heutiger Normalfall) für Fremdwörter benutzt. Ein willkürlich gewähltes Beispiel: Schon spannender wird es, wenn man sich anschaut, wo die Grenzen […]

Schschschschschschschschschsch

Beim Herumlesen in frühneuhochdeutschen Texten habe ich eine charmante Betrachtung über das Graphem <sch> gefunden: Wann das (ch) auf ein (s) folget/so wird ein grobzischender Laut daraus/daß es fast seltzsam ist / wie doch solche drey Búchstaben sich zu der zischenden Stimme gefunden haben ; weil weder einer alleine/noch sie zusammen solchen Tón zugében vermögen […]

Jido Fister Filly

Ich habe eben bei Twitter via WortWirrWarr einen großartigen Zeitungsausschnitt aus einer sudanesischen Zeitung gesehen, in dem die Ankunft des deutschen Außenministers angekündigt wird: German Foreign Minister Arrives Khartoum Today The Democrat (Amal Abdul Rahim) The German foreign minister, Jido Fister Filly, will arrive Khartoum today , Thursday, on an official visit during which he will […]

Von EHEC zu Ehec

Mir ist heute aufgefallen, dass sich <EHEC> in <Ehec> verwandelt hat – und zwar enorm schnell. Man kennt das ja von anderen Akronymen wie <AIDS>/<Aids> oder aktueller <SARS>/<Sars>, aber da hat es, bilde ich mir ein, doch ein Stückchen länger gedauert und beide Schreibweisen sind üblich (bei AIDS) oder gar dudensanktioniert (bei SARS). Bei der […]

[Lesetipp] Voll eklich wg schule *stöhn*

Bei der Zeit gibt es einen sehr schönen Artikel von Wolfgang Krischke zu schriftsprachlichen Fähigkeiten von Schülern, den ich nur empfehlen kann: “Voll eklich wg schule *stöhn*” (Die Kommentare zu lesen habe ich mich allerdings nicht getraut, aus Angst vor der Zu-meiner-Schulzeit-Fraktion.) Von Christa Dürscheid, die darin vorkommt, habe ich letzte Woche bei der DGfS-Tagung […]

Mehr Spaß mit Ngrams

Heute gibt es ein buntes Sammelsurium von Abfragen mit dem Ngram Viewer. Ich finde sie alle aus dem einen oder anderen Grund ganz erhellend. Vielleicht ja sonst noch wer? Ab wann ist das Korpus brauchbar? Meine “schönste” Abfrage ist sicher die folgende, die ich kürzlich (in einer minimal abweichenden Version) auch in den Sprachlog-Kommentaren gepostet habe: […]

Von thun zu tun: Orthographie bei Ngrams

In den letzten Tagen sind mir noch tausend Spielereien eingefallen, die man mit Ngrams machen kann. Unter anderem lässt sich damit recht gut sichtbar machen, wie schnell orthographische Standardisierung und Änderung sich in Büchern durchsetzen konnten. Wichtige Zeitpunkte sind dabei zum einen die II. Orthographische Konferenz (1901, dazu im Schplock hier und hier), bei der […]