Tag-Archive: Sexismus

Das Netz kann alles, außer Gender

In den vergangenen Tagen hat das Netz, wie man so schön sagt, viel gelacht, und zwar über einen Text der Fachschaft Gender Studies an der Humboldt-Universität zu Berlin. In dem Text, den Sie zum Verständnis des Folgenden kurz lesen sollten, falls Sie ihn noch nicht kennen, geht es um den Ausschluss eines Mitglieds der Fachschaft […]

Das Weib, das Anna, das Merkel: Wie neutral sind Frauen?

Die Frau, die Mutter, die Nonne – der Mann, der Vater, der Mönch: dass fast alle Bezeichnungen für Frauen auch grammatisch Feminina und die für Männer grammatisch Maskulina sind, dürfte kein Zufall sein. Das grammatische Geschlecht (man bezeichnet es auch als »Genus«) scheint etwas mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht (»Sexus« bzw. »Gender«) zu tun […]

Begattungsängste und homophobe Etymologie

Argumente gegen die Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare lassen sich am Ende immer auf eine einzige Behauptung reduzieren: Die Ehe diene der Zeugung von Kindern und da homosexuelle Paare keine Kinder zeugen können, könne man die Ehe für sie keinesfalls öffnen. Dieses Argument hat eine offensichtliche Schwäche: Die Zeugung von Kindern ist einerseits auch […]

Geschlechtergerechte Sprache und Lebensentscheidungen

Das sogenannte „generische“ Maskulinum und die Tatsache, dass es nicht wirklich generisch ist, haben wir im Sprachlog ja schon des Öfteren diskutiert. Eine interessante neue Studie bietet einen Anlass dazu, das Thema wieder einmal aufzugreifen. Im Deutschen hat jedes Substantiv ein grammatisches Geschlecht: Maskulinum (z.B. der Stuhl, der Dill), Femininum (z.B. die Bank, die Petersilie) […]

Passive Prinzessinnen, oder: Die Grammatik der Geburt

Als königliche Familie hast du es ja nicht leicht: du hast nichts Vernünftiges gelernt und bist auf den Job deshalb dringend angewiesen, und den Job hast du halt nur, solange du den Leuten einreden kannst, dass du etwas besonderes bist. Deshalb hängst du in Palästen ab, läufst mit Krone und Zepter durch die Gegend und […]

Das Binnen-I ist der Demokratie ihr Tod

Wenn ich mit Büchern, Spielen und Fernsehsendungen zur deutschen Sprache berühmt geworden wäre, ohne besonders viel von der deutschen Sprache zu verstehen; wenn ich dann einen offenen Brief von ein paar österreichischen Reaktionären mitunterzeichnet hätte, in dem die fordern, sprachlichen Sexismus zur Norm zu machen; wenn mich dann die Wiener Zeitung fragen würde, warum ich […]

Die fünf Freunde und die Rückkehr zur sprachlichen Normalität

Österreich ist ja, nach eigener Aussage, die Heimat großer Söhne – so groß, dass für große Töchter neben ihnen kaum noch Platz ist. Aber nicht nur das – es ist auch das Land der Berge, das Land am Strome, das Land der Äcker, das Land der Dome – und das Land der Hämmer. Und einen […]

Hochmut großer Söhne

Am Text der österreichischen Nationalhymne findet sich, wie es bei Texten von Nationalhymnen nun einmal so ist, wenig Erhaltenswertes. Sie feiert die Landschaft (gut, das ist gerade noch erträglich), das „für das Schöne begnadete“ und mit „hoher Sendung“ ausgestattete Volk (das ist dann eben, nationalhymnentypisch, nicht mehr erträglich), die kriegerische Vergangenheit, und eine „arbeitsfrohe“ Zukunft. […]

Der Name der Windrose

Dass Frauen systematisch unterschätzt werden, ist ja nichts Neues, aber dass Orkane unterschätzt werden, wenn sie weibliche Namen haben, klingt zunächst wie ein schlechter Scherz aus der Rumpelkammer des Patriarchats. Genau das haben amerikanische Forscher/innen aber herausgefunden. In der in den Proceedings of the National Academy of Science erschienenen Studie „Female hurricanes are deadlier than […]

Männer sind Norm, Frauen sind Ideologie

Geschlechtergerechte Sprache ist nicht nur ein gesellschaftlich kontroverses Thema – kein Wunder in einer Gesellschaft, in der der Mann immer noch als Norm gilt –, sondern vor allem auch eines, über das sich viele Menschen schlicht noch nie Gedanken gemacht haben – ebenfalls kein Wunder in einer Gesellschaft, in der der Mann immer noch als […]