Tag-Archive: Lehnwörter

Laudatio für den Anglizismus des Jahres 2015: Refugees Welcome

Beim Anglizismus des Jahres geht es uns nicht um eine inhaltliche Charakterisierung des abgelaufenen Jahres, sondern darum, englisches Lehngut auszuzeichnen, das die deutsche Sprache und den deutschen Sprachgebrauch auf besonders interessante Weise ergänzt hat. Der diesjährige Sieger – von Jury und Publikum übereinstimmend gewählt – erfüllt aber beide Kriterien: Refugees Welcome. Besser als durch diesen […]

Laudatio für den Anglizismus des Jahres 2014: Blackfacing

Anders als beim Wort des Jahres und beim Unwort des Jahres geht es bei unserer Wörterwahl nicht darum, ein Wort zu finden, das das vergangene Jahr im positiven oder negativen Sinne charakterisiert. Stattdessen wählen wir ein englisches Lehnwort, das eine interessante Lücke im Wortschatz des Deutschen füllt und das sich (deshalb) messbar im allgemeinen Sprachgebrauch […]

Sexting [Kandidaten für den Anglizismus 2014]

Der letze Wortkandidat auf der Shortlist für unseren Anglizismus des Jahres 2014 bezeichnet die schönste Nebensache der Welt 2.0: Sexting – das Versenden von Texten und erotischen Selfies. Sehen wir uns an, ob dieses Wort den Ansprüchen unseres Wettbewerbs standhält und vielleicht sogar in letzter Minute an Social Freezing, Phablet, Big Data, Internet of Things, Smartwatch, Photobombing, […]

Blackfacing (Kandidaten für den Anglizismus 2014)

Das Wort Blackfacing/Blackface war 2012 schon einmal für den Anglizismus des Jahres nominiert. Die Beleglage war seinerzeit aber zu dünn, um dieses ansonsten sehr interessante Wort in die engere Wahl zu ziehen (mein damaliger Beitrag, aus dem ich im Folgenden einzelne Passagen übernehme, findet sich hier [Hinweis: dieser und andere hier verlinkte Texte enthalten z.T. […]

Steine im Glashaus, oder: das #Gategate

Wenn wir den „Anglizismus des Jahres“ bekanntgeben, sind zwei Reaktionen sicher wie das Amen in der Kirche. Erstens: „Das Wort habe ich noch nie gehört“. Zweitens: „Das Wort ist doch uralt, was soll daran interessant sein.“ Das liegt vermutlich daran, dass die „Sprachgemeinschaft“ eher aus vielen kleinen Sprachcliquen besteht, die einander sprachlich nur am Rande wahrnehmen: […]

And the Winner is: –gate

Als das Wort Watergate 1972 ins Deutsche entlehnt wurde, war es nur der Name einer bestimmten politischen Affäre: Der republikanische US-Präsident Richard Nixon hatte das im Watergate Building beheimatete Hauptquartier der gegnerischen Demokraten abhören lassen. Dass er dafür 1974 zurücktreten musste, können wir uns angesichts der politischen Konsequenzlosigkeit des aktuellen Dauer-Abhörskandals kaum noch vorstellen – […]

Anglizismus 2013: Publikumsabstimmung

Fast drei Monate lang hat die Jury Nominierungen gesichtet und die aussichtsreichsten Wortkandidaten ausführlich auf ihre Tauglichkeit geprüft, Anglizismus des Jahres 2013 zu werden. Aus fast hundert Bewerbungen wurden zunächst die sechzehn Wörter ausgewählt, die den Kriterien am besten entsprachen, die also a) ganz oder teilweise aus englischem Wortmaterial bestehen, b) im Jahr 2013 in […]

Kandidaten für den Anglizismus 2013: Thigh Gap

Normalerweise entlehnt eine Sprachgemeinschaft ein Wort, um eine sogenannte lexikalische Lücke zu füllen – also eine Leerstelle im Wortschatz. Solche Leerstellen entstehen typischerweise, wenn etwas Neues bezeichnet werden muss (z.B. eine neue Technologie, eine neue sportliche Aktivität, eine neue Idee). Das Wort, das ich heute diskutiere, füllt eine lexikalische Lücke anderer Art: Eine Lücke, die entsteht, […]

Krautspeak Day

To most Germans, today is just an ordinary Samstag (or Sonnabend, depending on where they live). But to German language prescriptivists, it is a quasi-national holiday, a linguistic Fourth of July and Fifth of November rolled into one: the Tag der Deutschen Sprache (“Day of the German Language”), a sort of prescient commemoration day for […]

Sprachbrocken: Der Shitstorm ist Establishment

Da aktualisiert die Duden-Redaktion ihr Wörterbuch mit über 5000 Wörtern, darunter urdeutsche (und hervorragend zueinander passende) Schönheiten wie Schuldenbremse und Vollpfosten, und alles, was die internationale Presse interessiert, ist – der Shitstorm. Nicht ganz unschuldig an dem internationalen Medieninteresse: Die Sprachlogger/innen, unter deren Federführung Shitstorm zum „Anglizismus des Jahres“ 2011 gewählt wurde. Kaum ein Artikel, […]