Autorarchiv: Anatol Stefanowitsch

xkcd: Meinungsfreiheit

Die Geschichte des Rechts auf freie Meinungsäußerung im Internet ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Zum Glück gibt es ja den stets um Aufklärung bemühten Randall Munroe alias xkcd, dessen Erläuterungen wir hier in deutscher Übersetzung präsentieren: Die Meinungsfreiheit in Deutschland wird übrigens durch folgende lesenswerte Gesetze geregelt: Artikel 11 der Charta der Grundrechte der Europäischen […]

Aprilscherz 2014 aufgelöst

Achtung: Wer bei unserem Aprilscherz-Rätsel von Gestern noch mitraten will, sollte sich schnell dorthin begeben und erst dann hier weiterlesen. Absoluter Favorit war die Geschichte mit den infektiösen Verschlusslauten, gefolgt von der Lautverschiebung durch Höhenluft. Den dritten Platz teilten sich die vokalharmonisch friedfertigen Finn/innen mit der durch Reibelaute ausgelösten Aggression. Damit ist es mir anders […]

April, April (2014)

Wie in jedem Jahr präsentieren wir heute einen sprachlichen Aprilscherz, und wie in jedem Jahr haben wir ihn zwischen drei Behauptungen versteckt, die in der älteren oder neueren Geschichte der Sprachwissenschaft tatsächlich vertreten wurden. Um es schwerer zu machen, haben wir in diesem Jahr allerdings ausschließlich solche Behauptungen zusammengestellt, die sich als falsch herausgestellt haben. […]

Männer sind Norm, Frauen sind Ideologie

Geschlechtergerechte Sprache ist nicht nur ein gesellschaftlich kontroverses Thema – kein Wunder in einer Gesellschaft, in der der Mann immer noch als Norm gilt –, sondern vor allem auch eines, über das sich viele Menschen schlicht noch nie Gedanken gemacht haben – ebenfalls kein Wunder in einer Gesellschaft, in der der Mann immer noch als […]

Der Mann als Norm

Vor einigen Wochen haben wir hier über den Versuch zweier Wikipedia-Autoren berichtet, das sogenannte „generische“ Maskulinum (also die patriarchale Praxis, männliche Personenbezeichnungen „geschlechtsneutral“ zu verwenden) als allgemeinen Standard festzulegen (in der Abstimmung scheiterte dieser Versuch spektakulär, was entweder darauf hinweist, dass die Wikipedianer/innen insgesamt mehr Bewusstsein für diskriminierende Sprachstrukturen haben als gemeinhin angenommen, oder dass […]

Samstags verharmlost man Gewalt gegen Frauen

Das ZDF wird seinen Bildungsauftrag ja schon länger auf etwas eigenwillige Weise gerecht: Man verhält sich möglichst ignorant sexistisch und rassistisch und reagiert auf Kritik entweder gar nicht, oder, indem man sich lustig macht. Höhepunkte der sexistischen Grundbildung waren zum Beispiel Joko Winterscheidts sexueller Übergriff auf eine Messemitarbeiterin im Rahmen einer „Mutprobe“ oder der Werbespot […]

Heiße Mohr, will nichts verstehen

Es gibt die ganz normale Denkfaulheit. Es gibt mutwillige Ignoranz. Und dann gibt es noch das deutsche Feuilleton – erfunden, damit Denkfaulheit und mutwillige Ignoranz nicht so schlecht dastehen. Ein Beispiel? Na gut: Gestatten, mein Name ist Mohr. Reinhard Mohr. Mohr mit o-h, wohlgemerkt. Nie habe ich Stammbaumforschung oder Etymologie betrieben, aber soviel weiß ich: Mohr […]

Leichte Sprache, komplexe Wirklichkeit

Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift „Aus Politik und Zeitgeschichte“ (APUZ 9–11/2014) mit dem Thema „Leichte und Einfache Sprache“ ist seit gestern online verfügbar.1 Neben fünf anderen Autor/innen bin auch ich mit einem Beitrag vertreten, in dem ich versuche, eine sprachwissenschaftliche Einordnung der „Leichten Sprache“ vorzunehmen. Hier die Einleitung: Das Heft kommt am Montag als Beilage der […]

Eine Straße für Nelson Mandela

Wenn es den Vorschlag gäbe, die Straße, in der ich wohne, in „Nelson-Mandela-Straße“ umzubenennen, wäre ich begeistert. Nicht, weil mit dem Namen meiner Straße irgendetwas nicht stimmte – sie ist nach irgendeinem harmlosen Dorf vor den Toren Berlins benannt, dessen Name leicht von der Zunge geht und keine Erklärungen erfordert. Nein, ich würde einfach gerne […]

Tag der Muttersprache 2014

Heute ist der Internationale Tag der Muttersprache. Anders als der von Sprachnörglern erfundene „Tag der Deutschen Sprache“ handelt es sich dabei um einen offiziellen Gedenktag, mit dem die UNESCO an das rapide fortschreitende Sprachsterben erinnern will: Von den sechs– bis siebentausend Sprachen, die derzeit auf der Welt gesprochen werden, werden mehr als die Hälfte in […]